Review: Die Ehre der Am’churi by Sandra Gernt

Montag, 22. November 2010

Despriction:
Die Drachenkrieger Jivvin und Ni’yo hassen einander, seit sie sich das erste Mal begegnet sind. Obwohl sie als Waffenbrüder im Tempel des Kriegsgottes Am’chur aufwachsen, scheint es ihr Schicksal zu sein, sich gegenseitig umbringen zu müssen. Eines Tages werden sie aufgrund einer alten Schuld an ihre Erzfeinde, die Schattenelfen, ausgeliefert. Doch sie können fliehen – aneinander gekettet. Von nun an sind sie aufeinander angewiesen. Da entdeckt Jivvin, dass er noch ganz andere Gefühle für seinen Kontrahenten Ni’yo hegt.




Review:
Nun ja, wenn man schon die Chance hat eine Autorin übers Internet ein bisschen persönlicher kennen zu lernen, sollte man diese auch nutzen und als ich die Möglichkeit bekam ihr Buch Die Ehre der Am’churi zu lesen konnte ich nicht nein sagen. An und für sich gehört es nicht zu meinem bevorzugten Genre, aber man soll ja immer offen für Neues sein. Und in dieser Beziehung bin ich sehr glücklich, dass ich mich auf Sandra Gernts Geschichte eingelassen habe. Gefühlvoll gestaltet sie die Welt der Am’churi, ehrenvolle Krieger, die ihrem eigenen Code folgen. Die Protagonisten wachsen einem sehr schnell ans Herz und man leidet regelrecht mit ihnen mit. Erst in späteren Kapiteln lernt man zu verstehen, wieso sie diesen Weg gehen und ebendiese Qualen erleiden müssen. Aber ist man an dieser Stelle angelangt, versteht man das Konzept dahinter und ist fast glücklich, dass die Autorin diesen Weg gewählt hat. Auf diese Art werden die Protagonisten menschlicher und realer. Mit Liebe zum Detail erschafft sie hier eine Welt, die ich bildlich vor mir sehen konnte, so farbenfroh und voller Geräusche.

Was mich besonders faszinierte war der Wechsel in den Protagonisten selbst – Ni’yo erscheint in den ersten Kapiteln immer als der Stärkere, ist es auch, er lernt schneller und kann in Situationen besser reagieren. Ab dem Zeitpunkt der Flucht ändert sich dies jedoch und ich hätte es lieber gesehen, wenn er als der jüngere der Beiden auch weiterhin der Stärkere geblieben wäre. Doch so geht dieses Merkmal an Jivvin über, der nun die Führung übernimmt und zum Dominanteren der Beiden wird. War man zuerst in dem Glauben Ni’yo sei der Tonangebende (und ja, diese Vorstellung hat mir sehr gut gefallen), so habe ich dies im weiteren Verlauf vermisst und war über seine Schwächen, die trotz allem verständlich waren, doch enttäuscht.

Der Schreibstil der Autorin ist durchaus flüssig und fesselnd, das Buch konnte ich nicht aus der Hand legen und hatte es an einem Abend ausgelesen, und doch gibt es ein paar Kritikpunkte, die das Gesamtbild jedoch nicht wesentlich beeinflussen. Dazu zählen zum Beispiel ein paar Rechtschreibfehler, vor allem auf den ersten 70 Seiten, einmal war sogar der Name Ni’yo falsch geschrieben, und die Länge, oder sollte ich besser sagen Kürze des Buches. Die Geschichte hätte gerne noch detaillierte und länger ausfallen können, grade in Bezug auf die Beziehung zwischen den beiden hätte ich gerne noch mehr gelesen. Aber alles in allem handelt es sich bei ‚Die Ehre der Am’churi‘ um ein lesenswertes Buch und ich werde mit großer Freude weitere Bücher der Autorin lesen.

Rating: B+

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