Review: Der Kuss des Wolfes by Jean Johnson

Donnerstag, 10. Februar 2011

Description:
Acht Brüder, mächtige Magier – und verflucht fürs Leben, denn niemals dürfen sie lieben, oder ihre Welt wird enden! Eines Tages landet die junge Gestaltwandlerin Alys auf der sturmumtosten Insel der Brüder. Freudig wird sie von ihrem Jugendfreund Wolfer begrüßt, doch Alys hat ein dunkles Geheimnis: Ihr eigener Onkel belegt seit Jahren die »Söhne der Insel« mit Fluch und Pestilenz. Können Wolfer und Alys den Kampf gegen diesen bösen Magier gewinnen – und ihre Liebe retten?

Review:
Jean Johnsons Debütroman Die Söhne der Insel hat mich sofort in seinen Bann gezogen und gefesselt. Das Ende dieses ersten Bandes war spektakulär und brachte noch einmal Spannung in die Geschichte und gleichzeitig wurden innerhalb weniger Seiten die Grundlagen für weitere Bücher geschaffen. Am liebsten hätte ich sofort weiter gelesen, doch leider entschied sich der Verlag gegen eine schnelle Veröffentlichung weiterer Teile und so musste man bis heute warten, um die Taschenbuchausgabe in den Händen zu halten.

Nun hat es leider auch seine Nachteile, wenn man die Geschichte nicht mehr so genau im Kopf hat und in der Zwischenzeit vielleicht sogar andere schöne Reihen für sich entdeckt hat. Ein Reread des ersten Bandes wäre das Beste, eine Einführung was bisher geschah im aktuellen Band wäre auch nicht schlecht und mit diesen beiden Dingen kehrt man liebend gerne in die Welt der Sons of Destiny zurück und fühlt sich auch rasch wieder vertraut mit dieser Welt.

Hier geht es also um Wolfer, den zweitältesten der acht Brüder, für den das Schicksal eine besondere Frau vorgesehen hat: seine Kindheitsfreundin Alys, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Die Geschichte beginnt schon sehr harmonisch und die beiden Protagonisten haben an und für sich keinen Konflikt zwischen sich zu. Einzig Alys’ Geheimnisse stehen zwischen ihnen, aber dann doch nicht so stark, dass eine Beziehung nicht möglich wäre. Ein Schwerpunkt von Der Kuss des Wolfes liegt bei jenen Szenen, in denen die beiden die Finger nicht von einander lassen können. Und auch hier kommt kaum Langeweile auf, da die Autorin einen wunderbaren Humor einfließen lässt.

Alles in allem hätte ich mir aber von der Fortsetzung mehr erwartet bzw. meine Erwartungen waren nach dem tollen 1. Teil einfach zu hoch gesetzt. Jean Johnson erschafft zwar aufs Neue eine fesselnde Geschichte mit liebenswerten Charakteren und humorvollen Szenen, aber keiner dieser Punkte konnte sich besonders hervorheben und so bleibt das Buch für mich im mittleren Bereich.

Rating: C

Buchinfos:
Originaltitel The Wolf (2008)
Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten
ISBN: 978-3-442-37639-1
  
Inhalt und Cover © Blanvalet.

Kommentare:

  1. Irgendwie konnte ich schon mit dem ersten Band nicht viel anfangen, die Idee fand ich super, aber die weibliche Hauptperson ging mir irgendwie total auf die Nerven ^^ Und als ich dann gehört habe, das sie wohl auch noch in den anderen Bänden mitmischen wird und dort wohl auch eine größere Rolle spielen soll, hatte ich dann gar keine Lust mehr weiterzulesen... :-/

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  2. ja, sie kommt in der gesamten Reihe vor, aber glaub mir, es gibt unter den Heldinnnen sogar welche, die meine Nerven noch mehr strapazierten ;)

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  3. Oh Gott, dann war es wahrscheinlich sehr gut, dass ich die Reihe nicht weitergelesen habe ^^

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  4. zum Glück gibt es genügend andere super Reihen, die man lesen kann, wenn man mit bestimmten Protas nicht zurecht kommt...

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  5. Ich finde die erste Frau auch extrem nervig. Sie hat einen schrecklichen Charakter, der wohl irgendwie ... stark, selbstbewusst und emanzipiert oder so wirken soll. Aber irgendwie ist sie so kindisch. Sie erinnert mich aus irgendeinem Grund an eine Fünftklässlerin die sich a) nur mit Händen und Füßen durchsetzen kann und sich b) total cool vorkommt. Die Fantasy-Welt, die Jean Johnson erschafft ist nicht gerade außergewöhnlich. Das Konzept hatte mir auch gefallen. Ich habe weitergelesen und bin jetzt beim 4. Buch (auf Englisch versteht sich). Ich hätte es nicht tun sollen. Kelly, also die erste vorbestimmte Frau, ist schrecklich wie eh und je und die anderen so nur noch schlimmer. Die Charaktäre sind flach und einfallslos und gleichen sich irgendwie alle. Im zweiten Buch versucht Jean Johnson irgendwie eine andere Frau zu schaffen die schüchtern usw. ist aber landet wieder beim alten Typ. Die Frau fällt aus ihrer Rolle und wird genauso aufbrausend und kindisch wie Kelly. Auch erwartet man, dass die anderen Brüder noch irgendwie vertieft werden in den nächsten Büchern, aber dies ist leider nicht der Fall.
    Die Geschichte wird in ihrem Verlauf nur noch absurder. Man hat später das Gefühl in der Traumwelt einer Achtjährigen zu sein. Ich hoffe ich nehme nicht allzu viel vorweg, wenn ich sage, dass Kelly später die hirnrissige Idee hat ein Königreich zu gründen. Das gefällt natürlich allen Brüdern und den Frauen und sie helfen tatkräftig mit ein Königreich zu erbauen ... für so um die 10 Personen, also bitte. Und dann taucht Kelly andauernd mit irgendwelchen Ideen auf was man noch bauen/erschaffen könnte für das Königreich und plant für hunderte von Menschen. Einfach absurd. Jean Johnson wollte anscheinend mal Prinzessin werden.
    Die Frau die vom Schicksal vorherbestimmt ist, ist leider auch auf den ersten paar Seiten zu erkennen. Nach dem ersten Kapitel stellt dann der Bruder, der an der Reiheist fest wie toll und schön sie ist. Alles nimmt seinen geregelten und vorhersehbaren Ablauf. Um das ganze aufzufrischen findet parallel der Ich-erschaffe-ein-Königreich-Handlungstrang statt, bei dem man nur den Kopf schütteln kann.

    Alles in einem, ich kann dieses Buch wirklich niemandem empfehlen.

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  6. Lisa, danke erstmal für deinen schönen und ausführlichen Kommentar. Dass die Heldinnen nach dem gleichen Prinzip gestrickt sind ist mir auch aufgefallen und obwohl ich die Reihe dann doch zu Ende gelesen habe, musste ich zwischen den einzelnen Büchern immer wieder längere Pausen machen, weil es sonst zu ähnlich war. Manche Charaktere mochte ich dann mehr und manche weniger, aber ich wollte die Reihe zumindest abschließen und gut ist ;) Zumindest hat sie so ihren Abschluss gefunden.
    Und man sieht wohl leider auch, dass die Übersetzungen auch nicht so gut aufgenommen wurden. Fortsetzungen sind hier ja keine mehr in Sicht, der zweite Teil erschien auf Deutsch ja schon letztes Jahr im Februar und seitdem nichts mehr. Da war die Nachfrage wohl zu gering.
    liebe Grüße

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