Review: Die Enklave by Ann Aguirre

Donnerstag, 12. Mai 2011

Description:
New York wurde in einem längst vergessenen Krieg zerstört. Die Oberfläche ist durch Säureregen und glühende Hitze unbewohnbar geworden. In den U-Bahn-Tunneln der Stadt leben die junge Jägerin Zwei und ihr Partner Bleich, die sich Tag für Tag bemühen, genug Nahrung für ihren Stamm zu erlegen. Da wird Zwei an die Oberfläche verbannt. Ein sicheres Todesurteil! Darum kann sie kaum glauben, dass Bleich beschließt, sie zu begleiten. Doch der würde alles tun, um Zwei nicht zu verlieren…


Review:
Ann Aguirre ist eine Autorin, wie man sie nur selten findet. Neben ihren zahlreichen Serien, die alle unterschiedlichen Genres zuzuordnen sind, hat sie diesmal den Versuch gewagt, eine YA Dystopie zu schreiben und konnte mich auch damit überzeugen und fesseln. Ein Punkt, der mich bis jetzt vor Dystopien zurück schrecken hat lassen, war, dass ich mich nicht diesem Gefühl der Verzweiflung, Hilflosigkeit und Niedergeschlagenheit gegenüber sehen wollte, das ich mit diesem Thema verbinde, aber in diesem Fall hätte mich Die Enklave nicht mehr überraschen können, als sie es tat. Denn obwohl sich die Bewohner mit offenen Augen ihrem Schicksal stellen, gibt es immer noch Mut und Hoffnung.

Ann Aguirre erschafft aufs Neue eine fantastische wunderbare und auch unglaubliche Welt, die man nicht  mehr verlassen möchte, hat man sie erstmal betreten. Überzeugend zeigt sie uns wie ein Leben unterhalb der Erde möglich sein kann und die Dunkelheit wird zum Freund. Die Charaktere wachsen einem schon nach wenigen Seiten ans Herz und man kann die Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte vollziehen sehr gut mitverfolgen. Man leidet mit ihnen, freut sich, weint, entdeckt Neues, bekämpft Ängste und lernt das Leben neu kennen. Und das alles wurde von der Autorin in diesem 1. Band der Reihe perfekt kombiniert – weder wird der Erschaffung dieser neuen Welt zu viel Raum zugesprochen, noch sind die Charaktere farblos und eindimensional. Ann Aguirre schreibt flüssig und fesselnd, ihre Handlung ist gut durchdacht und wartet immer mit Überraschungen auf.
Diese Welt, die sie hier gezeichnet hat ist für mich durchaus nachvollziehbar und realistisch – wenn es mal so weit kommen sollte, dass sich die Menschheit in dieser Situation befindet, kann ich mir gut vorstellen, dass die Welt dieser ähneln könnte. Im Nachwort hat die Autorin extra darauf hingewiesen, woher ihre Annahmen stammen und wie sie zu diesen kam und damit verankert sie die Geschichte zum Teil in der Realität.

Diese Dystopie ist nicht nur für Jugendliche oder junge Leser gedacht, sondern kann jeden begeistern. Zwei verhält sich nicht wie eine typische Jugendliche, sondern viel erwachsener und facettenreicher. Ebenso ist es herrlich erfrischend, dass die Liebesgeschichte im Hintergrund abläuft und sich dadurch die gesamte Geschichte frei entfalten kann.
Das Einzige, das ich hier zu bemängeln habe, ist die Tatsache, dass ich gerne mehr über die Enklave gelesen hätte: wie sie sich weiterentwickelt und was mit den anderen Charakteren geschieht. Aber in diesem Punkt setzte ich meine Hoffnungen auf die Folgebände.

Wer wie ich bis jetzt noch keine Dystopie gelesen hat, es aber gerne versuchen möchte, dem kann ich Die Enklave nur wärmstens empfehlen! Überlegt nicht länger, sondern greift zu und genießt diese Welt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und warte schon jetzt ungeduldig auf die Fortsetzung. Die Enklave war viel mehr als ich erwartet hatte und hat ein neues Genre für mich geöffnet. Fazit: absolut lesenswert!

PS: außerdem ist es immer ein gutes Zeichen, wenn ich das Gefühl habe ich könnte noch ewig und länger an der Rezension weiter schreiben, weil es noch so vieles gibt, das erwähnenswert ist :)

Rating: A

Vielen ♥-lichen Dank an den Blanvalet Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Buchinfos:
Paperback, Klappenbroschur, 352 Seiten
Published by Blanvalet Taschenbuch Verlag, Mai 2011more details...
ISBN 9783442268122
Serie: Razorland #1

Inhalt und Cover © Blanvalet Taschenbuch Verlag.

Kommentare:

  1. Hört sich super an (bis auf die deutschen Namen der Personen).
    Ich habe das Buch meiner Mutter gekauft und werde es wahrscheinlich auch lesen, weil so viele Blogger die Geschichte so gut finden.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Sabrina :)
    ja, die Wahl der Namen war etwas unglücklich und obwohl ich mir gewünscht hätte, dass die Originalnamen übernommen worden wären (ich kenne sonst kaum ein Buch, in dem die Namen abgeändert werden!) gewöhnt man sich daran.
    Na dann bin ich mal neugierig, wie es dir (oder besser euch) gefallen wird!
    liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.