Review: Velvet Haven. Paradies der Dunkelheit by Sophie Renwick

Dienstag, 7. Juni 2011

Description:
Der angesagte Nachtclub Velvet Haven, die einzige Verbindung zwischen der Welt der Menschen und Annwyn, der Heimat der Gestaltwandler, Geister und Feen, lässt keine Wünsche offen. Als Bran, der unangefochtene König Velvet Havens, die Hilfe der Sterblichen Mairi in Anspruch nehmen muss, um seinen Bruder zu retten, ist er zunächst alles andere als begeistert. Doch dann verfällt er den Reizen der wunderschönen Krankenschwester – und bemerkt nicht, dass sie der Schlüssel zu seinem Untergang sein könnte...

Review:
Um ehrlich zu sein, hatte ich mir rein vom Klappentext ausgehend etwas anderes vorgestellt und da ist es dann natürlich nicht verwunderlich, wenn einem die Umstellung auf den tatsächlichen Buchinhalt schwer fällt. Aber lässt man sich erstmal darauf ein, wird einem das Buch sicherlich gefallen.

Ein wichtiger Bestandteil der Geschichte sind Träume, um genauer zu sein jene von Mairi. Und obwohl man hier sehr viel über die Entwicklung der Beziehung zwischen den Charakteren erfährt, hat dies kaum Einfluss auf das ‚richtige‘ Leben. Hier ist es dann vielmehr so, als hätte es die Träume, Gespräche und Handlungen darin, nie gegeben und das ist schon etwas merkwürdig, wenn sich die beiden einerseits so vertraut sind, sich andererseits aber förmlich und steif gegenüber stehen. Die sexuelle Anziehungskraft zwischen Bran und Mairi ist von Anfang an da und bestimmt auch die Stimmung des Buches. Für mich war es dann teilweise schon zu viel, weil ich gerne mehr von dieser Welt gesehen, Nebencharaktere besser kennen gelernt hätte. Einzig Suriel kann sich hier hervor heben und stellt einen sehr interessanten Charakter dar – von den Grundzügen her dunkel und undurchschaubar, trotzdem mit Herz und Gefühl, eine perfekte Kombination für mich, die mich darauf hoffen lässt, ihn bald wieder zu sehen und mehr über ihn in Erfahrung zu bringen. Bran dagegen hätte ich ab und an gerne durchgeschüttelt, habe mich einfach nur wundern können über seine Handlungen. Vielmehr dürfen wir Szenenweise seinen Ärger mitverfolgen und das macht ihn nicht unbedingt sympathischer.

Ansonsten erfährt man nur wenig über die tieferen Gefühle und Beweggründe der Protagonisten und muss sich mit Andeutungen zufrieden geben. Vieles wird angesprochen, aber nicht weiter erläutert. Auch der Aufbau dieser neuen Welt hätte ausführlich sein können, andere Autoren sparen hier nicht mit Details, Sophie Renwick hält sich dabei zurück und verwehrt dem Leser damit einen näheren Einblick in ihre Welt. Es gibt so vieles, das hätte erzählt werden sollen, aber die Autorin schafft es leider nicht, dies auf die vorhandene Seitenanzahl umzusetzen.

Alles in allem ist Velvet Haven. Paradies der Dunkelheit ein Buch, das nur so vor sexueller Spannung knistert, bei dem die Handlung aber leider etwas hinten anstehen muss. Teil 2 der Reihe, Velvet Haven. Pforten der Finsternis, der im November 2011 erscheinen wird, werde ich mir dennoch vormerken und hoffe, dass wir hier mehr über die Welt Annwyns und den Besonderheiten dort erfahren werden. Übrigens wird dieser sich nicht mehr um Mairi und Brand drehen (zumindest nicht als Hauptprotagonisten), sondern wir werden den Besitzer des Velvet Havens zu sehen bekommen.

Rating: C

Buchinfos:
Taschenbuch, Broschur, 432 Seiten
Published by Heyne Verlagmore details...
ISBN 9783453528154
Series: Annwyn Chronicles #1

Inhalt und Cover © Heyne Verlag.

Kommentare:

  1. Oha, sehr begeistert klingt das aber nicht. Mal sehen, wann ich von meinem historischem Liebesroman-Wahn wegzukriegen bin bzw. erst einmal eine Zeit lang wieder genug davon habe, um mich diesem Buch zu widmen.

    Da fällt mir ein, dass ich mal auf die Suche gehen sollte, ob du schon zu "Hounded" ne Rezi verfasst hast oder nicht. Bin mir nicht sicher, ob ich die verpasst habe oder ob du noch keine geschrieben hast. -.-

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  2. Huhu,
    na man muss sich vorher einfach darüber im Klaren sein, dass Erotikszenen bei Velvet Haven einen großen Teil des Buches einnehmen und wenn man das weiß, dann kann man das Buch auch genießen ;)

    ich kanns dir leichter machen - ich hab noch keine Rezension zu Hounded geschrieben... ich bin grade noch dabei ein paar 'ältere' Rezis nachzuholen, aber Hounded dürfte dann nächste Woche dabei sein :)
    wie gefällt dir das Buch denn?
    liebe Grüße

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  3. "Hounded" hat seinen Charme, ist aber trotzdem auch - gerade in Bezug auf die Sprache - sehr anstregend und gewöhnungsbedürftig. Auch mit Atticus bin ich bisher nicht 100 %ig warm geworden, dafür aber Oberon (erinnert mich irgendwie an Shakespeare... König Oberon aus ein Sommernachtstraum???)

    Bin schon sehr auf deine Rezi zu dem Buch gespannt. Ich hänge immer noch mit der Sprache etwas hinterher und versuche mir eigentlich im Klaren zu werden, wie ich das Buch nun letztendlich finde - da ich immer noch drinstecke. Auch diese ganze Göttergeschichte (druidische Gottheiten) ist nicht ganz einfach, besonders wenn in diesem Bezug nicht ein klein wenig Ahnung hat. Die Erwähnung von nordischen Gottheiten find ich persönlich immer toll. Ich mag Thor, aber Atticus und er stehen anscheinend auch auf Kriegsfuss. *grübel*

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  4. Huhu :)
    ich brauchte auch eine Gewöhnungsphase für Hounded, dachte zuerst, dass ich es sogar abbrechen werde/muss, aber man muss sich durch die ersten Kapitel einfach nur durchbeißen und dann kann man das Buch auch genießen.
    und wegen der Mythologie kann ich dir nur zustimmen - ein bisschen viel auf einmal ist es schon und da den Überblick zu bewahren ist gar nicht mal so einfach...aber ich würde dir raten nicht aufzugeben, es kommen nämlich noch ein paar recht unterhaltsame Szenen :)
    liebe Grüße

    ps: Atticus stellt sich dann im 3. Teil mit Leif Thor entgegen *g*

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  5. Huhu :D

    es freut mich, dass ich nicht die Einzige bin, die mit "Hounded" etwas Eingewöhnung braucht. Es ist bis auf diese beiden Problematiken wirklich eine gute Story und eh ich ein Buch endgültig aufgebe, braucht es schon etwas mehr. ;)

    Hab schon "schlechtere" Bücher überstanden. *gg*

    Liebe Grüße

    P.S.: Das hab ich mir schon fast gedacht. Der Titel verrät das ja auch schon indirekt. :)

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