Review: Ashes, Ashes by Jo Treggiari

Donnerstag, 28. Juli 2011

Description:
Tödliche Epidemien, Tsunamis und Klimakatastrophen – die sechzehnjährige Lucy hat das Ende der Welt kommen und gehen gesehen. Als eine der wenigen Überlebenden eines alles vernichtenden Virus versucht sie sich in den zum Dschungel gewordenen Ruinen von New York durchzuschlagen. Doch Lucys Welt ist voller Bedrohungen: gefährliche Diebe und skrupellose Plünderer streifen umher. Als eine Horde wilder Hunde sie jagt, gelangt sie ans Ende ihrer Kräfte. Doch wie aus dem Nichts taucht Aidan auf – ein Junge, der ihr hilft, der tödlichen Meute zu entkommen und sie überredet, sich seiner Gruppe von Überlebenden anzuschließen. Aber auch diese kleine Gemeinschaft wird bedroht. Und langsam beginnt Lucy zu ahnen, dass sie selbst das Ziel der nächtlichen Überfälle ist. Etwas an ihr scheint anders zu sein… Doch was ist Lucys Geheimnis, das für die letzten überlebenden Menschen Bedrohung und Erlösung zugleich ist?

Review:
Ich bin bei weitem keine Leserin, die sich in diesem Genre bereits gut auskennt. Ich bin noch dabei mich in die Welt der Dystopien einzulesen, sie zu entschlüsseln und herauszufinden, was mir gefällt. Ashes, Ashes konnte mich ab der ersten Seite an fesseln, das was wir über Lucy erfuhren war so interessant und ich wollte immer mehr wissen. Aber nach gut einem Drittel des Buches stand ich vor einem Problem – ich wurde immer öfters abgelenkt und konnte mich nicht mehr vollständig auf die Geschichte konzentrieren. An dieser Stelle hätte dann eigentlich der Punkt erreicht sein müssen, an dem sich der Leser die Welt in ihren Grundzügen gut vorstellen kann und sich nun immer stärker davon fesseln lässt. Das trat bei mir jedoch nicht ein. Vielmehr hatte ich das Gefühl, die Handlung würde auf der Stelle treten und die Charaktere farblos werden. Dazu kamen immer mehr Längen, Handlungspausen und Gespräche, die zwar für Hintergrundinformationen wichtig sein könnten, aber als Leser weiß man nicht, wie man diese einordnen soll.

Das wohl größte Problem bei diesem Buch war für mich, dass ich keine Verbindung zu den Charakteren herstellen konnte. Ihre Beweggründe waren kaum vorhanden bzw. für mich in nicht nachvollziehbar. Es scheint fast so, als würden sie einfach so auf der Bildfläche auftauchen, über ihre Vergangenheit erfährt man nur Bruchstücke und obwohl die Epidemien keineswegs länger zurück liegen, werden sie von allen mit einer gewissen Distanz betrachtet. Keiner von ihnen ist neugierig, warum gerade er überlebt hat, niemand versucht sich aufzulehnen gegen die vermutlich Stärkeren, es wird kein Versuch unternommen Freunde, die verschwunden bzw. gefangen genommen wurden zu suchen und zu befreien. Dazu noch die Gegner, von denen man eigentlich gar nicht weiß, ob sie böse sind oder was sie in Wirklichkeit vorhaben. Könnten sie nicht wirklich nach Antworten suchen? Aber warum dann auf diese Art und Weise? Was hat es mit den Stimmungsumschwüngen bei den Anhängern zu auf sich? Dies sind Faktoren, die ich gerne ausführlicher geschildert gesehen hätte, von denen ich mehr wissen wollte, es mir aber verwehrt wurde.

Zudem wird kaum darauf eingegangen, wieso die Lösung in Lucy zu finden wäre oder was es mit den Untersuchungen wirklich auf sich hatte. Man kann sich als Leser durch die Andeutungen zwar eine gewisse Vorstellung machen, aber es ist nun mal so, dass bei einem Buch nichts als sicher anzunehmen ist, solange der Autor das nicht auch so geschrieben hat. Vieles bleibt der Fantasie der Leser überlassen, aber so wie hier ohne eine Richtungsangabe, fühlt man sich doch verloren. Die Geschichte könnte sich in alle Richtungen entwickeln, nichts scheint sicher und ohne zu wissen, wie die Charaktere denken kann man auch nicht erahnen was als Nächstes geschehen wird oder könnte. Ich fühlte mich im Dunkeln gelassen, so als würde ich nur das Nötigste erfahren, aber mehr nicht. Hätten eigentlich Fragen beantwortet werden sollen so bleibe ich nach dem Ende des Buches eher mit Fragezeichen zurück.

Die Geschichte selbst und auch die Charaktere haben so viel Potenzial, so viel das mich neugierig gemacht hat und so vieles über das ich mehr lesen wollte. Dass dieses Potenzial nicht ganz ausgenutzt wird kann schon vorkommen (was aber an sich schon schade ist) und ich hoffe, dass sich die Autorin, wenn es denn eine Fortsetzung geben sollte, hier enorm steigern und all das nachholen wird, was sie hier versäumt hat. All die Andeutungen müssen vertieft werden, die Charaktere müssen leben und dazu benötigen sie auch eine Vergangenheit. Ebenso muss sie sich für ein Thema entscheiden, über das sie schreiben möchte und nicht diese merkwürdige Mischung aus Überleben in der Wildnis, Leben in der Gemeinschaft und irgendwelchen genetischen Forschungen weiter verfolgen. Ich fühlte mich dadurch nur noch verwirrter, weil ich auf keinen grünen Zweig kam. Das Gebilde außen rum, das besteht schon – die veränderte Welt, die Angst vor Epidemien, Naturkatastrophen und die Urbedürfnisse der Menschen. Jetzt muss es noch vertieft und miteinander vernetzt werden.

Rating: C

Vielen ♥-lichen Dank an den arsEdition Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Buchinfos:
Gebundene Ausgabe, 400 Seiten
Published by arsEdition, July 2011
ISBN 9783760784717

Inhalt und Cover © arsEdition.

Kommentare:

  1. Stimme dir voll zu :-) Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten, hätte mich jedoch auch noch mehr Hintergrundinfos gewünscht.
    LG,
    Damaris

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  2. Huhu Damaris,
    ich hoffe ja sehr auf eine Fortsetzung, bei der diese Fragen noch geklärt werden.
    liebe Grüße

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  3. Hm, schade, du bist nicht die erste, bei der ich eine eher durchschnittliche Bewertung finde. Nun gut, ich muss ja nicht jede neue Jugenddystopie lesen.
    LG

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  4. Ohje, ich weiß echt nicht, ob ich mich auf das Buch freuen soll.

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  5. @Friedelchen: von der Leseprobe war ich ja noch begeistert, leider dämpften die Längen im weiteren Verlauf meine Stimmung etwas...
    und ich habe noch so manche Dystopie hier, die ich lesen und rezensieren will, vielleicht taucht ja dort ein Buch auf, dass dir besser gefallen wird!

    @Debbie: hast du das Buch denn schon bei dir?
    liebe Grüße

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  6. oh oh, ich hab jetzt auch schon mehrmfach nur durchschnittliche Rezis gelesen. Ich glaube von dem Buch nehme ich jetzt erstmal Abstand!

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  7. Huhu Caro :)

    man muss einfach mit dem Wissen daran gehen, dass das Buch relativ ruhig ist und schon mal seine Erklärungsphasen hat, die man aber hier leider nicht braucht um die Welt aufzubauen bzw. zu beschreiben... sprich, es gibt viele Erklärungen, die nicht relevant sind und der Handlung damit das bisschen Tempo nehmen, dass sie haben könnte...
    wer aber gerne ein ruhiges Buch lesen möchte, ist dafür hier genau richtig ;)

    liebe Grüße

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