Review: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett by Kady Cross

Montag, 22. August 2011

Description:
Sie ist eine ganz besondere junge Dame: Ihr Name ist Finley Jayne, sie ist sechzehn Jahre alt und arbeitet als Dienstmädchen. Gelegentlich. Gelegentlich entschließt sie sich jedoch, auf den Straßen Londons Jagd auf Verbrecher zu machen. Finley mag hübsche Kleider, ihre Unabhängigkeit und wohlerzogene junge Männer. Wen Finley nicht mag, der kommt ihr besser nicht in die Quere, denn sie ist außergewöhnlich stark. Doch hinter ihren enormen Kräften verbirgt sich ein dunkles Geheimnis...


Review:
Erwähnenswert ist zuallererst, dass der Klappentext den Lesern einen leicht verfälschten Eindruck gibt, wer und was Finley wirklich ist. Ja, sie ist eine junge Frau, die über Fähigkeiten verfügt, die sie selbst nicht richtig einschätzen und verstehen kann. Besonders zu Beginn fürchtet sie sich auch vor sich selbst und vor dem, was sie zu tun vermag. Aber dass sie nachts auf Verbrecherjagd geht ist ein wenig zu viel des Guten. Erst als sie zu einer Gruppe Gleichgesinnter stoßt, beginnt sie sich für diesen Aspekt zu interessieren. Während ihre beiden Persönlichkeiten unterschiedliche Ansichten über nächtliche Aktivitäten haben ist es vielmehr ein Kampf um Stärke und Kontrolle, den wir hier miterleben. Es ist nicht so, als würde sie bewusst nach Ärger und Problemen suchen, vielmehr versucht sie diesen aus dem Weg zu gehen, bis es nicht mehr möglich ist. Im Laufe des Buches wird sie erwachsen, lernt sich selbst kennen und findet zu sich.

Der ständige Perspektivenwechsel zwischen Finley, Griffin und Sam bringt einiges an Tempo und Action in die Handlung und auch wenn man sich dadurch schnell einen Eindruck vom Bösewicht und seinen wahren Absichten machen kann, so bleibt die Spannung doch erhalten. Viele kleine Details sorgen dafür, dass man ein genaues Bild vor Augen hat und sich all die Maschinen gut vorstellen kann. Die Autorin hat sich hier bemüht, das Genre ihren Lesern näher zu bringen, sie jedoch nicht mit Einzelheiten zu überfordern. So ist die Mischung genau richtig um das Interesse zu halten und die Geschichte voran zu bringen. Neben dem eigentlichen Erzählstrang wird auch viel Zeit darauf verwendet, dass einige Protagonisten zu sich selbst und innerer Ausgeglichenheit finden. Jeder einzelne von ihnen muss damit klar kommen, dass er besondere Fähigkeiten hat, die sich im Laufe der Geschichte noch verstärken. Und es war herrlich erfrischend zu sehen, dass Finley den Männern in punkto Stärke in nichts nachstand und locker mit ihnen mithalten konnte. Dadurch ergaben sich teilweise grandiose Szenen, bei denen man sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte.

Wer nun denken mag, dass es sich hierbei um das Erstlingswerk der Autorin handelt, den muss ich enttäuschen. Viele Leser werden ihre Bücher, die sie unter dem Namen Kathryn Smith veröffentlicht hat, bereits kennen. Ich muss aber zugeben, dass ich diese Verbindung erst nach dem Lesen erkannt habe, sonst hätte ich vielleicht gezögert das Buch zu lesen, bin ich doch von ihren Büchern als Kathryn Smith nicht unbedingt angetan bzw. habe das eine Buch, das ich von ihr gelesen habe nach ein paar Kapiteln wieder zur Seite gelegt. Doch hier ist es als hätte man eine andere Autorin vor sich. Flüssig schildert sie uns die Geschehnisse, verleiht den Charakteren Persönlichkeit und entwirft eine wirklich interessante Welt, in die ich gerne zurückkehren möchte. Die sich anbahnende Dreiecksbeziehung möchte ich am liebsten ignorieren, was mir hier leichter fällt, weil sie nur angedeutet, jedoch nicht umgesetzt wird. Ich hoffe, die Autorin behält diese Entscheidung bei weiteren Teilen bei, denn auf eine neue Serie mit dieser Konstellation kann ich momentan verzichten. Als Leser stolpert man immer wieder darüber und wünscht sich doch Abwechslung.

Was das Cover angeht, so tendiere ich persönlich zum Original, da ich mit der Darstellung von Finley auf dem deutschen Cover so gar nichts anfangen kann. Hier wirkt sie viel zu jung und mädchenhaft und obwohl das Englische auch leicht übertrieben und zu elegant wirkt, so kommt es meiner Vorstellung doch näher. Auch im Buch selbst legt die Autorin viel Wert auf Kleidung und gutes Aussehen, die täglichen Outfits werden immer recht genau beschrieben, wodurch man die Charaktere direkt vor sich sehen kann. Auf Dauer kann das zwar auch ermüdend wirken, aber noch war ich nicht an dem Punkt angelangt, an dem es mich zu stören begann. Im Gegenteil, ich war immer neugierig, welche Kleinigkeit wohl diesmal hervorstechen würde. Ein weiteres Detail, das mir als Leser sehr gut gefiel, war die Karte von London, die auf der Innenseite vorzufinden ist. Dadurch erhält man eine sehr gute Vorstellung, in welchem Stadtteil man sich gerade befindet bzw. wo genau man sich hinbewegt.

Alles in allem war ich positiv überrascht und meine Erwartungen, die ich nach der Leseprobe hatte, wurden sogar noch etwas übertroffen. Mit 'Das Mädchen mit dem Stahlkorsett' hat Kady Cross eine neue Steampunk Reihe geschaffen, die ich mit Sicherheit weiter lesen werde.

Rating: A-

Buchinfos:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 368 Seiten
Published by Heyne Fliegt, August 2011
ISBN 9783453267404
Series: Steampunk Chronicles #1 (OT: The Girl in the Steel Corset)

Inhalt und Cover © Goodreads.com

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