Review: Girl in the Arena by Lise Haines

Montag, 1. August 2011

Description:
Lyn is a neo-gladiator’s daughter, through and through.  Her mother has made a career out of marrying into the high-profile world of televised blood sport, and the rules of the Gladiator Sports Association are second nature to their family.  Always lend ineffable confidence to the gladiator.  Remind him constantly of his victories. And most importantly: Never leave the stadium when your father is dying. The rules help the family survive, but rules—and the GSA—can also turn against you. When a gifted young fighter kills Lyn’s seventh father, he also captures Lyn’s dowry bracelet, which means she must marry him...

Review:
Girl in the Arena ist für mich ein klassisches Beispiel einer Fehleinschätzung. Das Buch hielt nicht mal ansatzweise, was ich mir vorgestellt und erwünscht hatte. Tatsache ist, dass ich vom Klappentext ausgehend auf eine rasante und kampfreiche Geschichte gehofft hatte, wollte Lyn bei ihrem Training begleiten und sehen, wie der vorhandene Konflikt gelöst wird. Tatsache ist aber auch, dass ich nichts davon erhielt. Und es ist erstaunlich, aber jetzt im Nachhinein muss ich zugeben, dass der Klappentext nicht mal so falsch ist, denn im Endeffekt hat er genau das geliefert, was dort geschrieben steht. Mehr aber auch nicht. Es wird sehr viel Wert auf die Gladiatorenregeln der GSA gelegt, sie beeinflussen das Leben aller Protagonisten. Zwar sind alle daran gebunden, aber man versteht kaum wieso das so ist, woraus die Regeln entstanden und welche Auswirkungen sie haben. Teilweise scheinen sie willkürlich zu sein, von GSA nach Lust und Laune aufgestellt und gegen die man nichts unternehmen kann. Über die Gladiatorenkämpfe selbst liest man nur sehr wenig, wenn es mal spannend wird, ist es fast so als würde eine Kamera wegschwenken vom Geschehen. Ein Training von Lyn ist nicht vorhanden, vielmehr will sie sich heraus schummeln aus der Situation, was in keiner Weise einer toughen Heldin entspricht.

Die Handlung hatte nicht mal ansatzweise die Chance in Schwung zu kommen, durch Rückblenden und Erklärungen, die eigentlich nicht nötig sind, verliert das Buch an Charme. Dem einzigen Charakter, den man näher kommen könnte, nämlich Lyn, die hier aus ihrer Sicht erzählt, und die hier Positives bewirken könnte, wird ein Riegel vorgeschoben. Als Leser fühlt man sich wie in Watte gepackt, seltsam außen vor und immer mit dieser unglaublichen, aber auch nervenaufreibenden Ruhe. Man wird nicht in das Geschehen miteinbezogen oder gefesselt. Es fiel mir überhaupt nicht schwer, das Buch aus der Hand zu legen und eine Pause zu machen. Erwartet hatte ich mir gute und spannende Unterhaltung, ich war sogar schon auf der Suche nach weiteren Büchern der Autorin bevor ich mit dem Lesen begann. Jetzt hat sich dies zum Gegenteil gewendet und Enttäuschung hat sich breit gemacht.

Ein weiteres Problem, das sich mir hier stellte, ist, dass für mich nicht erkennbar war, dass es eine Dystopie sein soll. Von den typischen Charakteristiken einer Dystopie ist hier nichts vorhanden und so wird eine wirklich schöne und ausbaufähige Idee verschenkt. Ich habe bei jedem Umblättern auf eine Überraschung gewartet, auf eine Wende in der Handlung, eingetreten sind diese jedoch nicht. Störend war ebenso das Fehlen von Anführungszeichen bei Gesprächen, man wusste nie wo Gedanken in geführte Gespräche und umgekehrt übergingen, es war schwierig Handlung von Gesagtem zu trennen. Ich musste manche Stellen sogar doppelt lesen, weil ich nicht verstehen konnte, wie Lyn etwas Bestimmtes sagen konnte, bis sich dann heraus stellte, dass sie es gedacht hat. Das war mehr als nur verwirrend und störte zusätzlich den Lesefluss.

Abschließend bleibt zu sagen, dass Girl in the Arena für mich keinen Sinn ergab. Beweggründe blieben im Unklaren, eine Auflösung des Konflikts wurde höchstens angedeutet, aber nicht umgesetzt. Vielmehr wirkt das ganze Werk, wie ein Versuch ein Buch darzustellen, aber es hat dies noch nicht geschafft. Es wirkt unfertig, die Geschichte nur in den Rohzügen vorhanden und als wäre es irrtümlich zum Druck geschickt worden, hätte aber stattdessen zur Überarbeitung gehört.

Rating: D

Buchinfos:
Paperback, 324 pages
Published September 14th 2010 by Bloomsbury USA
ISBN 9781599905211

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Oh man, das klingt ja nach einem voll schlechtem Buch, dabei klingt der Klapptext wirklich sehr viel versprechend. Schade aber auch

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  2. Hallo Lena!

    ich würde es ja gerne schöner reden, aber dann würde es nicht mehr zeigen, wie enttäuscht ich von dem Buch wirklich bin :( da hätte man so viel mehr daraus machen können und hat eine großartige Chance vertan - wirklich schade drum.

    liebe Grüße

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  3. Oh wei, da hat das Buch bei dir aber sein Fett weggekriegt.
    Ich habe auch schon gelesen, dass es als Tribute von Panem-Abklatsch bezeichnet wurde, dann aber doch anders und sehr gut gewesen sein soll... Wie immer Ansichtssache. Auf meinem Wunschzettel steht es eh nicht.

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  4. Hallo Jasmin :)

    die Panem-Reihe habe ich bis heute nicht gelesen und kann es daher nicht mit diesem Buch hier vergleichen, aber wie du so schön sagtest - es ist Ansichtssache. Ich habe ja auch positive Bewertungen gelesen (darum habe ich es mir ja auch erst gekauft), aber ich kam mit dem Buch leider nicht zurecht...

    liebe Grüße

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