Review: Zwielichtlande. Schattentochter by Erin Kellison

Freitag, 26. August 2011

Description:
Sie ist die Tochter der Schatten und die Hoffnung der Welt.

Nachdem Adam Thorne mit ansehen musste, wie sein Bruder zu einem seelenlosen Geschöpf wurde und ihre Eltern tötete, sucht er nach einem Weg, ihn zu vernichten. Da begegnet er der geheimnisvollen Dr. Talia O’Brian, die schon bald tiefe Gefühle in ihm weckt. Talia ist auf der Flucht vor den Seelenlosen, denn sie gebietet über die einzige Macht, welche die dämonischen Jäger besiegen kann…


Review:
Vor einiger Zeit bin ich bereits über den Namen Erin Kellison gestolpert, habe sogar eine Kurzgeschichte von ihr gelesen (Shadow Touch), die mir, obwohl sie unfertig erschien, doch gefallen hat und bei der ich einen guten ersten Eindruck in diese neue Welt erhielt. Die Charaktere gefielen mir und ich wollte mehr über sie wissen. Der Schreibstil der Autorin fesselte mein Interesse und ich konnte es kaum erwarten, die ersten Teile dazu zu lesen. Gesagt, getan und Schattentochter fand Einzug bei mir. Und dann stellte sich heraus, dass sich Erin Kellison anscheinend mit jedem ihrer Bücher zu verbessern scheint. Denn während ich die Kurzgeschichte mochte (innerhalb der Reihe ist sie zwischen dem 2. und 3. Band einzuordnen), hatte ich mit Band #1 so meine Probleme. Es ist natürlich, dass man mit der Zeit Büchern gegenüber immer kritischer wird oder einem Mängel schneller auffallen, aber mit Schattentochter kam ich über dieses Stadium nie hinaus und meine Notizen wurden immer länger.

Zu Beginn sehen wir den Schattenmann, wie er für die Liebe die Grenzen der Welten überwindet. Diese wenigen Seiten waren so gefühlsintensiv und berührend und genau davon hätte ich ich gerne mehr gesehen und mir auch gewünscht. Stattdessen sehen wir uns Charakteren gegenüber, die nicht wissen, was sie wollen und dementsprechend sprunghaft sind. Dazu gesellen sich emotionale Erpressung, offene Drohungen und eine Beziehung ohne wirklich Grundlage, die ich nicht verstehen konnte. 
Talia hat ihr Leben lang ihr Geheimnis für sich behalten, sich tagelang gegen die Geister zur Wehr gesetzt und wurde dann von ihrem ‚Retter’ bedroht und gefangen gehalten. Was aus Adams Mund kam konnte man nicht trauen, sein innerer Konflikt war für jedermann gut sichtbar und wenn es darum ging eine Entscheidung zu treffen, wählte er die ungünstige und als Leser darf man sich dann mit ihm und seinen Schuldgefühlen auseinander setzen, aber genauso mit dem Wissen, dass er sich in der nächsten Situation gleich verhalten wird. Die Gefühle zu denen er fähig ist, sind fast nur negative und ich konnte bei Talia einfach nicht nachvollziehen, wieso sie ausgerechnet ihm ihr Vertrauen schenke, wenn er sich doch immer wieder als 'unwürdig' erwies. Wie kam also diese Beziehung zustande, wenn man sie überhaupt als solche bezeichnen kann? In dieser Hinsicht bleibe ich mit einer Menge offener Fragen zurück und wenn man bedenkt, dass sich der zweite Teil der Reihe um ein anderes Pärchen drehen wird, bin ich nur noch enttäuschter. Für mich gibt es hier kein Sich-einander-nähern, kein Kennen lernen, kein Austauschen und Reden und auch keine Grundlage auf der sie aufbauen und ihre Gefühlte vertiefen können. Was die Autorin im einführenden Kapitel rund um den Schattenmann so hervorragend schaffte, gelingt ihr nicht wieder und so ist diese erste kurze Liebesgeschichte auch die einzige, die man als Leser miterleben darf.

Bei den übrigen Protagonisten handelt es sich in erster Linie um Wissenschaftler, Diskussionen liegen ihnen näher als Taten, von aktiven Kämpfen möchte ich gar nicht erst reden. Wenn es zu solchen Szenen kam, dann war das Endergebnis nicht selten Flucht anstatt Angriff. Die Grundidee hinter diesem Buch fand ich nicht nur sehr interessant, sondern sie löste eine große Neugierde aus. Wie viele Geschichten gibt es denn schließlich, die sich um Banshees (Todesfeen) drehen? Im Ansatz wirklich fesselnd, aber im Endeffekt blieb dieser Aspekt leider oberflächlich und hätte noch viel stärker ausgebaut werden können. Eben weil es kaum Bücher mit Banshees als Protagonisten gibt, hätte die Autorin hier eine fantastische Welt erschaffen können, denn ihr standen alle Möglichkeiten offen.

Ich hatte in dieses Buch sehr große Erwartungen gesetzt und umso höher diese oft sind, umso tiefer fällt man. Und genau das war hier der Fall. Glaubt mir, fast zwanghaft wollte ich, dass mir Zwielichtlande - Schattentochter gefällt. Mein Urteil stand beinahe schon im Vorhinein fest und wenn die Geschichte auch nur ansatzweise besser gewesen wäre, mit Charakteren, deren Gefühle und Taten man verstehen kann, denen man sich nahe fühlt, ja dann wäre mir diese Rezension um einiges leichter gefallen. Es ist nie leicht Worte zu finden, die die Enttäuschung widerspiegeln, die man beim Lesen erlebt hat. Und auch hier musste ich lange überlegen, wie und was ich sagen möchte. Denn an sich ist das Buch nicht schlecht, in seiner Grundstruktur sogar interessant, aber leider fehlte das Besondere bei der Umsetzung. Alles in allem ein nettes Buch für zwischendurch, das man sicherlich besser genießen kann, wenn die Erwartungen realistischer angesetzt sind. Ob ich der Fortsetzung eine Chance geben werde, kann ich jetzt noch nicht sagen - das wird wohl eine spontane Entscheidung werden.

Rating: C

Vielen ♥-lichen Dank an den Egmont Lyx Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Buchinfos:
Kartoniert mit Klappe, 384 Seiten
Published by Egmont Lyx, August 2011.
ISBN 9783802584718
Series: Shadow #1 (OT: Shadow Bound)

Inhalt und Cover © Egmont Lyx.

Kommentare:

  1. Irgendwie kommt mir das Cover in ähnlicher Weise von einem Buch aus meinem Bücherregal bekannt vor. Wenn ich mal nachher Zeit habe gehe ich mal durch und gucke mal, ob ich es finde... Diese Covergleichheit ist doch erschreckend monton gehalten. -.-

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  2. Wirklich? mh, aufgefallen ist es mir sonst noch nirgends, aber oft sehe ich das auch nicht.
    Und momentan sehen ja fast alle Cover irgendwie gleich aus bzw. sind ähnlich aufgebaut. Wirklich absetzen tut sich kaum noch was :/
    liebe Grüße

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  3. Warum schlechtes Gewissen? ;-) Ich habe die Rezi kürzlich beendet, auch wenn es etwas dauern wird, ehe sie in den Blog kommt. Aber ich kann sagen, dass es eines der schlechtesten Bücher ist, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Schon die Grundidee, obwohl die nett ist, funktioniert nicht. Die Liebesgeschichte ... na ja das schreibst Du ja auch. War bei mir ein Spontankauf, das mache ich nie wieder.

    @animasoul:
    Mir ist auch, als würde ich das Cover kennen. Aber vielleicht liegt es nur an der Kapuze? Die ist ja momentan auf jedem zweiten Cover zu sehen.

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  4. Ein schlechtes Gewissen wohl auch, weil ich kaum was Positives zu dem Buch sagen kann und das tut mir immer Leid ;) und die Leseprobe versprach ja leider ein ganz anders Buch *seufz*
    Na dann werde ich mal geduldig warten, bis deine Rezi online kommt. Schade, dass es für dich eine noch größere Enttäuschung war :(

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  5. Nur gut, dass ich heute doch lieber "Zweilicht" statt "Zwielichtlande" mitgenommen habe. Ich stand nämlich bestimmt 5 Minuten im Buchladen und hab hin und her überlegt, weil ich doch fand, dass sich das Buch sehr gut anhörte.
    Jetzt bin ich vorgewarnt und das Buch wandert auf meiner Wunschliste erstmal gaaaanz weit nach hinten ;)

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  6. @ Melanie:
    Wirklich nicht? Diese Kapuzen gehen doch zur Zeit wirklich um. "Süsser Mond" von Rachel Howthorne hat fast das gleiche Cover. Naja, die beide Folgebände dazu sehen ebenfalls ähnlich aus. Hier der Link zu der Beschreibung:

    http://www.amazon.de/S%C3%BC%C3%9Fer-Mond-Die-dunklen-W%C3%A4chter/dp/3442473039/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1314372114&sr=8-1

    @ Soleil:
    Meinst du vielleicht auch "Süsser Mond" von R. Howthorne oder ein anderes Buch??

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  7. @Jasmin: siehste, dein Unterbewusstsein hat dir schon den richtigen Weg gezeigt ;)

    @Mandy: also Kapuzen fallen mir schon auf, weil man die wirklich auf jedem Cover zu sehen bekommt, dass auch nur ansatzweise was mit Fantasy zu tun haben könnte und auch außerhalb dieses Genre. Ich meinte eher, dass mir diese bestimmte Konstellation (also genau dieses Mädchen) jetzt nicht bekannt vorkommen würden...
    liebe Grüße

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  8. Hm... Ich weiss aber das ich genau dieses Covermodel.in exakt dieser Pose mit Kapuze so schon gesehen habe, nur nicht mehr auf welchem Buch. Aber ist ja auch egal, da ich das Buch net auf dem Radar habe und dank dir auch zur Freude meines SuBs ignorieren kann. ;-)

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  9. Vielleicht stolperst du ja so mal über das andere Cover und dann fällt dir dieses hier auch wieder ein ;)
    ist zwar nicht so schön, deinen SuB auf diese Art zu beeinflussen, aber es wird auch wieder anders kommen *g*
    liebe Grüße

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  10. @animasoul:
    Eigentlich nicht. Aber wo auf phantatischer Literatur ist denn momentan KEINE Kapuze drauf? ;)
    Ich bin mir auch irgendwie sicher, dass ich das Covermodel kenne und weiß auch nicht woher.
    So etwas ähnliches gibt es hier:
    http://www.droemer-knaur.de/buecher/Nacht.6303806.html

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