Review: Das verbotene Eden. David und Juna by Thomas Thiemeyer

Freitag, 9. September 2011

Description:
Männer und Frauen.
Feuer und Wasser.
David und Juna.
Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer...

Review:
Ein Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen einer hoch entwickelten Kultur und einer, die sich durch die Natur selbst versorgen kann und nicht länger auf Technik angewiesen ist. Zudem aber auch zwei Gruppen, deren Überleben ohne die jeweils andere nicht möglich ist. Hass und Vertrauen, das Überwinden von Vorurteilen und Grenzen. Das alles findet sich in Das verbotene Eden. David und Juna von Thomas Thiemeyer wieder. Selten konnte mich ein deutscher Autor von Anfang an so überzeugen wie er es vermochte und Thiemeyer hat mein Interesse bereits mit dem Klappentext geweckt. Die Charaktere können überzeugen, sind facettenreich und keineswegs farblos. Gleichzeitig handeln sie wohlüberlegt und nicht überstürzt, womit sie der Handlung bei aller Spannung auch eine gewisse Ruhe verleihen. Shakespeares Romeo und Julia spielt für das Buch eine große Rolle und vermittelt den Protagonisten, wie die Welt sein könnte und gibt ihnen auch den Mut Veränderungen herbei zu führen.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, die nicht nur passende Titelbezeichnungen haben, die dem Leser eine klare Struktur vermitteln, sondern die auch die Entwicklung der Handlung und jene der Protagonisten sehr gut verdeutlicht. Das Hauptaugenmerk bei dieser Geschichte darf man sicherlich auf das zweite und letzte Drittel legen, denn erst hier nimmt sie an Fahrt auf. Wer also im ersten Drittel Längen feststellt und denkt diese würden sich auf das gesamte Buch erstrecken, der hat sich geirrt und sollte ihm noch eine Chance geben und weiter lesen. Zudem finde ich diesen Einführungsabschnitt auch sehr wichtig, weil wir hier erst die Grundstrukturen der Welt und der einzelnen Gesellschaften kennen lernen.
Zum dystopischen Element wird hier ein Virus, das dafür sorgte, dass sich Männer und Frauen nicht mehr zueinander hingezogen fühlen. Das System von weltweiter Vernetzung und Mobilität brach auseinander, die Schuld wurde dem jeweils anderen Geschlecht gegeben und der Hass hatte Jahrzehnte um sich zu schüren. Es gibt nur wenige Menschen, die sich noch an die Zeit vor dem Virus erinnern können, und ihre Schilderungen stoßen oft auf taube Ohren. Abkommen werden gebrochen, aber als Leser fühlt man mit beiden Seiten mit, zumindest bis man sie näher kennen lernt. Sowohl Juna als auch David zeigen sich offen gegenüber neuen Vorstellungen und dem anderen Geschlecht. Sie sind bereit zuzuhören und sind nicht voreingenommen. Lange Gespräche sorgen für eine Vertrautheit und stellen die Basis ihrer Beziehung dar. Bis sie sich blindlings vertrauen können, haben sie so manche Hürde zu meistern und müssen ebenso die Entscheidung treffen, wer für sie wichtiger ist: der jeweils andere oder ihre bekannten Bezugspersonen und Verbände.
Insgesamt gesehen hat das Buch für mich kaum Schwächen, Punkteabzug gibt es nur für den etwas schwächeren Beginn. Die Erklärung zu Beginn des Buch, wie hilflos die Menschheit ohne Strom, Gas und Öl und wie schnell sie dadurch um Jahrhunderte in ihrer Entwicklung zurückgeworfen wäre, ist erschreckend, aber nicht so abwegig. Realistisch ist diese Vorstellung zumindest in ihren Grundzügen allemal, die Geschichte um diese Idee konnte der Autor sehr gut aufbauen und überzeugen.

Bei der Gestaltung des Buches hat man sich ebenfalls viel Mühe gegeben. So findet sich zum Beispiel auf der Innenseite des Buchrückens eine Landkarte, die dem Leser hilft sich besser in diesem Gebiet zu Recht zu finden. Und obwohl einem das Covermodell bekannt vorkommt, so kommt sie meiner Vorstellung Juna doch recht nahe.
Wer nun denkt, er möchte nicht wieder eine neue Reihe beginnen und streicht deshalb das Buch wieder von seiner Liste, dem sei gesagt, dass er das nicht zu tun braucht. Das verbotene Eden. David und Juna kann wunderbar als Stand Alone bestehen. Um ehrlich zu sein, erfuhr ich erst zum Schluss des Buches, dass es weitere Bände geben wird. Diese beschäftigen sich jedoch mit neuen Protagonisten und der Handlungsstrang hier wird zur Gänze abgeschlossen. Zumindest blieben für mich keine Fragen übrig, nur die reine Neugierde, auf welchen Aspekt sich der Autor wohl in der Fortsetzung konzentrieren wird.

Rating: B+

Vielen ♥-lichen Dank an Buchbotschafter und den PAN Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Buchinfos:
Gebundene Ausgabe, 464 Seiten
Published by PAN Verlag, August 2011.
ISBN 9783426283608
Serie: Das verbotene Eden #1

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Ich lese das Buch gerade und bin super begeistert. Ich kann es gar nicht mehr aus der Hand legen :-) Sehr schöne Rezi.

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  2. Dankeschön, Ivi. Und ich freu mich, dass dir das Buch auch so gut gefällt und auf das Ende kannst du noch neugierig sein, da wird es noch mal so richtig spannend und rasant - viel Spaß beim Weiterlesen!

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