Review: Die Dämonenfängerin. Aller Anfang ist Hölle by Jana Oliver

Montag, 19. September 2011

Description:
Die siebzehnjährige Riley, einzige Tochter des legendären Dämonenfängers Paul Blackthorne, hat schon immer davon geträumt, in seine Fußstapfen zu treten. Jetzt ergreift sie die Chance, sich zu beweisen... Im Jahr 2018 hat Luzifer die Zahl der Dämonen in allen größeren Städten erhöht. Wenn sie nicht mit ihren Hausaufgaben beschäftigt ist oder mit ihrer wachsenden Zuneigung zum engelsgleichen Dämonenfänger-Azubi Simon, ist Riley in Atlanta unterwegs, um geplagte Bürger vor Höllenbrut zu bewahren – nur Dämonen ersten Grades natürlich, gemäß den strikten Regeln der Zunft. Das Leben ist so alltäglich, wie es nur sein kann für eine ganz normale Siebzehnjährige. Aber dann ruiniert ein mächtiger Geo-Dämon fünften Grades Rileys Routineauftrag in einer Bibliothek und bringt ihr Leben in Gefahr. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, trifft eine unvorhergesehene Tragödie die Fängerzunft. Nun hat Riley eine gefährlichere Zukunft vor sich, als sie sich jemals vorzustellen vermocht hat.

Review:
Wenn die Erwartungen hoch sind, es aber fast nur gegensätzliche Meinungen zu einem Buch gibt ist es schwierig objektiv zu bleiben. Denn das beginnt schon bei der Entscheidung, ob man ein Buch lesen möchte. So ging es zumindest mir – als ich noch keine Rezensionen kannte bzw. keine Wertungen, da ich Rezensionen meistens nicht lese, wenn ich das Buch selbst noch nicht kenne, war ich von Die Dämonenfängerin sofort fasziniert. Der Klappentext alleine weckte meine Neugierde, das Cover tat sein Übriges und ich konnte Jana Olivers Werk nicht mehr vergessen. Dann kamen erste Zweifel auf, als ich negative Bewertungen zu sehen bekam. Davon wollte ich mich jedoch nicht einschränken lassen und nun im Nachhinein bin ich froh darüber, meinem ersten Eindruck vertraut zu haben. Wer ähnliche Überlegungen angestellt hat, sollte einfach seinem Bauchgefühl vertrauen und sich hier überraschen lassen.

Von der Grundidee gefällt mir der Aufbau dieser Welt relativ gut und obwohl uns die Autorin in so manchen Bereichen noch im Dunkeln lässt und man fast schon das Gefühl hat, dass einem absichtlich Informationen vorenthalten werden, so ist doch eine stabile Grundlage für diese Reihe geschaffen worden. Obwohl ich mir tiefer gehende Erklärungen gewünscht hätte, so kann ich doch verstehen, dass Leser nicht mit Informationen überschwemmt werden sollen. Diese neue Welt ist komplex und vielschichtig und erst mit der Zeit wird man die einzelnen Eben zu unterscheiden wissen. Bis dahin ist gute Unterhaltung auf jeden Fall gegeben. 

Die Autorin legt Wert auf Details, beschreibt ihre Welt und deren Bewohner sehr genau, sodass man sie sich gut vorstellen kann. Einzig bei Becks Dialekt war mir der Schreibstil dann doch zu genau, erschwerte mir stellenweise sogar das Lesen und unterbrach den Lesefluss. Ab und zu musste ich zweimal überlegen, was die Autorin nun mit einer von Becks Aussagen gemeint hat. Bei so manch anderer Autorin stört(e) mich die Einbeziehung eines Dialektes nicht und obwohl er hier deutlich zeigte, woher Beck stammt, so empfand ich ihn nicht als unbedingt notwendig, vielmehr sogar als störend. Die Charaktere (bis auf Rileys Schulfreund, mit dem ich mich leider bis zum Schluss nicht anfreunden konnte) sind interessant und vielschichtig gestaltet, auch wenn sich die Autorin so mancher Klischeevorstellungen bedient. Einfach zu durchschauen sind die wenigsten von ihnen, was einerseits zu Stimmungsumschwüngen bei den einzelnen Protagonisten führt, andererseits aber auch die Spannung erhöht. So mancher hat eine schwere Vergangenheit hinter sich, wirkt älter, als es tatsächlich der Fall ist und hat seine ganz persönlichen Gründe fürs Dämonenfangen. Unterschiedlicher könnten die männlichen Charaktere kaum sein, was hier auch den Reiz ausmacht und mit jedem verbindet Riley etwas Besonderes. Liebe spielt in Die Dämonenfängerin zwar eine Rolle, nimmt aber nicht Überhand und recht schnell ist klar, für welchen der Männer sich Riley entscheiden wird. In dieser Hinsicht kann sich die Autorin also voll und ganz auf die Handlung an sich konzentrieren.

Das Buch stellte mich aber auch vor eine große Herausforderung – denn ich bin neugierig und kann es in den wenigsten Fällen abwarten, bis etwas Bestimmtes geschieht. Bei Die Dämonenfängerin war das nicht anders, ich befand mich in einem Dauerzustand des Wartens auf... ja auf was eigentlich? Der Beginn war sehr viel versprechend und wir konnten die Heldin hautnah bei ihrer Arbeit erleben. Dieses Spannungsniveau wurde jedoch nur kurz hoch gehalten und es folgte Erklärungen und Erläuterungen. Bei jedem Umblättern dachte ich, dass es gleich so weit sein würde und ich jetzt das zu lesen bekommen würde, worauf ich so lange gewartet hatte. Ich wollte überrascht werden, wollte Spannung und Action sehen und eine Protagonistin, die über sich selbst hinauswächst und sich weiterentwickelt. Gewartet habe ich hier aber leider recht lange. Vielmehr war ein Großteil des Buches, obwohl es nett und unterhaltsam zu lesen war, manchmal sogar tränenreich, fast schon eintönig und die Gefühlslage änderte sich kaum. Jeder schien festgefahren und nicht aus sich raus zu können. In Gedanken waren sie bereits einige Schritte weiter, aber in der Realität kamen sie mit der Entwicklung nicht hinterher. 
Erst ab der zweiten Hälfte konnte mich die Autorin von ihrem Talent überzeugen. Hier nahm die Handlung an Geschwindigkeit zu, wurde spannender und überraschender und Versprechen an die Leser wurden nun eingelöst. Man bekommt eine Heldin zu sehen, die endlich jene Erwartungen erfüllt, die an sie gestellt wurden seit Dämonen sie mit ihrem Namen ansprechen. Von ihrem Familienerbe, sollten man dies als solches bezeichnen können, weiß sie noch nichts und es wird sehr interessant werden, wenn wir erst erfahren, was sich so alles im Hintergrund abspielt bzw. abgespielt hat. Das halboffene Ende wiederum lässt mich ungeduldig und neugierig zurück, viele Fragen bleiben unbeantwortet und man darf auf die Fortsetzung hoffen.

Jana Oliver kann im YA Bereich und darüber hinaus durchaus überzeugen und neben anderen Autoren bestehen. Alles in allem bin ich froh dieses Buch nicht ignoriert zu haben und werde die Fortsetzung mit Spannung erwarten. Andeutungen haben meine Neugierde geweckt und diese möchte natürlich gestillt werden.

Rating: B

Vielen ♥-lichen Dank an den Fischer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Buchinfos:
Hardcover, 537 Seiten
Published by Fischer FJB, September 2011.
ISBN 9783841421104
Series: The Demon Trappers #1 (OT: The Demon Trapper’s Daughter)

Inhalt und Cover © Fischer Verlag.

Kommentare:

  1. Das klingt doch richtig gut, ich glaube dieses Buch werde ich mir auch bald mal kaufen :)

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  2. Ich hab das Buch letztens mit dem Aufkleber "Beste Serie der Welt" entdeckt. Fand ich ja ein bisschen großspurig.^^

    Hab jetzt schon einige Rezis zu dem Buch gelesen, aber weiß immer noch nicht, ob ich es lesen möchte. Nach deiner Rezi wohl eher ja, aber nach manch anderen gar nicht... Na ja, wenn dann wirds ein Spontankauf.

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  3. @Elle: mach das ;) da wünsch ich dir ein tolles Lesevergnügen!

    @Lena: ich würde dir raten, einfach mal reinzulesen im Geschäft oder die Leseprobe zu lesen (hier: http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_978-3-8414-2110-4.pdf)

    wie gesagt, das Buch hat ein paar Startschwierigkeiten und wird erst ab der Hälfte besser, aber das muss jeder für sich entscheiden ;) als Beste Serie würde ich sie nicht bezeichnen (zumindest noch nicht jetzt), aber als ausbaufähig allemal...
    liebe Grüße

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  4. Hm... tja, ich kann mich einfach nicht durchringen, dieses Buch zu kaufen. Obwohl es ja originalsprachlich auf meinem WZ ist.

    Hach... ich warte einfach mal ab und ärgere dich demnächst mit eBook-Bewertungen... *gg*

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  5. Huhu Mandy,
    lass dich nicht drängen, das Buch zu kaufen - da muss man wirklich in der richtigen Stimmung dafür sein. Und wenn du dich nicht entscheiden kannst, dann probier lieber mal Faith Hunter oder Ilona Andrews aus ;)

    vor deinen Ebook-Bewertungen fürchte ich mich eh schon ein bisschen, denn du wirst hier sicherlich so manches tolles Buch gefunden haben, das es nur als Ebook gibt. Ich sehe schon, wie ich noch mehr Zeit vor dem Laptop verbringe um mich durch die Ebooks zu wühlen, obwohl ich das doch gar nicht so mag *lach*
    liebe Grüße

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