Review: Hexenzirkel by Linda Robertson

Samstag, 3. September 2011

Description:
Nachdem die Hohepriesterin des Hexenzirkels von Cleveland, Ohio, unter rätselhaften Umständen verschwunden ist, soll sich Persephone Alcmedi um ihren Posten bewerben. Nur unter Vorbehalt willigt Seph ein sie fürchtet, dass die anderen Hexen hinter die Geheimnisse kommen könnten, die sie vor ihnen verbirgt: Da wäre zum einen Sephs Verbindung zu dem äußerst mächtigen Vampir Menessos. Kurz darauf wird einer der Anwärter auf den Posten der Hohepriesterin ermordet. Zusammen mit ihrem Geliebten, dem Werwolf Johnny, muss Seph herausfinden, wer hinter dem Mord steckt...

Review:
Der Vorgängerband ließ mich neugierig zurück, die Charaktere hatten mich überzeugen und für sich einnehmen können und ich war gespannt, wie es weitergehen würde. Nach einer längeren Wartezeit auf Band 2 musste ich aber leider feststellen, dass ich die Geschichte bei Weitem nicht mehr so gut in Erinnerung hatte, wie gedacht und so waren erstmal einige Kapitel notwendig um wieder in die Handlung rein zu finden, die übrigens kurz nach den Ereignissen des ersten Bandes einsetzt. Ich blieb damals ja mit vielen Fragen zurück, auf die ich mir nun eine Antwort erhoffte. Doch es sollte anders kommen, als gedacht.

Dreh- und Angelpunkt von Hexenzirkel ist das Eximium, ein Wettstreit durch den die nächste Hohepriesterin gefunden werden soll. Sephs Teilnahme daran ist kaum als freiwillig zu bezeichnen, doch findet sie auch einen persönlichen Grund sich Mühe zu geben. Dieser Grund erscheint zum Schluss hin jedoch als unwichtig und man fragt sich, warum es überhaupt an Seph gewesen sein soll darüber zu entscheiden. Zu den Protagonisten selbst blieb eine gewisse Distanz aufrecht, die sich nicht legen wollte und Verbundenheit kam diesmal gar nicht erst auf. Die wenigen Informationen, die wir erhalten scheinen mir kaum ein ganzes Buch wert zu sein oder aber ich übersehe hier etwas Wichtiges. Ansonsten ist das Buch zwar unterhaltsam, aber am Ende stand ich da mit der Frage, worin der Sinn liegt. Wäre das Ende anders, so würde ich es noch verstehen, aber so wirkt es eher wie jede Menge Aufwand für nichts. Zumindest einige wenige humorvolle Szenen lockerten das Eximium auf und sorgten für zeitweise Unterhaltung.

Im Endeffekt bleibe ich aber mit den gleichen Fragen zurück, es gesellen sich sogar noch welche dazu und ich könnte nicht behaupten, hier eine Entwicklung gesehen zu haben. Vielmehr fühlte ich eine Entfremdung von Johnny, der mir im 1. Band noch so sympathisch war. Hier versteckt er sich hinter Geheimnissen und Andeutungen und ist zudem schwer einschätzbar. Erst zum Ende hin klärt sich zumindest in dieser Hinsicht ein bisschen was auf, was aber auch durch ein klärendes Gespräch zu Beginn des Buches möglich gewesen wäre. Diese Anspannung hätte nicht nur verhindert werden können, so wurde Johnny auch eine entscheidende Rolle verwehrt, die das Buch verbessern hätte können. Überhaupt konzentriert sich Hexenzirkel nur auf Seph, kaum einem anderen Charakter wird solch eine Rolle zuteil und damit bleiben die sie leider auch farblos und oberflächlich. Das Ende selbst, das eigentlich auf weitere Bücher neugierig machen sollte, verfehlt diese Wirkung und statt diese doch wichtige Verkündung hervor zu heben und einen Schockmoment auszulösen, geht sie fast unter und man fragt sich wirklich, wieso so viel Aufwand um dieses Thema betrieben wurde. Viele Dinge werden nur angedeutet, man weiß, dass sie irgendwann wohl noch wichtig werden, aber hier scheinen sie aus dem Zusammenhang gerissen und unnötig.

Im Vergleich zu Band #1 hat Hexenzirkel stark nachgelassen, all die interessanten Nebencharaktere spielen kaum eine Rolle und es gibt extreme Längen, die das Lesevergnügen nicht steigern. Dem dritte Teil werde ich noch eine Chance geben und hoffe, dass die Autorin zu ihrer alten Form zurückkehrt, ansonsten dürfte es das für mich gewesen sein. Abschließend kann ich nur sagen, dass hier viel Potential verschenkt wurde und das nicht nötig gewesen wäre, Linda Robertson hätte nämlich viel mehr daraus machen können – schade.

Rating: C-

Buchinfos:
Kartoniert mit Klappe, 384 Seiten
Published by Emgont Lyx, August 2011
ISBN 9783802583520
Series: Persephone Alcmedi #2 (OT: Hallowed Circle)

Inhalt und Cover © Egmont Lyx.

Kommentare:

  1. Oha! Gut, dass ich die Serie nicht angefangen hatte – ich hätte mir den ersten Band fast geholt!

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  2. Irina, ich würde dir momentan eher zum Abwarten raten. Wenn Teil 3 wieder besser werden sollte, kannst du die Reihe immer noch lesen, ansonsten gäbe es wohl bessere Bücher, die sich mehr lohnen gelesen zu werden ;)
    liebe Grüße

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  3. Ja, so denk ich mir das auch! :)

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