Review: Tochter der Schatten by Mona Vara

Montag, 31. Oktober 2011

Description:
Schon in ihrer Kindheit ahnt Gabriella, dass sie anders ist: Früh erkennt sie, dass es jenseits der »normalen« Welt noch eine zweite gibt, eine, die den Sterblichen für gewöhnlich immer verschlossen bleibt. Aus Andeutungen ihrer Mutter weiß Gabriella auch, dass sich um ihre Herkunft ein Geheimnis rankt. Als Erwachsene gewöhnt sie sich daran, dass sie immer einsam ist – bis sie Darran kennen lernt, einen Grenzgänger, der ein schemenhaftes Zwischenreich, die »Graue Welt«, bewohnt. Bei Darran fühlt Gabriella sich erstmals beschützt und zu Hause. Doch die Liebe zwischen ihnen wird in Darrans Welt nicht gern gesehen. Und Gabriella steht eine Entdeckung bevor, die ihr gesamtes Leben infrage stellt – und eine Beziehung zu Darran nahezu unmöglich macht...

Review:
Mona Vara ist für mich eine neue Autorin, von der ich bis jetzt noch nichts gelesen habe. Das mag daran liegen, dass ich mit dem Schreibstil deutscher Autorin nicht immer klar komme. Ich kann es nicht genau definieren, aber schon nach wenigen Seiten weiß ich, ob das Buch übersetzt oder von einer deutschen Autorin geschrieben wurde. Das mag am Satzbau oder auch an der Ausdruckweise liegen, ich weiß es nicht, aber dieses Etwas hat leider schon in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass ich diese Bücher nicht richtig genießen kann. Von Mona Vara wollte ich mich dennoch überraschen lassen, sind ihre anderen Bücher doch durchaus beliebt bei den Lesern. Für mich sollte es leider anders kommen. Ich hatte schon einige Kapitel gebraucht um mich überhaupt in der Geschichte zurecht zu finden und mich mit den Charakteren zu identifizieren. Die Autorin hat hier ein neues Genre ausprobiert, mit ihren anderen Werken kann ich Tochter der Schatten jedoch nicht vergleichen, weil ich diese nicht kenne und wohl auch nicht kennen lernen werde.

Die Charaktere hätten so interessant und vielschichtig werden können, zumal sich die Autorin im Wesentlichen auf Gabriella und Darran konzentriert und die anderen außen vor lässt. Aber auch bei diesen beiden hat es lang gedauert, bis ich eine Verbindung aufbauen konnte. Mit Darran haben wir sogar zwei Persönlichkeiten vor uns – einmal den einfühlsamen Mann, der zuhört und sich Gabriella auf eine direkte, aber auch unschuldige Art und Weise nähert. Die Beziehung zwischen ihnen entwickelt sich langsam, Vertrauen und Nähe werden zu wichtigen Bestandteilen dieser. Sind sie dann in Darrans Welt ändert sich vieles, er zeigt sich ihr gegenüber eher kurz angebunden und bleibt auf Distanz. Während ich also in der ersten Hälfte gut verstehen konnte, worauf ihre Beziehung aufbaute und die Anziehungskraft zwischen ihnen spürte, so war für mich der Reiz in der zweiten Hälfte verloren. Diese Welt, die gezeigt wird, ist zwar recht interessant, bleibt aber auch oberflächlich. Ihre Grundlagen werden nur ansatzweise erklärt, vieles muss man sich als Leser selbst dazu denken oder eventuell auf eine Fortsetzung warten, wenn man nähere Informationen haben möchte. Die Dynamik, die in dieser neuen Welt herrschte und ihre Regeln verstand ich bis zum Schluss nicht richtig und hätte hier gerne mehr davon gelesen.

Überhaupt ist das Buch ein merkwürdiger Mix aus zwei Geschichten, von denen mir die Erste, die in unserer Welt spielte und bei der wir Darran nur als Geist kennen lernten, um einiges besser gefiel. Die paranormalen Aspekte, die hier nur im Ansatz zu sehen waren, hatten genau zur Stimmung gepasst und es ergab sich eine zarte und liebevolle Geschichte. Natürlich war sie nicht ohne Konflikte und die Bedrohung war bereits bemerkbar. Richtig umgesetzt wurde diese Bedrohung aber erst in der zweiten Geschichte, wo man sich Charakteren gegenüber sah, zu denen man zum einen vorher keine Beziehung aufbauen konnte, weil man sie nicht kannte und zum anderen überrascht von ihnen war, weil sich bekannte Protagonisten gegen ihre bisher gezeigte Natur verhielten. In der zweiten Geschichte spielte das paranormale Element eine viel größere Rolle, die Charaktere traten in den Hintergrund und die Autorin versuchte nun, diese neue Welt auf nur noch gut 200 Seiten so zu konstruieren, dass man sich in ihr wohl fühlen konnte. Vielem in Amisaya, der Heimat von Darran, fehlte es an einer Grundlage, Erklärungen tauchten von irgendwo her auf und auch der finale Kampf kann nicht als solcher bezeichnet werden. Mir hätte es besser gefallen, wenn sich die Autorin für einen Stil entschieden hätte, denn so fühle ich mich nur entzwei gerissen.

Alles in allem ein nettes Buch für zwischendurch, für mich aber nicht mehr. Die Neugierde, weitere Bücher der Autorin zu lesen, ist leider auch nicht aufgekommen, so dass es wohl bei diesem einen Versuch bleiben wird. Wer andere Bücher der Autorin schon gelesen hat und begeistert war, sollte Tochter der Schatten aber eine Chance geben, auch wenn es anders als ihre übrigen Bücher zu sein scheint.

Rating: C-

Buchinfos:
Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten
Published by Heyne, Oktober 2011
ISBN 9783453408852

Inhalt und Cover © Heyne.

Kommentare:

  1. Ich bin ja trotzdem immer noch fest entschlossen, das Buch zu lesen. :) Mir wurde trotz meiner großen Skepsis gesagt, die Autorin sei recht gut und man könne sie empfehlen. Mal sehen, ob und wann mir das Buch über den Weg läuft. Kaufen würde ich es wohl auch nicht extra, aber wenn's halt mal zum Tausch wo liegt.
    Deutsche Autoren insgesamt habe ich in letzter Zeit wieder schätzen gelernt. Man muss halt nur die richtigen aussieben :) (Aber das ist ja bei den Übersetzungen auch nicht anders.)

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  2. Hmm...ich habe bisher schon ein paar Romane von Mona Vara gelesen und fand sie alle super, aber deine Rezi macht mich ja echt skeptisch. Besonders wenn sie ein neues Genre ausprobiert hat. Vielleicht lese ich erst einmal ihre älteren Bücher und probiere mich dann an "Tochter der Schatten", obwohl es mich schon interessieren würde, ob mir der Roman gefällt. xD

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  3. @Soleil und Lucina: es kann schon sein, dass ihre vorherigen Bücher besser (oder anders) waren, aber ich kann da ja leider keinen Vergleich ziehen. Wenn ihr 'Tochter der Schatten' aber lesen solltet, dann würde ich mich auf jeden Fall über eine Rückmeldung freuen, wie es euch denn gefallen hat und ob ich der Autorin doch noch eine Chance geben soll!

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  4. Ich kenn die Bücher der Autorin auch nicht, muss aber zugeben, dass auch bei deutschen Autoren gern einmal etwas skeptischer bin, was irgendwie an deren sprachlicher Umsetzung liegt. Um Übersetzungen versuch ich meist einen Bogen zu machen. Englische Original reihen sich langsam aber sich komplett ihren Weg in mein Regal bzw. auf meinen Reader - ganz zum Grausen meiner Schwester, die nur deutschsprachige Bücher liest. *gg*

    Aber irgendwie würde mich die Geschichte von "Tochter der Schatten" nicht einmal reizen. *schmunzel*

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  5. Übersetzungen gewinnen für mich jetzt erst langsam wieder an Bedeutung, weil ich das Gefühl habe, dass sich die Verlage immer mehr Mühe damit geben. Aber bei manchen Autoren würde ich immer zum Original greifen, weil viele von ihnen ihren ganz eigenen Stil und Humor haben, der nur ganz schwierig zu übersetzen ist. Daher überwiegen bei mir auch die englischen Bücher - zum Teil auch, weil ich nicht immer so lange auf neue Bücher warten möchte bzw. das Pech haben will, wenn eine Reihe im Deutschen mal wieder eingestellt wird.

    *räusper* ich glaube nicht, dass du viel verpasst, wenn du das Buch nicht liest ;)
    liebe Grüße

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