Review: Delirium by Lauren Oliver

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Description:
Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.


Review:
Die Liebe ist eine Krankheit und wird in Lauren Olivers Welt auch als solche behandelt und man versucht sie auszurotten. Keinen Schmerz mehr zu fühlen hört sich erstmal ganz interessant an, aber schon bald wird man feststellen, dass man ohne Liebe auch keine glücklichen Momente erkennen kann, dass Freundschaft an Wert verliert und Zuneigung nicht mehr vorhanden ist. Zudem verlieren jene Charaktere, die sich dem Eingriff unterzogen haben um von der Liebe befreit zu werden, an Gefühlstiefe, wirken kalt und steif. Eine Beziehung konnte ich zu keinem von ihnen aufbauen, einzig Lena, Alex und Hana erscheinen mir wie richtige Menschen, die noch zu Gefühlen fähig sind. Und die süße kleine Grace, die mir ebenfalls schnell ans Herz gewachsen ist und die ich unbedingt wieder sehen möchte.

Lauren Olivers Schreibstil ist flüssig und ruhig, es gibt kaum Gefühlsausbrüche auch wenn man ein paar Mal die Luft anhält vor lauter Spannung. Aber rückblickend gesehen sind diese Momente rar gesät und gleichen das Dahinfließen der restlichen Handlung nicht aus. Die Zukunft verliert für Lena immer mehr an Wichtigkeit, sie denkt nur noch an die Zeit, die sie mit Alex verbringen kann. Ob sie sich für den Eingriff entscheiden soll oder wie dieser ihr Leben verändern könnte, wird für sie mit fortschreitender Geschichte immer unwichtiger. Dazu kommt noch, dass ich nicht herauslesen konnte, warum die Gesellschaft diese Entwicklung durchgemacht hat. Warum wurde Liebe als Gefahr gesehen und was war der entscheidende Moment für einen solchen Wandel? Das sind leider Fragen, die (noch) unbeantwortet bleiben. Die Grundidee gefiel mir zwar, aber an der Umsetzung sollte es dann scheitern. Die Handlung selbst wurde erst zum Schluss hin spannender und rasanter und während ich vorher keine Probleme damit hatte das Buch auch mal zur Seite zu legen, so wollte ich es dann nicht mehr aus der Hand geben. Leider waren es zu wenige Kapitel, die mich so fesseln konnten. Und das Ende kann auch kaum etwas an der Bewertung des Buches ändern. Dafür war es zu kurz und zu schnell vorbei um bei einem Buch von rund 400 Seiten eine Wende darzustellen.

Das Ende an sich hätte ich so gar nicht erwartet, es lässt mich aber auch traurig zurück. Jenen Lesers, die neugierig auf das Buch sind, aber nicht erneut eine Reihe beginnen möchten, kann ich sagen, dass Delirium durchaus ein Ende hat, das als solches so stehen bleiben kann, wenn man auch nicht unbedingt zufrieden damit ist. Gefällt einem die Geschichte nicht so bleibt man trotzdem nicht ungeduldig wartend und nervös zurück, sondern kann das Buch mit einem ruhigen Gewissen für sich beenden. Zum Aspekt der Dystopie möchte ich hier noch erwähnen, dass er mir kaum aufgefallen wäre und ich nicht verstehe, wieso man Delirium als Dystopie vermarkten musste. Es gibt viele tolle Dystopien, Delirium zählt für mich da leider nicht dazu und wäre ohne dieses Element wohl besser dran gewesen bzw. hätte es dann die richtige Leserschaft gefunden. Für mich nur ein weiterer Punkt, der negativ auffällt und mir weitere Bücher der Autorin momentan nicht besonders schmackhaft macht.

Im Original wird die Reihe mit Pandemonium im März 2012 fortgesetzt, Band 3 müsste dann im Februar 2013 erscheinen (das ist der vorläufige Erscheinungstermin!). Termine für die Übersetzungen stehen wohl noch nicht fest, aber ich für alle Fans der Geschichte hoffe, dass sie nicht allzu lange warten müssen. Ob ich die Fortsetzung lesen werde kann ich jetzt noch nicht sagen. Das Ende war zwar wie schon gesagt durchaus ein Ende, wenn auch ein trauriges, aber wirklich wissen muss ich nicht wie es weitergeht. Bei mir wird es sich wohl erst dann entscheiden, wenn es soweit ist und wird davon abhängig sein, wie groß die Neugierde noch ist und an wie viel ich mich vom Inhalt her noch an Delirium erinnern kann.  

Rating: C-

Buchinfos:
Hardcover, 400 pages
Published November 2011 by Carlsen Verlag GmbH
ISBN 9783551582324
Series: Delirium #1 (OT: Delirium)

Inhalt und Cover © Goodreads.com

1 Kommentar:

  1. Hallo!

    Warum Delirium eine Dystopie ist. Ganz einfach, weil alles was zu der Definition gehört auch in der Geschichte um Lena und Alex zu finden ist.
    Definition Dystopie: Eine Dystopie oder Anti-Utopie ist eine Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, die sich zum Negativen entwickelt hat, und stellt somit einen Gegenentwurf zu Thomas Morus’ Utopia dar.
    Eine dystopische Gesellschaft ist in der Regel charakterisiert durch eine autoritäre oder totalitäre Regierungsform bzw. eine Form repressiver sozialer Kontrolle. Typische Charakteristika einer Dystopie: Dem Individuum sind durch mechanisierte Superstaaten jegliche Freiheiten genommen, die Kommunikation der Menschen untereinander ist eingeschränkt oder anderweitig gestört und das Bewusstsein der eigenen Geschichte oder eigener Werte gekappt.
    (Quelle: Wikipedia)
    LG nia

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