Review: Play Dirty by Lorie O’Clare

Donnerstag, 29. Dezember 2011

***Buchwunsch - Wunschbuch Review***

Description: 
Heartthrob bounty hunter Greg King knows how to work it--and he knows that he can have any woman he wants. But there's more to Greg than meets the eye...and he's still haunted by the memory of his beautiful, estranged wife. Much as he's tried to move on, he's never been able to stopped wondering why Haley left him. Or what he could have done to make their marriage better--and make her stay. After putting a vicious criminal behind bars, Haley King had no choice but to leave her loved ones behind and enter the witness protection program. Turns out that, in her new life, Haley has once again found herself in serious trouble--and needs help from the only person she can trust: her husband. Now, as old secrets threaten to tear them apart and danger closes in from all sides, it's up to Greg to keep Haley safe...and convince her that this time, he's playing for keeps.

Review:
Wer dem Buch unbedingt eine Chance geben und es noch lesen möchte, der sollte an dieser Stelle vielleicht besser aufhören zu lesen. Denn das hier wird keine schöne oder positive Rezension. Es waren einfach zu viele Aspekte dabei, die mich gestört haben. Und zum Teil ärgere ich mich auch über mich selbst. Denn hätte ich mir nur ein paar der vorhandenen Rezensionen zu diesem Buch angeschaut hätte ich es mir vielleicht anders überlegt und dieses Buch nicht haben wollen. Wieder eine Lektion gelernt bzw. vertieft, die ich schon lange verinnerlicht haben sollte. Ein Cover sollte halt doch nicht (nur) das Ausschlaggebende sein, wenn man ein Buch kauft. So wie hier bei Play Dirty – das Cover ist wirklich nicht schlecht, zudem die Kombination aus Muskeln und Motorrad. Zumindest ich konnte da nicht widerstehen. Der Klappentext, auch wenn er nicht wirklich richtig ist, aber dazu später noch mehr, verrät uns dann schon etwas mehr. Wir haben hier einen Kopfgeldjäger vor uns, dessen Frau ihn vor sechs Jahren verlassen hat um einen Drogendealer hinter Gittern zu bringen und ihre Familie dabei nicht gefährden wollte. Familie? Ja, ihre zwei Söhne. Die sind inzwischen den Kinderschuhen entwachsen und arbeiten mit ihrem Vater zusammen als Kopfgeldjäger, sie sind ja beide immerhin schon Mitte 20. Und da hat es schon angefangen, dieses merkwürdige Gefühl, das mich lange nicht loslassen wollte. Denn mit erwachsenen Kindern hatte ich absolut nicht gerechnet. An sich habe ich ja kein Problem mit Helden, die schon in ihren 40igern sind, aber hier wollte die Stimmung nicht wirklich stimmen.

Die Charaktere sind leider sehr lieb- und farblos gezeichnet. Überhaupt konzentriert sich das Augenmerk nur auf Greg und Haley, wobei es zwischen den beiden nicht mal einen Konflikt gibt, den es aufzuarbeiten gilt. Und obwohl ihre Söhne in den nächsten Büchern in den Vordergrund treten wurde hier kaum Vorarbeit geleistet für sie. Die beiden unterscheiden sich von der Persönlichkeit kaum voneinander und ich hatte hier leider keine Chance eine gefühlsmäßige Verbindung zu ihnen aufzubauen. Sie werden oft außen vor gelassen, Einsichten in ihre Gedanken und Überlegungen sucht man hier vergebens. Vielmehr stellt das Buch ein kurzes wieder zusammenfinden der Familie dar, danach konzentriert man sich auf dem Bösewicht. Dieser wiederum wirkte am Ende auf mich nur noch verrückt, diese Idee, die er umzusetzen wollte ließ mich das Buch noch merkwürdiger ansehen Für diese abgedrehte Idee war der Handlungsaufbau nicht konzipiert und ich hatte eher den Eindruck, dass dieser Aspekt erst zum Schluss eingearbeitet wurde. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber den klassischen Bösewicht wird man hier ebenfalls nicht finden.

Haley hat ihre Familie vor sechs Jahren verlassen, aus zugegeben guten Gründen, die aber bis auf ihren Ehemann niemand wusste. Als sie nun zurückkehrt wird sie aber mit offenen Armen aufgenommen. Ihre Söhne scheinen es ihr nicht böse zu nehmen, dass sie von Jetzt auf Gleich verschwunden ist und das ohne Erklärung. Noch bevor sie hier die Chance hat ihre Entscheidung zu erklären, wurde ihr schon verziehen und es war so, als wäre sie nie weg gewesen. Ganz ehrlich, aber wenn ich einen Elternteil für sechs Jahre nicht sehen würde, ohne Erklärung, eben noch da, dann weg und nun plötzlich doch wieder hier – ich würde wüten, toben, die Wahrheit verlangen und danach wäre ich immer noch distanziert, weil Vertrauen erst wieder aufgebaut werden muss. Von all diesen Gefühlen ist in Play Dirty nichts zu sehen, vielmehr wird Haley zur eifersüchtigen Ehefrau, die austickt als eine andere Frau ‚ihren’ Mann umarmt. Nach so langer Zeit ohne jeglichen Kontakt hat sie dazu wohl kein Recht mehr, wie ich finde. Von einer langsamen Sich wieder einander nähern und neu kennen lernen Phase bekommt man als Leser leider nichts mit.

Schlussendlich kommt noch dazu, dass auch der Klappentext den Leser in die Irre führt. Zum einen ist Greg gar nicht auf der Suche nach einer anderen Frau, zum anderen wusste er sehr wohl warum Haley gegangen ist, hat sie sogar aus der Ferne beobachtet. Davon, dass Greg Haley beschützen soll, er aber derjenige ist, der immer die medizinische Versorgung braucht fange ich gar nicht erst an.

Wie ihr jetzt leider mitbekommen habt, kann ein Cover mich noch so sehr ansprechen, gut gestaltet und ein Blickfang sein, ich lerne immer öfters, dass ich ihnen nicht mehr vertrauen kann, weil sie falsche Versprechen darstellen. Play Dirty kann durchaus ein gutes Buch sein, wenn die Herangehensweise die richtige ist. Für mich sollte es von Anfang an nicht stimmen und diesen Eindruck zu ändern gelang dem Buch leider nicht. Lorie O’Clare schaffte es leider nicht mehr mich für sich zu gewinnen. Der Handlungsablauf wirkt verwirrend und wird fast schon künstlich in die Länge gezogen. Erklärungen, die nicht unbedingt nötig gewesen wären, finden sich neben neuen Charakteren wieder, die mal eben vorgestellt werden, aber kaum Bedeutung haben. Hier und da noch eine S*exszene um dem Ganzen noch einen Hauch Erotik zu verleihen, zurück bleibt aber nur der Eindruck von ‚Thema verfehlt’. Ein fantastisches Cover, eine für mich Nervenstrapazierende Geschichte, Charaktere, die ich nicht ins Herz schließen konnte und ein Ende, das mich  nur den Kopf schütteln ließ – Play Dirty wird wohl mein erster und letzter Versuch gewesen sein Bücher von Lorie O’Clare zu lesen. Die Fortsetzungen wurden eben, trotz toller Cover, von der Wunschliste gestrichen und bei mir bleibt nur Enttäuschung zurück.

Rating: D

Buchinfos:
Mass Market Paperback, 400 pages
Published September 28th 2010 by St. Martin's Paperbacks
ISBN 9780312372156
Series: The Bounty Hunters #1

Inhalt und Cover © Goodreads.com

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