Review: Shatter Me by Tahereh Mafi

Freitag, 9. Dezember 2011

Description:
Juliette hasn't touched anyone in exactly 264 days. The last time she did, it was an accident, but The Reestablishment locked her up for murder. No one knows why Juliette's touch is fatal. As long as she doesn't hurt anyone else, no one really cares. The world is too busy crumbling to pieces to pay attention to a 17-year-old girl. Diseases are destroying the population, food is hard to find, birds don't fly anymore, and the clouds are the wrong color. The Reestablishment said their way was the only way to fix things, so they threw Juliette in a cell. Now so many people are dead that the survivors are whispering war-- and The Reestablishment has changed its mind. Maybe Juliette is more than a tortured soul stuffed into a poisonous body. Maybe she's exactly what they need right now. Juliette has to make a choice: Be a weapon. Or be a warrior.

Review:
Shatter Me habe ich vor einigen Wochen zum ersten Mal gesehen und das Cover ist mir sofort ins Auge gefallen. Und damit hatte es sich entschieden: ich musste das Buch haben. Also ja, es war zuerst ein reiner Coverkauf. Dann erst habe ich den Klappentext dazu gelesen und auch der sagte mir zu. Nun konnte ich es nicht mehr erwarten bis das Buch erscheint. Wie bei so vielen Büchern in letzter Zeit sind die Erwartungen recht hoch und die Enttäuschung nach dem Lesen leider noch viel größer. Natürlich hatte ich die Angst, dass dies auch hier der Fall sein könnte und zu Beginn des Buches sah es auch ganz danach aus. Auf den ersten 30 bis 40 Seiten habe ich fast tagelang gelesen und bin nicht vorangekommen. Mit der Protagonistin hatte ich so meine Probleme, ebenso mit dem Schreibstil der Autorin. Juliette war seit Monaten weggesperrt worden und hatte keinen Kontakt zu anderen Menschen. Das hat sich verständlicherweise auf ihre Psyche ausgewirkt und so sieht man sich zu Beginn von Shatter Me einem Mädchen gegenüber, dem es schwer fällt seine Gedanken zu ordnen und nicht immer wieder den Faden zu verlieren. Sie wirkt noch unglaublich jung und unschuldig, scheint die Welt nicht zu verstehen und konzentriert sich voll und ganz auf die paar Quadratmeter, die ihr zur Verfügung stehen. Nichts kann sie ihren Besitz nennen und ihre Träume sind ihr kostbarstes Gut. Das alles sollte sich ändern, als eines Tages ein Junge zu ihr in den Raum gesteckt wird, der sie an jemanden aus ihrer Vergangenheit erinnert.

Umso weiter die Geschichte voranschreitet umso besser gefiel sie mir dann auch. War Juliette für mich zu Beginn noch schwer einzuschätzen, so lernt man jetzt immer mehr Seiten von ihr kennen. Zudem steht sie zu ihren Prinzipien, die sie über all die Jahre bewahrt hat. Ihre Gedankengänge werden nachvollziehbar und verständlich, man gewöhnt sich an den Schreibstil der Autorin und er kommt einem nicht mehr so störend vor. Tahereh Mafi hat nämlich die Angewohnheit manche Sätze nacheinander zu wiederholen, als würde der Plattenspieler an dieser einen Stelle hängen und sie streicht auch gerne mal Gedanken und Sätze wieder durch. Für den Leser bleiben sie aber erhalten, sie sind ja nur durchgestrichen und so erfährt man viel mehr über Juliettes Gedanken und Gefühle. So ab der Hälfte des Buches ändert sich der Stil aber, je besser es Juliette geht, desto flüssiger wird auch der Schreibstil der Autorin und zu diesem Zeitpunkt wollte ich das Buch schon gar nicht mehr aus der Hand legen.

Shatter Me wird aus Juliettes Sichtweise erzählt, was den Vorteil hat, dass man sich der Protagonistin viel näher fühlt. Leider fehlt dafür etwas der Bezug zu den anderen Charakteren, von denen man Adam noch am besten kennen und verstehen lernt. Die anderen Charaktere blieben leider etwas außen vor und erscheinen trotz ihrer Handlungen zu perfekt für diese zerstörte Welt. Überhaupt konzentriert sich die Autorin hier kaum darauf, wie diese Welt aussieht. Dabei war genau das auch mit ein Punkt, der meine Neugierde geweckt hatte. Dystopien basieren nicht alleine auf den Charakteren, eine große Rolle spielt immer auch die Darstellung der Welt. Hier hat die Autorin eindeutig noch Aufholarbeit zu leisten, aber vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass wir nur das erfahren, was auch Juliette weiß.

Juliettes Fähigkeit ist an sich sehr interessant und besitzt einen gewissen Reiz, aber für meinen Geschmack wurde viel zu wenig auf sie eingegangen. Wir erfahren zu was sie fähig ist und was in ihrer Vergangenheit geschah, aber der Großteil des Buches konzentriert sich darauf, dass sie verhindern will ihre Kraft weiter einzusetzen. Obwohl ihr fast alle Handlungsmöglichkeiten von außen genommen werden, behält sie sich doch einen kleinen Teil an Eigenständigkeit. Dies lässt sie noch mehr aus der Gruppe hervorstehen, da sie etwas wagt, was sonst kaum einer tun würde und dabei nicht einmal weiß, wie sich die Gesellschaft verändert hat, während sie weggeschlossen war. Vieles was Juliette betrifft bleibt noch ungeklärt und sie überrascht uns immer wieder. In dieser Hinsicht werden wir wohl auf die Fortsetzungen warten müssen um zu erfahren, was sie zu etwas Besonderem macht und zu was genau sie noch fähig ist. Das Ende des Buches fand ich ebenfalls recht viel versprechend und die Autorin zeigt uns hier eine weitere Facette dieser Welt, die ich gerne näher erkunden würde.

Für viele wird die Geschichte zu wenig oder zu langsam sein, aber sobald ich mich eingelesen hatte wollte ich wissen wie es weitergeht und im Endeffekt habe ich das Buch erst gegen 2 Uhr nachts beendet, was auch für sich spricht. Trotz seiner Schwächen, sprich dem fast schon langatmigen Beginn und dem Schreibstil, an den man sich erst gewöhnen muss, ist mir Shatter Me doch eine B-Wertung wert. Juliette sieht ihre ‚Gabe’ noch nicht als solche und lernt diese Welt erst kennen, die für einen langen Zeitraum vor ihr verborgen blieb. Durch ihre Gefangenheit entging ihr Vieles und sie ist erst noch dabei das für sie Verlorene zu erkennen und zu erfahren. Die Fortsetzung erscheint voraussichtlich erst im Herbst 2012, wird von mir aber auf jeden Fall mal vorgemerkt. Schade nur, dass die Fortsetzung wieder so lange auf sich warten lässt, aber man kann nur hoffen, dass die Autorin diese Zeit nutzt und die Schwächen aus Shatter Me dann vermeidet.

Rating: B

Buchinfos:
Hardcover, 338 pages
Published November 15th 2011 by Harper/HarperCollins
ISBN 9780062085481
Series: Shatter Me #1

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Tolles Review!
    Bisher habe ich das Buch zwar wahrgenommen, aber interessiert hat es mich nicht. Jetzt kommt es auf die Wunschliste! :-)

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  2. Hallo Sarah :)
    vielen lieben Dank dafür! Das Buch ist zwar ungewöhnlich, aber sicherlich mal wert reinzulesen. Und wenn man mit dem Stil zurechtkommt dann ist die Geschichte toll.
    liebe Grüße

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