Review: Raised by Wolves by Jennifer Lynn Barnes

Donnerstag, 16. Februar 2012

***Buchwunsch - Wunschbuch Review***

Description:
He's in a cage, I reminded myself, but the words meant nothing to me, because I just couldn't stop staring into his wild eyes and playing the last words he'd said before he Shifted, over and over again. I got bit. I got bit. I got bit. At the age of four, Bryn watched a rabid werewolf brutally murder her parents. She was rescued and taken in by the mysterious Callum, the alpha of his pack. Now fifteen, Bryn's been as a human among werewolves, adhering to pack rule. But the pack's been keeping a secret, and when Bryn goes exploring against Callum's orders, she finds Chase, a newly turned teen Were locked in a cage. Bryn needs answers, and she needs Chase to get them. Suddenly, it's Bryn and Chase against the werewolf world, whatever the consequences.

Review:
Zugegeben, das Buch fand seinen Weg in erster Linie dank seines Covers zu mir, denn ich hatte es gesehen und musste es sofort haben. Das war vor gut eineinhalb Jahren und seitdem musste das Buch in den Tiefen meines Regals verharren. Ich hatte zwar vor einiger Zeit den ersten Versuch gestartet es zu lesen, aber ich kam über die ersten paar Seiten nie hinaus. Das mag daran liegen, dass mir Bryns Stellung im Rudel zuerst nicht wirklich klar war und ich mich nicht sofort mit ihr identifizieren konnte. Sie ist nicht die typische Jugendliche, die man aus so vielen anderen Büchern kennt und um das zu erkennen muss man eben den ersten Eindruck von ihr hinter sich lassen. Das war bei mir erst jetzt der Fall, als ich das Buch zum zweiten Mal in die Hand nahm und es nach den ersten Kapiteln nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Jennifer Lynn Barnes schreibt sehr interessant, auch wenn ich zu Beginn Probleme mit Bryn hatte. Ihre Gedanken waren mir zu sprunghaft und ich hatte das Gefühl, sie würde es nie schaffen, sie auf eine Sache auf einmal zu konzentrieren. Zum Glück gibt sich das bald, denn auf Dauer wäre so ein Hin und Her bei den Gedankengängen anstrengend geworden. Und obwohl sie spontan handelt und sich gegen jegliche Autorität in ihrem Leben auflehnt, denkt sie trotzdem gut über das nach, was sie machen will. Sie geht mit offenen Augen durchs Leben und sieht viele Aspekte, die vor ihr verborgen bleiben sollten. Sie achtet auf Details und weiß es, diese auch richtig zuzuordnen. Bryn ist definitiv kein Kind, sondern durchaus in der Lage gefährliche Situationen richtig einzuschätzen und dementsprechend zu handeln. Ihre Mitmenschen zieht sie nicht unbedacht in Konflikte, sondern weiß an sich schon worauf sie sich da einlässt und was sie den anderen abverlangt. Als sich Bryn im Rudel verliert und ihre Persönlichkeit sich so den Vorstellungen der anderen anpasst, fand ich es toll, dass sie von Ali doch ein Stückchen zurückgeholt wurde und sie Bryn half sich nicht ganz zu verlieren. Auch wenn es mich anschließend schon etwas gestört hat, dass Bryn keinen Zorn den anderen gegenüber aufbringen konnte für ihr Unterdrückt-Sein, so war ich doch froh, dass sie wieder sie selbst wurde. Denn dieser Mensch war mir viel sympathischer und facettenreicher. Sie verfolgt ihre eigenen Gedanken und Vorstellungen, lässt sich mit nicht ernst gemeinten Erklärungen nicht zur Seite schieben und steht für ihre Überzeugungen ein. Bryn kann mit Autorität nicht besonders gut umgehen und will sich keinen Befehlen unterordnen. Sie versteht es perfekt Anordnungen zu ihren Gunsten auszulegen und lässt sich auch vom Alpha des Rudels nicht unterkriegen und bietet ihm die Stirn wie es kaum ein anderer wagen würde.

Die Autorin hat hier eine sehr interessante Welt und Struktur erschaffen. Sie konzentriert sich sehr stark auf das Rudel und wie dieses funktioniert und aufgebaut ist. Die Handlung schätzt man zuerst gar nicht so komplex ein, aber im Nachhinein erkennt man, wie viele Details doch wichtig waren und welchen Einfluss sie hatten. Jede Tat ergibt nun einen Sinn und vieles kann man dann besser zuordnen, aber während dem Lesen selbst hätte ich mir tiefere Einsichten und bessere Erklärungen gewünscht. Ebenso wäre es interessant gewesen, ab und zu Callums Gedanken zu kennen um eine andere Sichtweise zu bekommen. Gerade während Bryns Trainingszeit, in der die Handlung an sich kaum vorangebracht wurde wäre die Möglichkeit gewesen, andere Charaktere in den Vordergrund zu bringen. Die Nebencharaktere sind durchwegs interessant, sie unterstützen und begleiten Bryn auf ihrem Weg, verlieren dabei aber nichts von ihren Facettenreichtum. An ihrem Verhalten kam nie Zweifel auch und man war sich ihrer Loyalität immer bewusst, was der Handlung absolut keinen Abbruch tat. Misstrauen gibt es in anderen Geschichten zur Genüge und von daher ist es interessant zu sehen, dass Probleme untereinander direkt angesprochen werden.

Des Weiteren geht es in Raised by Wolves gar nicht so sehr um die typischen Teenagergefühle oder um das erste Mal Verliebt zu sein, die Protagonisten sind hier viel erwachsener und hätte man nicht ihr Alter erfahren, hätte ich sie durchwegs älter eingeschätzt. Bryn lässt sich nicht so von ihren Gefühlen steuern, wie man es zuerst denken möchte. Vielmehr spielen ihre Gefühle für Chase zu Beginn gar nicht solch eine Rolle, sondern vielmehr für was er steht. Als sie ihn das erste Mal sieht weiß sie, dass er der Schlüssel zu ihrer Vergangenheit ist und obwohl ihnen verboten wird über das zu sprechen, was ihr zugestoßen ist finden die beiden doch einen Weg. Ihr Zusammensein ist für mich rein freundschaftlich, Gefühle, die darüber hinausgehen entwickeln sich hier noch nicht und Bryn fühlt sich mit Chase und seinem Wolf wohl.

Das Ende fand ich sehr passend und der Entwicklung entsprechend. Gut dargestellt war die abschließende Zusammenfassung der Ereignisse unter Berücksichtigung von Callums Gedanken. Ein etwas zäher Beginn leitet diese Geschichte ein, die mit Spannung, Kampfszenen und dem Durchsetzen des stärkeren Willens endet. Die Entwicklung, die die Charaktere durchgemacht haben ist nachvollziehbar und passt zu ihnen. Leider hatte ich mit dem Schreiben der Rezension ein paar Probleme und es wollten sich einfach nicht die richtigen Worte finden lassen. Abschließend sei gesagt, dass mich das Buch mehr begeistern und überraschen konnte, als ich es vorher gedacht hätte. Fortsetzungen dazu sind bereits vorhanden, aber genauso unsicher wie ich beim Schreiben dieser Bewertung bin, bin ich auch bei der Entscheidung ob ich die Reihe weiter lesen möchte. Denn das Ende könnte man so durchaus gut stehen lassen, es würde einen schönen Abschluss darstellen und momentan bin ich damit sehr zufrieden.

Rating: B-

Buchinfos:
Paperback, 418 pages
Published September 30th 2010 by Quercus Publishing
ISBN 9780857380296
Series: Raised by Wolves #1

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Endlich ist deine Rezi da! *sehnsüchtig drauf gewartet hab*

    Ich fand auch als Stand-Alone hätte es sich auch gut gemacht. Bin aber gespannt wie sich der Aspekt Callum weiter entwickelt. Er nimmt - so wirkt es beim Lesen der Klapptexte - präsenter; eher wie eine Schlüsselfigur, die gar nicht so wirkt. Außerdem fand ich die Aspekte des Rudels (innerhalb und außerhalb) unglaublich interessant und welche Schwierigkeiten Bryn hatte sich überhaupt durchzusetzen, um ein Teil davon zu werden bzw. immer noch darum kämpfen musste, da es einfach einige gab, die sie nicht als Mitglied akzeptierten (wenn ich das recht in Erinnerung habe - sollte wohl doch mal langsam den zweiten Teil lesen *gg*).

    Wenn du nicht weißt, ob du die Reihe weiterverfolgen solltest, kann ich dir ja immer noch anbieten, den zweiten Band zu leihen. Der steht bei mir schon. ;)

    Liebe Grüße
    Mandy

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    1. *g* ja hier ist sie endlich. Ich wollte auch nicht mehr länger warten und weil nächste Woche unsere Aktion ist und ich mich da aufs Lesen konzentrieren möchte hat das jetzt gut gepasst mit der Rezi ;)

      Eben darum weiß ich nicht, ob ich die Reihe weiterlesen möchte - 'Raised by Wolves' wäre ein wirklich schöner Stand-Alone gewesen und mich würde fast mehr interessieren, wie es Bryn und den anderen geht nachdem einige Zeit (vielleicht sogar Jahre) vergangen sind und sie ihre Bande untereinander stärken konnten. Sie sind halt alle noch so jung im Vergleich zu den Mitgliedern der anderen Rudel bzw. deren Alphas und die Vorstellung fällt mir schwer, dass sie gegen diese ankommen bzw. bestehen sollen...

      Und ja, Bryn hatte es im Rudel wirklich nicht leicht und wurde von vielen älteren Mitgliedern immer noch als Außenstehende gesehen nach all den Jahren.

      Danke für dein liebes Angebot, aber ich würde sagen, ich warte erstmal ab, was du zur Fortsetzung sagst und ob es sich lohnt weiterzulesen ;)
      liebe Grüße, Melli

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