Review: Grimspace by Ann Aguirre

Dienstag, 6. März 2012

Description:
As the carrier of a rare gene, Jax has the ability to jump ships through grimspace—a talent which cuts into her life expectancy, but makes her a highly prized navigator for the Corp. But then the ship she’s navigating crash-lands, and she’s accused of killing everyone on board. It’s hard for Jax to defend herself: she has no memory of the crash. Now imprisoned and the subject of a ruthless interrogation, Jax is on the verge of madness. Then a mysterious man breaks into her cell, offering her freedom—for a price. March needs Jax to help his small band of rogue fighters break the Corp monopoly on interstellar travel—and establish a new breed of jumper. Jax is only good at one thing—grimspace—and it will eventually kill her. So she may as well have some fun in the meantime…

Review:
Ann Aguirre hat hier eine faszinierende und komplexe Welt erschaffen, die unendlos zu sein scheint. Alles ist möglich und wir haben erst einen Bruchteil davon kennen gelernt. Bis zum Schluss überrascht sie ihre Leser mit neuen Aspekten und Details, die perfekt ins Gesamtbild passen. World Building liegt ihr wirklich, das durfte ich schon bei anderen Reihen von ihr feststellen. Sie erschafft in Grimspace nicht nur eine Welt, sondern viele, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Jede von ihnen hat ihre Besonderheiten und Eigenarten, kennen gelernt haben wir nur einen Bruchteil davon, aber schon hier zeigt sich das Talent der Autorin. Zudem sind die Charaktere ungewöhnlich und einzigartig. Sirantha ist eine interessante und faszinierende Heldin, der Entscheidungen aber nicht so leicht fallen. So finden sich immer wieder Szenen, während der sie überlegt was sie warum machen sollte. Jax ist bei Weitem nicht perfekt, zweifelt zum Teil sogar an ihrer geistigen Gesundheit und fühlt sich oft verfolgt, wie sich herausstellen sollte nicht zu Unrecht. Herrlich erfrischend ist aber ihre brutal ehrliche Art, mit der sie andere nicht nur vor den Kopf stößt, sondern die ihr wahrscheinlich auch mehrmals das Leben rettet. Sie spricht aus was sie denkt, gibt nicht vor jemand anderes zu sein und so abwegig ihr Schicksal sich anhören mag, schafft sie es doch andere zu überzeugen, dass sie die Wahrheit sagt. March wuchs mir ebenso ans Herz, obwohl es nicht einfach ist hinter seine Fassade zu blicken. Aber es gab da einige ergreifende Szenen, die sein Innerstes nicht besser hätten zeigen können und ihn zu einem tollen Helden machen.

Der Einstieg in diese Welt viel mir sehr schwer. Ich könnte nicht sagen, wann ich zum letzten Mal eine Science Fiction Geschichte gelesen habe, dementsprechend neu war für mich das ganze Umfeld. Dazu kommt, dass die Autorin ihre Leser mitten  in der Handlung einsteigen lässt. Normalerweise mag ich das sehr gerne, weil man so ab der ersten Seite an integriert ist und stärker in diese Welt hinein gezogen wird. Bei Grimspace sorgt es aber für eine Unmenge an Fragezeichen und da die Autorin keine ist, die groß mit Erklärungen um sich wirft, blieb das leider länger so. Bis ich die Geschichte wirklich genießen und flüssig lesen konnte, hatte ich schon die nächste Angewohnheit von Ann Aguirre kennen gelernt, die mir hier nicht besonders gefiel. In ihren anderen Reihen kam dieser Aspekt noch nicht vor (und es ist gar kein Spoiler, denn ihr könnt es schon nach kurzer Zeit selbst erleben), aber hier stellt sie uns Charaktere vor, die durchaus interessant zu sein scheinen, nur um sie nach wenigen Kapiteln wieder aus der Gleichung zu nehmen. Ich habe mich sehr gewundert, warum sie so viele der Charaktere sterben lässt, hätten sie doch neue Sichtweisen zur Handlung beisteuern können.

Die Handlung besticht durch Kampfszenen und Action. Ruhige Szenen kommen nur vereinzelt vor und stellen vielmehr Ruhepausen in der Reise der Protagonisten dar, die sie dringend notwendig haben. Ansonsten geht es rasant von einem Ort zum nächsten und Jax findet sich immer in den unmöglichsten Situationen wieder. Das Ende war für mich dann leider etwas enttäuschend. Seit dem ersten Zusammentreffen mit March scheint eine Richtung, ein Ziel vorgegeben zu sein, dass zum Schluss aber aus den Augen verloren wird. Die ganze Vorarbeit, die hier geleistet wurde erscheint beim Zurückblicken unnötig und nicht in Verbindung mit dem Ende. Als die Autorin, die sie ist, nimmt Ann Aguirre den Grundgedanken ihrer Welt zwar wieder auf, aber wie er erreicht wurde ist für mich fast schon einfallslos. Die Geschichte hätte es durchaus vertragen ein paar Seiten länger zu sein um damit die Handlung zu einem runden Abschluss zu bringen und nicht so überstürzt, wie es schlussendlich der Fall war.

Alles in allem fand ich die Idee und die Charaktere überzeugend, aber so richtig wohl fühlen konnte ich mich mit den Science Fiction Elementen (noch) nicht. Mir fehlten detaillierte Beschreibungen und Erklärungen, so fühlte ich mich etwas alleine gelassen. Die Fortsetzungen würden mich durchaus interessieren und es wäre verführerisch gleich die gesamte restliche Reihe zu kaufen, erscheint der letzte Band der Sirantha Jax Serie doch diesen September. Andererseits bedeutet dies aber auch, dass ich mich nicht stressen muss. Wenn es sich ergibt, werde ich mir die Bücher wohl holen, aber beim Lesen verspüre ich momentan keinen Zeitdruck. Sollte ich also mal Lust auf Science Fiction haben weiß ich nun welche Autorin dafür durchaus in Frage kommt. Vorerst bleibe ich aber mal bei ihren anderen Reihen.

Rating: C+

Buchinfos:
Paperback, 312 pages
Published March 2008 by Penguin Group
ISBN 9780441015993
Series: Sirantha Jax #1

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Huhu Melanie,
    ist ja witzig, ich habe gerade das deutsche Buch "Dunkles Universum: Sonnenfeuer" rezensiert. Und fand es gut :-) Das englische Cover passt auch super. So in etwas habe ich mir Sirantha vorgestellt.
    LG,
    Damaris

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    1. Hallo Damaris,

      *g* ich fand das Buch ja auch nicht schlecht, nur einfach ungewohnt zu dem, was man sonst so liest. Aber dadurch auf keinen Fall weniger gut - ich würde ja auch die Fortsetzungen lesen, wenn es sich mal ergibt.

      Und jetzt musste ich glatt mal lesen, was du im Detail zu dem Buch sagst *g* ich glaube, wenn ich das Buch auf Deutsch gelesen hätte, wäre die Wertung auch einen Tick besser ausgefallen, weil dann Science Fiction Begriffe vielleicht doch verständlicher gewesen wären für mich, als bei dieser Ausgabe hier. Ich lese ja sonst keine Science Fiction Bücher, schon gar nicht auf Englisch ;)
      Beim Aufbau kann ich dir nur zustimmen - ich fand den Mittelteil auch ruhiger, den Abschluss dafür umso rasanter und actionreicher.

      Das Cover gefällt mir auch super - mal was ganz anderes, das die Reihe noch mal extra hervorhebt.
      liebe Grüße

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  2. Hm, ich war ja bislang auch recht skeptisch bei dem Buch. :-| Ich denk, ich verschieb's mal nach gaaaaanz weit hinten, bzw. "irgendwann mal". Klingt jetzt für mich auch nicht ganz so interessant. ^^;
    Danke! :D Hat mir auf jeden Fall geholfen.

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    1. Bitte gerne ;)

      Ich kenne ja auch die anderen Reihen der Autorin (ihre Dystopie als Ann Aguirre und ihre Romantic Suspense Bücher - mit leichtem paranormalen Einschlag - als Ava Gray) und muss sagen, dass für mich diese Reihe hier definitiv erst nach den anderen beiden kommt bei der Beliebtheit. Also lieber mal die anderen lesen *g*
      liebe Grüße

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  3. Hi Melanie,
    ich lese normal auch nicht viel Sci-Fi und hier haben wir gleich die volle Ladung bekommen, auch mit den speziellen Begriffen. Im deutschen Buch kam ich da aber echt gut klar.

    Bis auf die Übersetzung von March/Marsch. Das lag nur an einer Stelle und zwar an seiner Vorstellung. Ungefähr:
    Jax: Wer sind Sie?
    Marsch: Marsch!
    Jax: Ist das ein Befehl oder ein Name?!
    Schon lustig, aber wegen dieser Stelle wurde eben dann der Name komplett in Marsch umgewandelt. Ich konnte mich beim Lesen gar nie damit anfreunden.

    Für mich war es trotzdem ein gutes Buch und ich bin jetzt auf Die Enklave gespannt :-)

    LG,
    Damaris

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    1. Hallo Damaris,

      Die Enklave ist ganz anders, aber auch eine tolle Welt, die die Autorin hier auf die Beine gestellt hat. Ich bin schon neugierig wie es dir gefallen wird und wünsch dir viel Spaß beim Lesen :)

      liebe Grüße

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