Review: Rosendorn by Jenna Black

Freitag, 2. März 2012

Description:
"Ich heiße Dana, und bevor ich nach Avalon gekommen bin, wusste ich nicht mehr über diese Stadt, als dass sie der einzige Ort auf der Erde ist, an dem sich die Feen- und die Menschenwelt überschneiden. Na ja, okay, den ganzen langweiligen Kram zur Geschichte habe ich in meinem Reiseführer auch überblättert. Aber inzwischen könnte ich selbst einen Reiseführer mit ein paar verdammt nützlichen Tipps schreiben: 1. Richtet euch darauf ein, dass ihr ein paar besondere Fähigkeiten entwickeln könntet und deshalb plötzlich zur meistgesuchten Person in Avalon werdet. 2. Packt unbedingt fluchttaugliches Schuhwerk ein. Und besonders wichtig: 3. Verliebt euch ja nicht in einen atemberaubend gutaussehenden Feenjungen! Denn wenn etwas zu gut scheint, um wahr zu sein, dann ist es das auch…"

Review:
Ich weiß wirklich nicht was bei diesem Buch schief gegangen ist. Jenna Blacks Adult Bücher mochte ich sehr gerne, auch wenn es zur Morgan Kingsley Reihe immer schon Diskussionen gab. Aber so ist es nun mal mit manchen Büchern, entweder liebt man sie oder eben nicht. Aber bei Rosendorn konnte ich die Jenna Black, die ich von ihren anderen Büchern her kenne gar nicht wieder finden. Das Buch lässt sich zwar schnell dahin lesen, ist flüssig und vom Schreibstil her top. Aber es konnte mich längst nicht so fesseln, wie ich es mir gewünscht hätte. Zudem noch charakterschwache Protagonisten und ein Plot, der nicht erwähnenswert ist, weil er kaum vorhanden war. Vielmehr erleben wir hier das reinste Familiendrama mit, wobei man hier von Familie nur im Sinne von verwandtschaftlichen Verhältnissen sprechen kann, Gefühle spielen kaum eine Rolle.

Danas Mutter ist der Alkohol wichtiger als ihre eigene Tochter. Obwohl sie körperlich anwesend ist lässt sie Dana in ihrem Leben doch alleine und Dana hat schon früh gelernt erwachsen zu sein, auch wenn sie sich nicht immer so verhält. Und dann versucht ihre Mutter ihr einmal beizustehen und bewirkt damit doch das Gegenteil, denn sie wird zum Druckmittel gegen Dana. Ihr Vater ist nicht viel besser. Von Liebe ist auch hier keine Spur zu sehen, vielmehr nutzt er sie auch nur zu seinem eigenen Vorteil aus. Das Leben bei ihm wird zu einer Gefangenschaft aus der es kein Entrinnen zu geben scheint, obwohl er immer wieder beteuert ihr Bestes zu wollen. Seine Taten sprechen jedoch dagegen. Dazu gesellt sich Dana, die zwar Entscheidungen zu treffen scheint, aber von allen anderen um sie herum von einem Ort zum nächsten gezerrt wird ohne darauf Einfluss zu haben. Die Autorin bemüht sich zwar Dana als besonders erwachsen darzustellen, aber das spiegelt sich in ihren Handlungen nicht wieder. Auch die anderen Nebencharaktere, die so interessant wirkten können das Buch nicht verbessern. Sie sind zwar auf den ersten Blick sympathisch, aber blickt man hinter die Fassade muss man leider erkennen, dass auch sie nicht immer die Wahrheit gesagt haben. Vertrauen kann man in dieser Welt, wie es scheint keinem, will doch jeder aus der Situation das Beste für sich persönlich rausholen. Bei einigen der Charaktere scheint sich das zwar zum Ende hin zu ändern, aber leider verbringt man mit ihnen viel zu wenig Zeit um sich dessen sicher zu sein. In Avalon ist nichts so wie es scheint und Misstrauen steht an der Tagesordnung ganz weit oben. Lesegenuss ist für mich etwas anderes.

Um auch das positive Hervorzuheben möchte ich auf jeden Fall die tolle Aufarbeitung des Buches nennen. Nicht nur das Cover ist wunderschön geworden, auch die Kapitelanfänge sind toll gestaltet mit einzelnen Rosenblättern. Die Grundidee an sich fand ich durchaus interessant und viel versprechend. So gibt es einen Ort, Avalon, der zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Feen liegt. Hier leben Menschen und Feen nebeneinander, es gibt sogar ein eigenes Rechtssystem etc. Was so ungewöhnlich hätte sein können wird aber leider nicht richtig genutzt und die Autorin geht kaum auf diesen Ort an sich ein. Außer, dass man dort gut Essen und Einkaufen gehen kann und dabei mit Euro zahlt gibt es kaum weiteren Einzelheiten, was ich sehr enttäuschend fand. Auch das Ende ist rasch abgehandelt und stellt den Höhepunkt des Familiendramas dar.

An diesem Buch haben einfach viele Aspekte nicht gestimmt und ich frage mich, ob es der Autorin mit der Fortsetzung überhaupt gelingen kann, all dies zu ändern und die Reihe für mich noch lesenswert zu machen. Momentan spricht mich dieses Buch jedenfalls nicht zum Weiterlesen an. Und all jene Leser, denen das Buch gefallen hat, müssen nun bangen, ob es überhaupt zu einer weiteren Übersetzung kommen wird. Man darf gespannt sein, ob das Buch in das Programm des Droemer Knaur Verlags übernommen wird. Ich für meinen Fall werde ich wieder ihren anderen Reihen zuwenden, die mir deutlich besser gefallen.

Rating: D+

Vielen ♥-lichen Dank an den PAN Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Buchinfos:
Taschenbuch, 400 Seiten
Published February 3rd 2012 by PAN
ISBN 9783426283509
Series: Faeriewalker #1 (OT: Glimmerglass)

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Das klingt wirklich nicht gut. Und da ich auch schon Blacks Dämonen-Serie nicht mochte, verlass ich mich da jetzt auf dich und schenk das Buch ungelesen meiner Nichte. (Oder vielleicht sollte ich das besser nicht tun? Nachher ist sie sauer, weil ich ihr meine schlechten Bücher schenke! :D)

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    1. Ich hoffe dann aber doch, dass deine Nichte mehr Freude an dem Buch hat! Je nachdem wie viele Bücher sie mit diesem Plot bereits kennt könnte sie es durchaus mögen ;) Hoffe ich für dich *g*

      Aber wenn du die Zeit hast dann kannst du das Buch ja überfliegen - wirklich Wichtiges wirst du dabei nicht verpassen und dann könntest du ihr gegenüber zumindest sagen, was du davon hälst ;) aber wie gesagt, es passiert ja nicht viel...
      liebe Grüße

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