[Talking about...] Schreiben sich Reviews von selbst?

Freitag, 9. März 2012

Tja schön wäre es, wenn das der Fall ist, nicht wahr?
Ich lese gerne Rezensionen und bei vielen Büchern bin ich furchtbar ungeduldig nach dem Lesen und möchte sie mit euch teilen und sollte deshalb auch relativ zügig eine Rezension schreiben. Manchmal funktioniert das toll, manchmal ist es leider anders.

Es ist schon merkwürdig wie Rezensionen entstehen konnten. Manchmal fällt es mir gerade zu einfach eine Rezi zu schreiben. Da bin ich grade beim Kochen und mir fallen die perfekten Beschreibungen für eine Situation ein. Ich lasse dann alles liegen und stehen, schalte den Laptop ein um meine Gedanken möglichst so nieder zu schreiben wie sie in meinem Kopf waren. Ist der erste Satz dann da geht es oft schnell weiter, eines führt zum anderen und hier ist sie die Rezension. Einen Tag später lese ich noch mal drüber, nehme hier und da eine Veränderung vor und freue mich riesig, dass ich meine Begeisterung (oder auch meine Enttäuschung) zu einem Buch so schön festhalten konnte.

Dann gibt es Zeiten, da bin ich noch mitten drin im Lesen und will eigentlich nur schnell ein paar Gedanken niederschreiben und eines für zum anderen und schon steht die halbe Rezi. Dann muss ich das Buch nur noch fertig lesen und überlegen, ob meine vorherigen Überlegungen auch mit dem Eindruck vereinbar sind, den ich nach dem Zuklappen des Buches habe. Meist ist das der Fall, andere Male werden noch kleine Anpassungen vorgenommen, ein paar Gedanken dann zum Ende und fertig ist sie die Rezension. In wirklich guten Fällen ist sie in einer halben Stunde fertig. Leider bleibt das die Ausnahme.

Denn es gibt auch die Rezensionen, die mehr Herausforderung bedeuten. An ihnen könnte ich Tage verbringen und immer noch nicht zufrieden sein. Zum Haare raufen kann das sein! Aber irgendwann weiß man einfach  nicht mehr was man noch sagen möchte oder wie man es ausdrücken soll und habe ich diesen Punkt erreicht, stelle ich die Rezension einfach online und gut ist. Solche Rezensionen sind aber auch anstrengend zu schreiben. Denn ich bin niemand der schnell zwischen Lesen und Schreiben wechseln kann. Dann sitze ich also dabei, bin am Überlegen wie ich was sagen möchte und versuche daraus anständige Sätze zu machen. Die gefallen mir nicht und alles wird wieder gelöscht und ich stehe bei Null da. Dann gibt es ganze Absätze, die sich merkwürdig anhören, so hölzern und kaum flüssig und doch weiß ich in dem Moment nicht, wie ich mich anders ausdrücken könnte. Das ist wirklich frustrierend und wenn ich grade an so einer Rezension sitze, dann kann ich mir sicher sein, dass ich wieder in eine Phase der Leselust komme, mehrere Bücher lese, aber nichts dazu schreibe und am Ende vor noch mehr ‚Arbeit’ stehe. Und so kommt es, dass ich für einige Rezis wirklich lange brauche, sogar Tage dabei sitze, unglücklich bin und die Rezension nur unter Bauchschmerzen online stelle, weil ich denke, dass ihr all die mangelhaften Beschreibungen sehen werdet ^^

Der Grund warum ich gerade jetzt darüber rede ist, dass ich nach der letzten 7 Days 7 Books Aktion auf einen Schlag sieben Rezensionen zu schreiben bzw. fertig zu stellen hatte. Noch immer sind nicht alle geschafft, obwohl ich mir extra einen Tag dafür hergenommen habe um sie zu beenden. Das hat leider auch nicht so geklappt, wie ich es mir gewünscht habe, weil ich nicht so viel am Stück schreiben kann. Ich brauche zwischen den einzelnen Rezis Pausen um ein bisschen Abstand zu bekommen bevor es mit dem nächsten Buch weitergeht. Na jedenfalls sitze ich gerade an dieser letzten ausstehenden Rezension und habe so drüber nachgedacht, wie einfach es doch oft ist zu Schreiben und das heute eindeutig nicht so ein Tag ist. Anstelle einer Bewertung schreibe ich also lieber übers Rezensieren, auch eine Möglichkeit der Rezi aus dem Weg zu gehen *g*

Merkwürdigerweise brauche ich fürs Lesen auch Ruhe, mag es gar nicht wenn Radio oder Fernseher im Hintergrund laufen, weil ich mich dann nicht auf das Buch konzentrieren kann. Beim Schreiben ist das was anderes – da ist zwar nicht der Fernseher an, weil mich der mit Bildern immer noch zu sehr ablenken würde, aber Musik höre ich immer. Dazu gibt es dann auch Playlists, die dafür sorgen, dass ich in Ruhe denken kann. Hört sich zwar merkwürdig an, aber es ist so, als würde die Musik den Rest um mich herum ausschalten und ich kann mich dann aufs Schreiben konzentrieren. Und wenn die Musik eine gute ist, dann lassen sich die Rezensionen auch hier zügig schreiben. Im Moment höre ich beim Schreiben übrigens die Lieder der Musical Folge von Grey’s Anatomy rauf und runter. Da ist wirklich für jede Stimmungslage was Gutes dabei ;)

Wie ist das bei euch so? Ich weiß ja, dass es Leser gibt, die ihre Rezensionen in Rekordzeit runter schreiben und trotzdem genau das ausdrücken können was sie möchten. Aber gibt es auch Rezis, an denen ihr tagelang dabei sitzen könnt ohne dass etwas vorangeht? Und wie schreibt ihr die Rezensionen – macht ihr euch vorher schon Notizen und fasst die zusammen? Oder lasst ihr das nach dem Lesen auf euch zukommen? Hört ihr auch Musik dabei?
Ich bin wirklich neugierig was ihr zu diesem Thema zu sagen habt :)
liebe Grüße, Melanie

Kommentare:

  1. Bei mir schwankt das total. Obwohl die schnellen, flockig runtergeschriebenen Rezis überwiegen. Ich bin da schon wie im Automatenrythmus. Ich setzte mich hin und fange an zu schreiben und die Gedanken fließen nur so dahin. Dabei kann mich auch fast nichts stören. Bei uns zu Hause ist immer was los und Ruhe ist Luxus, da habe ich schon früh gelernt mich völlig aus zu klinken.
    Aber ich habe auch die Situationen in denen gar nichts gelingen möchte, dann schalte ich den PC einfach ab und probiere es ein andermal nochmal.
    Ich ersuche mir da nicht was aus den Fingern zu saugen, denn es würde nicht mehr wie ich klingen und wäre auch nicht echt und glaubwürdig.
    Dieses Wochenende muss ich ganze 6 Rezensionen schreiben und ich werde das einfach am Sonntag durchziehen, da bin ich noch zu Hause und ich verkrieche mich mit ner Tasse Tee und toller Musik an den Schreibstisch, dann flutscht das schon und wenn nicht, ist auch egal.
    Ich sehe das immer alles ganz locker und der eine braucht längere und der andere macht das aus dem Handgelenk. So lange eine große Portion Gefühl und Liebe drinstecken ist das doch die Zeit und der Aufwand egal oder ?

    Du machst das schon.
    Drück dich.
    Jessi

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    1. Wow Jessi, ich beneide dich, dass du das kannst. Dich hinsetzen und drauf los schreiben, egal was um dich herum geschieht. Dafür bin ich einfach nicht der Typ und lass mich viel zu leicht von allen möglichen Dingen ablenken ^^

      Auch finde ich es toll, dass du so viele Rezis an einem Tag schreiben kannst. Meine Höchstleistung waren mal drei und ich könnte jetzt nicht mehr sagen, wieso ich überhaupt 'so viele' geschafft habe... Ich wünsch dir viel Motivation für heute und das du mit dem Rezensionen schreiben gut voran kommst :)

      Den letzten Satz hast du wirklich schön gesagt und da kann ich dir nur zustimmen - im Endeffekt schreibe ich gerne Rezis und wenn sie erstmal fertig ist freue ich mich darüber, egal wie sehr sie mich vorher geärgert haben mag...

      liebe Grüße, Melli

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  2. Ach. Schon die letzten Rezi fast fertig? Und ich hab nicht mal die erste geschrieben. Aber ich hab dafür auch momentan keinen Kopf frei. Ich brauch dafür immer Ruhe und ein Gefühl für das Buch. Dafür schreib ich die Rezis nicht der Reihe nach runter, sondern so wie meine Stimmung es zu lässt. Will ja kein Buch schlechter/besser bewerten als ich es tatsächlich empfand. Dafür versuche ich mir immer meine Emotionen zu dem zu bewertenden Buch in Erinnerung zu rufen und es hilft, wenn ich noch einmal passagenweise durchlese.

    Ach ja, die Musical Songs des Grey Anatomy Teils. *seufz* Gibs dazu eigentlich ne CD??? Wollte die auch haben. Momentan hör ich immer nebenben den Soundtrack zum Musical "Avenue Q". Voll lustig. Solltest du vielleicht mal reinhören. ;)

    Liebe Grüße
    Mandy

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    1. Jaaaa endlich sind sie fertig und mittlerweile stehen schon die nächsten Rezis an zu den neuen gelesenen Büchern *g* Mandy, irgendwann kommt schon noch die Zeit in der dich das Rezi schreiben wieder packen wird und ich fürchte, da werden wieder einige interessante Bücher dabei sein, unabhängig von denen aus der Aktion. Und bis dahin ist es doch nicht schlimm abgelenkt zu werden, so lange es schöne Dinge sind, die dich ablenken *drück* :)

      Mh, ich habe da nie nachgeschaut ob es auch eine CD davon gibt *grübel* ansonsten gebe es ja nur die DVD, aber so gesammelt kenne ich es nur als Zusammenschnitt...
      *g* ich werde auf jeden Fall mal rienhören in das Musical von 'Avenue Q', wenn ich mich von Grey's Anatomy losreißen kann. Hach ich freue mich da auch schon auf die neue Staffel *hibbel*

      liebe Grüße zurück,
      Melli

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    2. Ach, Melli, es ist eher weniger Unlust als Zeit- und Platzmangel. Bin zwar schon wieder beim Einrichten meines Refugiums, aber hab immer noch nicht genügend Platz um meinem heiß geliebten Rechner seinen angestammten Platz wiedergeben zu können. Vorher lohnt sich das Schreiben gar nicht, sondern bräuchte ich eine persönliche Masseuse (vorzugsweise männlich *hust*), da ich sonst ganz derbe Rückenschmerzen aufgrund meiner ungesunden Sitzhaltung (zu niedrig) kriege. ;)

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  3. Hi Melanie,

    bei mir ist es ähnlich wie bei dir. Mal flutscht es nur so, ein anderes Mal hänge ich tagelang an einer Rezi und komme einfach nicht weiter. Schon des Öfteren habe ich mich gefragt, ob man beim Rezensieren eine Schreibblockade haben kann. ;)

    Notizen mache ich mir immer, denn, obwohl ich mir vornehme kein anderes Buch anzufangen bevor nicht zumindest die Rohfassung der Rezi steht, tu ich es dennoch meistens. Ich tauch dann in das neue Buch ab und wüsste ohne Notizen nicht mehr was ich über den Vorgänger schreiben soll.

    Auch versuche ich, meine Notizen gleich "rezigerecht" zu formulieren. Das spart später Zeit. Klappt aber nicht immer.

    Bei mir ist es genau ungekehrt: Beim Lesen kann mich weder TV noch Musik ablenken, beim Rezensieren dagegen brauche ich absolute Ruhe.

    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße!
    Sylvia

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    1. Das können nur Schreibblockaden sein, Sylvia! Sonst würden doch manche Sätze oder Überleitungen doch nicht so schwer zu formulieren sein *lach*

      Hach ich mach es genauso. Meistens habe ich schon wieder zwei neue Bücher gelesen bevor ich eine Rezension fertig bekomme zu dem Buch davor ^^ nur die Endwertung selbst trage ich immer sofort in meine Statistik ein, weil das mein abschließender Eindruck von der Geschichte ist ohne sie im Nachhinein noch lange zu zerklauben.

      Danke, ich wünsch dir auch noch ein schönes Rest wochenende :)

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  4. Hallo Melanie,

    manchmal sitze ich auch Ewigkeiten vor dem Laptop und bekomme nichts zusammen. Mir fällt dann irgendwie nicht ein.
    Dann gibt es auch Bücher, die wirklich toll waren, ich aber nicht mehr dazu sagen kann, als dass es spannend war.
    Und dann gibt es Tage, da habe ich einfach keine Lust, etwas zu schreiben. Dann frage ich mich, ob ich denn überhaupt Rezensionen schreiben MUSS.
    Aus diesem Grund habe ich die SMS bei mir eingeführt. Ich schreibe dann zu dem Buch nur ganz kurz (eine SMS halt) meine Meinung - ohne Inhaltsangabe und viel Schnickschnack.
    Ich möchte mich nicht mehr stressen lassen, denn das Lesen und Bloggen sollte doch Spaß machen. Wer zwingt uns denn zu ewig langen bzw. ausführlichen Rezensionen?

    Liebe Grüße
    Anja

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    1. Huhu Anja,

      deine Idee mit der SMS finde ich wirklich genial! Kurz und knapp ein paar Worte zu einem Buch zu sagen, ohne sich groß in die eigenen Überlegungen verstricken, ist ja auch nicht so einfach, aber ich fürchte sogar da würde ich irgendwann ausschweifen.

      *g* klar zwingt uns niemand lange Bewertungen zu schreiben. Wenn man nichts mehr zu sagen hat dann ist es auch gut so, wie die Rezi ist.
      Meine Rezis wurden ja auch erst mit der Zeit immer länger, als ich mit dem Bloggen angefangen habe, hatten sie gerade mal die Hälfte der Länge und das hat auch gereicht, aber irgendwie möchte ich jetzt immer mehr sagen bzw. Aspekte erwähnen... Vielleicht sollte ich bei manchen Büchern wirklich versuchen Short Reviews zu schreiben *grübel*

      liebe Grüße

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  5. Mir gehts genauso wie dir: Manche Rezensionen schreiben sich wie von selbst (wobei ich manchmal unglaublich lang für einen vernünftigen Einstieg brauche), an anderen brech ich mir einen ab. Für letzteres gibts im Wesentlichen zwei verschiedene Gründe:

    1.) Mir fallen hunderttausend Dinge ein, die ich erwähnen will, die ich aber nicht vernünftig strukturiert zusammenkriege. Oft werde ich dann zu ausufernd, mache irgendwann einfach einen Cut und kürze am Ende noch mal ordentlich – denn mal ehrlich: Kaum jemand will Romane über ein Buch lesen.

    2.) Ich hab schlicht und ergreifend nichts dazu zu sagen, weil mich das Buch nicht "inspiriert". Sowas gibts einfach und ich hab inzwischen aufgegeben, mich mit Rezensionen zu solchen Büchern zu quälen. Wenn mir wenigstens ein paar Sätze einfallen, die ich dazu sagen will, schreib ich eine [Keine Rezension], ansonsten bleibt ein Buch eben auch mal unrezensiert. Die Sache ist und bleibt ein Hobby, und mir ist meine Zeit echt zu schade, um mich mit einer Rezension abzuquälen, die mich am Ende doch nicht befriedigt, weil ich mir was aus den Fingern gesaugt habe.

    Beides hat übrigens nichts damit zu tun, ob mir ein Buch gefallen hat oder nicht!

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    1. Wenn ich nicht gerade einen Geistesblitz habe, dann ist der Einstieg bei mir auch langwierig. Merkwürdigerweise hilft es mir dann auch kurz mal andere Rezis zu dem jeweiligen Buch zu überfliegen und schon lassen sich meine Gedanken und Eindrücke besser zu Papier bringen.

      Ich frage mich ja immer, wie es manche schaffen wirklich jedes gelesene Buch auch zu rezensieren. Das könnte ich nie machen, aber ein Großteil der Bücher ist mir doch eine Rezi wert. Sie sind zum Teil ja auch für mich, damit ich noch mal nachlesen kann bevor ich z.B. eine Fortsetzung zur Reihe lese.

      In den anderen Punkten kann ich dir nur zustimmen, auch wenn ich mir bei der Umsetzung noch etwas schwer tue und mich vielleicht noch zu lange rumärgere mit etwas das nicht sein soll ;)
      liebe Grüße

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    2. Andere Rezis schau ich mir NIE an, bevor ich meine eigene geschrieben habe. Mir ist da die Gefahr der (unbewussten) Beeinflussung einfach zu groß!

      Ich hatte früher übrigens auch den Ehrgeiz, jedes gelesene Buch auch zu rezensieren, aber davon bin ich abgekommen. Das Ganze ist ein Hobby, und ich hab keine Lust, mich zu quälen. Wenn ich keine Lust hab, was zu einem Buch zu schreiben, lass ichs inzwischen.

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  6. Hallo meine Liebe!

    Vieles von deinem Post kann ich so unterschreiben.
    Mir ist auch aufgefallen, dass ich für besonders tolle Bücher mehr Zeit brauche (für die Rezi zu "Erdbeerkönigin" habe ich ca. 2 Stunden gebraucht", damit ich meiner Begeisterung den richtigen Ausdruck verleihe). Und so manche 1, 2 Punkte-Rezi schreibe ich in 20, 30 Minuten...

    Außerdem brauche ich zum Lesen auch Ruhe (was nicht immer klappt) und beim Rezensieren höre ich gern Musik...

    Momentan lese ich wieder schneller als ich schreiben kann. ;-)

    LG
    Sabine

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    1. Huhu Sabine,

      ich lese grade auch lieber, als dass ich schreibe, aber wenn man in einer so schönen Lesestimmung ist sollte man sie auch ausnutzen, nicht wahr? *lach* gibt ja dann auch wieder genügend Tage an denen man nicht oder weniger möchte.

      Liebe Grüße aus dem sonnigen Kärnten :)
      Melanie

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