[Talking about...] Ich & Anthologien

Dienstag, 29. Mai 2012



Deep Kiss of Winter
The Night Before Christmas
The Magical Christmas Cat
Angels' Flight
The Bodyguard
Primal
Burning Up
Dark and Stormy Knights
On the Hunt



















Ich habe es schon einmal erzählt – ich mag keine Anthologien. Eigentlich. Denn eigentlich sind mir die Geschichten zu kurz, die Handlungsstränge zu lieblos ausgeführt, die Charaktere zu farblos. Eigentlich sind die Geschichten viel zu schnell gelesen um mich anzusprechen und kaum wäre meine Neugierde geweckt und ich würde gerne weiter lesen ist die Geschichte schon zu Ende. Aber seit ein paar Tagen bin ich in einer ganz merkwürdigen Stimmung und kein Buch vermag es mich zu fesseln. Ich beginne ein Buch, zum Teil sogar solche auf die ich mich sehr gefreut hatte, lese gut 40 Seiten +/- und dann wird mir langweilig. Ich frage mich, was mich an diesem Buch überhaupt so angesprochen hat und wundere mich, warum mich jetzt nichts fesseln kann. Die Handlung plätschert nur so vor sich hin und auch die Charaktere scheinen merkwürdig weit entfernt. Gut, denke ich mir, ist es halt nicht der richtige Zeitpunkt für dieses Buch. Also stelle ich es mit dem Lesezeichen drin zurück ins Regal und hole mir ein Neues. Und das ganze Spielchen geht von vorne los. Einfach nur deprimierend...

Eine Veränderung musste her, denn so konnte es nicht weitergehen. Also habe ich mich mal an die Anthologien gewagt, die ich hier habe. Viele sind es eh nicht, aber sie scheinen genau das Richtige für den Moment zu sein. Ich lese immer mal wieder hier und da eine Geschichte und bevor ich mich langweilen kann ist sie schon zu Ende. Wie es scheint haben sie für den Moment die perfekte Länge um mein Interesse zu halten. So kommt es, dass ich pro Tag vielleicht eine Geschichte lese und damit auch täglich mein Happy End habe. Überraschenderweise scheine ich mit den beiden Anthologien, die ich abwechselnd lese großes Glück zu haben, denn ich bin positiv überrascht von ihnen. Das könnte natürlich auch an den Autorinnen der Kurzgeschichten liegen (u.a. Nalini Singh), aber ich muss meine Meinung zu Anthologien direkt anpassen.

Charakteren wird plötzlich Leben eingehaucht, es entstehen interessante, aber auch süße Geschichten, die man als Appetithäppchen sehen kann für mehr. Erstmals schaffen es Anthologien mich auf Autoren, die ich noch nicht kenne neugierig zu machen. Dazu kommen tolle Geschichten von Autorinnen, deren Bücher ich seit Jahren lese, mich aber nie an ihre Kurzgeschichten heran wagte. Eine merkwürdige Lesestimmung hat zu dem Versuch geführt, etwas für mich Neues auszuprobieren und es hat funktioniert. Die Kurzgeschichten fand ich überwiegend toll und die Lust am Lesen ist zurück. Ich hätte nie geglaubt, dass ich das mal sagen werde, aber ich werde nach mehr Anthologien Ausschau halten von Autoren, die ich vielleicht mal ausprobieren möchte, aber auch mit jenen, die ich bereits kenne.

Wie ist das nun bei euch? Wie steht ihr zu Anthologien? Lest ihr sie gerne oder hattet ihr lange die gleiche Meinung wie ich, dass sie viel zu kurz wären um einen guten Eindruck zu machen? Gab es eine Geschichte, die euch vom Gegenteil überzeugt hat? Wenn ja, welche? Ich bin neugierig und würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit Anthologien mit mir teilen würdet :)

Auf jeden Fall folgen demnächst zwei Rezensionen zu den Anthologien, die ich gelesen habe ;)
liebe Grüße, Melanie

Kommentare:

  1. Das mit der merkwürdigen Stimmung habe ich momentan auch. Bei mir gehen die Geschichten so zu sagen ins eine Ohr rein und aus dem anderen raus. Deswegen bekomme ich auch absolut keine Reviews hin, weil alles etwas nichtssagend ist. Wenn ich in dieser Stimmung bin, lese ich auch Anthologien oder Kurzgeschichten, wie diese Baccara und Julia-Heftchen. Man muss nicht großartig nachdenken und man bekommt, wie du sagtest, seine tägliche Portion Happy End.

    Ich mag Anthologien aber auch so, wenn sie gut sind. Leider gibt es auch wirklich schlechte. Zudem sind sie, wie du gesagt hast, gut, um neue Autoren zu entdecken. So bin ich erst auf Jazz Winter, Sarah Schwartz, Susan Mallery, Roxanne St. Claire etc. gestoßen. Was ich auch gut finde, ist, dass Autoren ab und an auch Geschichten schreiben, die eigentlich für ein eigenes Buch zu kurz sind. Zum Beispiel die Story von Nalini Singh über Nate und Tamsyn.

    Leider fand ich die Anthologie "Seal of my Dreams" eher enttäuschend, da die Geschichten zu kurz waren und alle sich sehr geähnelt haben. Es geht in fast jeder Story darum, wie die Seals zurück aus dem Einsatz kommen und plötzlich die Liebe ihres Lebens finden. Alles etwas nach Schema F. Nicht wirklich originell, vorhersehbar und wie gesagt viel zu kurz (jede Story ca. 30 Seiten).
    Aber das war fast die einzige, die ich wirklich schlecht fand...

    Liebe Grüße

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    1. Du sagst es! Jedes Buch liest sich wie sein Vorgänger und ich kann die Geschichten kaum auseinader halten. Darum hatte ich die Bücher für den Moment alle zur Seite gelegt, weil ich weiß, dass sie mich später sicherlich mehr begeistern können. Und für den Fall, dass so eine Phase wiederkommt werde ich mir ein paar Anthologien besorgen - sozusagen für den Notfall *g*

      Ich muss aber auch sagen, dass die Kurzgeschichten in den Anthologien, die ich bis jetzt gelesen habe, dennoch so um die 100 Seiten hatten. Kürzere könnte ich mir grade noch weniger vorstellen - ich muss mich ja immer noch an den Gedanken gewöhnen, dass ich Anthologien jetzt mag *lach*

      Die Geschichte über Nate und Tamsyn möchte ich auch noch gerne lesen, aber dafür waren einige andere schöne Geschichten von ihr in letzter Zeit dabei :)
      liebe Grüße

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  2. Hihi, ich kann dieses Vorurteil gut nachvollziehen. ;-)
    Mir geht's ähnlich: Zum einen, wie du schon angepsrochen hast, gelingt es mMn nicht vielen Autoren eine nette Story (!) mit Charakteren auf wenigen Seiten unterzubringen. Es wirkt dann irgendwie abgehackt, wie ein Auftakt, etwas in dem mehr brodelt, aber doch irgendwie, bevor es richtig anfängt zu brennen, gelöscht wird.
    Zum anderen finden sich dort eben auch unterschiedliche Autoren, ergo unterschiedliche Schreibstile. Mag man eine(n), zwei Autor(inn)en und den Rest nicht, hat man ein Buch, das man vielleicht nur zur Hälfte liest - blöd! Da ich so ein Schreibstil-Mensch bin, zögere ich da immer etwas...

    Ich muss gestehen, dass ich bisher keine Anthologie beendet habe, aber auch "erst" zwei begonnen. Wobei ich aber von "Fantastische Kreaturen" bisher recht angetan war. Als erstes hab ich nämlich gleich mal Nina Blazons Kurzgeschichte daraus gelesen und mich so verliebt... *_* Meiner Kommilitonin, die Fantasy eigentlich gar nicht mag, hat sie auch überaus gut gefallen!
    Ich mache es wie du: Ich werd auch immer mal wieder eine Geschichte aus dieser Anthologie lesen. Es ist einfach was Nettes für Zwischendurch. ;-)

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    1. *g* ich muss zugeben, ich bin schon erleichtert, dass nicht nur mir so geht/ging mit den Anthologien.

      Das war es auch, was mich über lange Zeit abgeschreckt hat - ich sollte mir ein Buch kaufen für nur eine Geschichte, die mir vielleicht gefallen könnte? Es sind ja meistens Geschichten von bekannteren Autoren und weniger Bekannten in einer Anthologie zusammen gefasst und da bleiben Geschichten fast übrig...

      Ich drück dir die Daumen, dass ein paar schöne Kurzgeschichten auf dich warten!

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    2. In Deutschland (bzw. auf dem deutschen Markt) scheinen sie ja auch gar nicht sooo toll anzukommen (außer sie sind von einem Autor). Aber vielleicht ändert sich das ja noch.

      Ja. Ich mein, so kann man aber auch mal "neue", "unbekannte" Autoren testen und findet vielleicht den ein oder anderen, den man dann weiter verfolgen will.

      Danke! :)

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    3. Ich glaube in Deutschland ist das Problem, dass viele der Autoren, deren Geschichten in Anthologien vorkommen hier gar nicht bekannt sind und man keine Chance hat deren Reihen in der Übersetzung zu lesen. Da verstehe ich die Verlage auch, dass sie diese Anthologien nicht übersetzen, wenn man die Reihen ev. nicht weiterführen kann... Vor allem wenn man bedenkt, dass viele dieser Kurzgeschichten mitten aus der Reihe gegriffen sind und nicht den Beginn darstellen.

      Aber ich bin auch neugierig wie sich das weiterentwickeln wird und ob noch ein paar interessante Anthologien erscheinen :)

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  3. Diese Phasen hat wohl jeder Leser, denke ich. Ich hatte auch so meine Zeit in der ich jedes Buch mit maximal 3 Sternen bewertet habe... Das geht aber vorbei :)

    Freut mich, dass du mehr Gefallen daran gefunden hast. Für mich ist es aber trotzdem nichts, mir gehts da einfach genauso wie du in dem ersten Abschnitt erzählt hast :D

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    1. Wenn ich denn die Bücher zumindest beenden würde ^^ ich breche sie ja nach 40 oder 50 Seiten ab, weil sie mich nicht fesseln können. Aber da waren die Anthologien eine wirklich willkommene Abwechslung zur richtigen Zeit :)

      Und ich kann dich immer noch gut verstehen, wenn du sagst, dass Anthologien nichts für dich sind. Man braucht wirklich Glück um eine Gute zu finden und von den anderen nicht abgeschreckt zu werden.
      liebe Grüße

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  4. Jip, mit den Anthologien gehts/gings mir auch so!
    Früher mochte ich auch keine lesen, erst weil mein Englisch zu schlecht war und dann, weil mir die Geschichten zu kurz waren. Was genau dann meine Meinung geändert hat, das weiß ich nicht mehr, aber es könnten auch Nalini Singhs Anthologie-Beiträge gewesen sein. Und welche Geschichte mir auch als sehr gut in Erinnerung geblieben ist, das ist "Here there be Monsters" von Meljean Brook, die Vorgeschichte zu den Iron Seas.

    Inzwischen lese ich Anthologie-Beiträge ziemlich gerne, allerdings sind viele davon Teile irgendwelcher Reihen und wenn ich die entsprechende Reihe nicht kenne, überspringe ich auch die Geschichte in der Anthologie. Was mich nervt, weil ich das Buch nicht 'ordentlich' fertig lesen kann. ;-)
    Da ist es mir dann lieber, wenn es die Novella einzeln als e-Book gibt.

    Liebe Grüße!

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    1. Das Problem kenne ich auch und hatte es mal bei einer Reihe von Gena Showalter - da hatte ich die Reihe nicht gelesen und fühlte mich mit der Kurzgeschichte fast schon überfordert, weil ich kaum etwas zuordnen konnte... Und ehrlich gesagt, hat mich diese Kurzgeschichte eher abgeschreckt und ich habe diese eine Reihe nie angefangen, obwohl sie ja durchaus gut sein könnte. Das ist dann natürlich ein Schuss nach hinten, wenn eine Kurzgeschichte mehr abgeschreckt als das Interesse weckt. Darum bin/war ich wohl noch skeptischer Geschichten von Autoren zu lesen, die ich ansonsten nicht kenne.
      liebe Grüße

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