[Themenlesen] Im Wandel der Zeit - der Schreibstil

Donnerstag, 10. Mai 2012

Na, fühlt ihr euch schon erschlagen von all den Reihenvorstellungen und Reviews? Ich hoffe doch nicht, denn es stehen noch so manche interessante Bücher aus ;) Aber zur Abwechslung gibt es jetzt mal ein anderes Thema, das jetzt zwar gut zum Themenlesen passt, aber auch unabhängig davon einen Post bekommen hätte.

* * *

Wir alle kennen das - es gibt Reihen, die uns besonders am Herzen liegen und die wir jahrelang verfolgen. Bei jedem neuen Buch weiß man in etwa was man zu erwarten hat und besonders bei den eigenen Lieblingsautoren kann man vorher sagen, ob einem das Buch gefallen wird. Aber im Laufe der Jahre bleibt es natürlich nicht aus, dass sich ein Autor verändert und weiter entwickelt und damit einher geht auch eine Veränderung des Schreibstils. Ein und dieselbe Reihe kann sich da mit nur einem Buch zur Gänze verändern, sogar so weit, dass man als Leser sagt, man erkennt den Autor dahinter nicht mehr.

Das ist zwar bei Lora Leigh nicht der Fall, dennoch fand ich es interessant zu sehen, wie sich ihre Reihen mit den Jahren verändert haben. Ich lese erst seit ein paar Monaten ihre Bücher, habe sie auch nicht in immer in der richtigen Reihenfolge gelesen und mir oft das Buch geschnappt, das sich am besten angehört hat für mich. Dennoch ist ein Unterschied in ihrer Art zu schreiben und eine Entwicklung bemerkbar.

Dafür möchte ich zwei Beispiele anführen:
* zum einen wäre da die Breeds Reihe, die ich quer durch gelesen habe. MIt den neuesten Büchern habe ich angefangen und mich dann rückwärts vorgearbeitet. Den ersten Teil der Reihe habe bzw. werde ich überhaupt nur in der Übersetzung (ge)lesen, die ja eben erst erschienen ist. Aber bei den englischen Büchern, die ich bis jetzt gelesen habe ist mir aufgefallen, dass mir die neuesten Bücher der Reihe definitiv besser gefallen haben. Das hat auch damit zu tun, dass die Welt der Breeds nun eine gefestigte ist. Sie müssen ihre Existenz zwar immer noch verteidigen, haben sich aber ihr eigenes Reich erschaffen, wenn man das so sagen möchte. Sie konnten sich etablieren und das wiederum spiegelt sich in den Geschichten auch wieder. 

Ein weiterer Aspekt betrifft die Zeit, in der die Bücher spielen. Wie gesagt habe ich mit den neusten Büchern angefangen und bei diesen hat die Autorin auf eine Angabe des Jahres verzichtet, zu der die Handlung stattfindet. Damit waren die Geschichten zeitlos und es blieb der Fantasie des Leses überlassen, wo man sie zeitlich einordnen möchte. In ihren früheren Büchern jedoch gibt es durchaus Jahresangaben (u.a. 2023 bei Megan's Mark) und hier hatte ich wirklich das Gefühl in einer anderen Welt gelandet zu sein. Technologie spielte eine ganz andere Rolle und das Buch ist viel actionlastiger, als ich es bis dahin gewohnt war.

* und zum anderen wären das ihre beiden Romantic Suspense Reihen - die Tempting SEALs und Black OPs. Letztere sind als Spin-Off Serie entstanden und natürlich könnte sich meine Meinung diesbezüglich noch ändern, weil ich beide Reihen nicht zur Gänze kenne, aber vom Stil her hat mir Letztere viel besser gefallen. Der Suspense Plot war hier stärker ausgearbeitet und auch die Charaktere waren facettenreicher. Die Temptings SEALs finde ich für den Einstieg zwar ganz nett, aber definitiv weiter verfolgen werde ich die Black OPs! Aber das werdet ihr auch noch meiner Rezension entnehmen können, die demnächst folgt :)

Reihenunabhängig kann ich also sagen, dass mir ihre neueren Bücher durchwegs besser gefallen. NIcht, dass die Bände davor weniger gut gewesen wären, aber ihnen fehlt noch die Tiefe und die Leichtigkeit der Geschichte.  Die aktuelleren Bücher konnten mich einfach mehr begeistern und das merkt man auch den Wertungen an.

Nun meine Frage an euch - ist euch das bei Reihen auch schon aufgefallen? Dass sich der Schreibstil so verändert hat? Und hat euch diese Veränderung gefallen oder habt ihr die Reihe dann abgebrochen?
liebe Grüße, Melanie

PS: vergesst nicht das Gewinnspiel - einfach kommentieren und ihr könnt ein Buch gewinnen ;)

Kommentare:

  1. Je weiter die Reihe fortschreitet, umso flüssiger werden die Geschichten meist und die Sinnzusammenhänge werden klarer. Aber es gibt leider auch Reihen, die nach dem ersten großartigen Buch ins Bodenlose stürzen und furchtbar werden, von der Story und manchmal auch vom Schreibstil her, was ich bei manchen Serien wirklich schade finde.

    Besonders bei der Dark Hunter Reihe von Sherrilyn Kenyon ist mir das aufgefallen. Bis Buch 9 fand ich sie gut (okay "Wächterin der Dunkelheit" war auch nicht so gut) aber danach wurde es langweilig und der Schreibstil veränderte sich. Allerdings ist Teil 15 "Acheron" wieder gut, was aber auch an der Story liegen könnte. Aber alles in allen, hat die Serie stark nachgelassen, von den Geschichten und vom Schreibstil her.

    Die Lyxreihe von Shannon MacKenna ist da wieder ein ganz anderes Thema. Die ersten 3 Bücher fand ich zum Teil richtig furchtbar, von der Story her und der Schreibstil hat mir an sich auch nicht gefallen. Aber plötzlich war da Teil 4, der mich, abgesehen von dem Neandertaler-Benehmen des Protags während der Sexszenen, begeistert hat. Der Schreibstil hat mir bei diesem Teil wirklich gefallen und zwar so gut, dass ich mir den nächsten in Englisch besorgt habe.

    Die Darkyn Reihe von Lynn Viehl habe ich nach dem zweiten Teil aufgrund des Schreibstils komplett abgebrochen. Ich konnte diesen nicht mehr ertragen :)

    Also wie man sieht habe ich gute und schlechte Erfahrungen mit Reihen gemacht.

    Liebe Grüße

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    1. Das stimmt, es gibt wirklich tolle Serienstarts und die Nachfolgebände können irgendwann nicht mehr mithalten :( das muss aber nicht unbedingt am Schreibstil liegen, sondern ist leider oft der Fall, wenn eine Reihe künstlich in die Länge gezogen wird und Charaktere in den Mittelpunkt gestellt werden, die absolut nichts zu erzählen haben ^^
      Die Dark Hunter Reihe z.B. habe ich auch gerne gelesen, aber die vier oder fünf Bände vor Acheron waren für mich ziemlich überflüssig und ich hätte sie wirklich nicht gebraucht. Da merkt man wirklich, dass die Autorin ein Loch hatte... Und nach Acheron war für mich auch Schluss. Liest du die Reihe denn noch?

      Ich bewundere dich grade! Du hast die Reihe von Shannon MacKenna wirklich so weit gelesen, dass dir die Bücher gefallen haben? Wow :) ich könnte das nicht - wenn schon die ersten beiden Bände nicht überzeugen können, dann war es das für mich mit einer Reihe. Wieso hast du sie eigentlich weitergelesen? Irgendwas müssen die ersten Bände dann ja doch gehabt haben um dich neugierig zu machen.

      liebe Grüße :)

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    2. Bei den Büchern, die nach dem ersten Teil furchtbar wurden, lag es meist wirklich am Schreibstil und nicht mal an der Geschichte an sich.

      Ich fand die Dark Hunter ab Band 10 auch überflüssig. Acheron war gut und danach habe ich nicht weiter gelesen. Allerdings werde ich mir noch Fangs Story kaufen, da ich gerne wissen möchte, wie die es hinbekommen, doch noch zusammenzukommen.

      Den ersten Teil hatte ich damals gewonnen und ihn natürlich auch gelesen aber der Schreibstil bzw. dieses Neandertalerverhalten der Helden hat mir absolut nicht gefallen, von der Story her ging es. Teil 2 hat mich leicht verzweifeln lassen, da es nur so vor Testosteron gestrotzt hat und die haben nur gevög...t. Das ging mir auf die Nerven. Aber dennoch haben die Bücher etwas an sich, was mir gefiel. Der Grundplot ist ganz gut, deswegen habe ich es weiter gelesen. Um was es in Teil 3 geht, habe ich im Moment verdrängt und wollte eigentlich mit der Reihe aufhören aber dann habe ich Teil 4 geschenkt bekommen und der hat mir plötzlich gefallen. Na mal schauen, wie Teil 5 sein wird. Eigentlich warte ich nur darauf, wie die Geschichte um den für totgeglaubten Bruder sich entwickelt.
      Wie gesagt, die Bücher haben etwas an sich, dass man sie dennoch liest, obwohl ich bis Teil 3 ihnen nur 1-2,5 Punkten gegeben habe.

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  2. Wow, du warst ja super fleißig - der Post ist sehr aufschlussreich und ich gestehe, dass ich mir darüber noch so gar keine Gedanken gemacht habe. Danke für diesen Tipp!!
    Liebe Grüße Hanne

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    1. Dankeschön, Hanne :)

      Mir ist es halt bei dieser Autorin sehr stark aufgefallen, weil ich innerhalb kurzer Zeit viele Bücher gelesen habe, die über mehrere Jahre hinweg veröffentlicht wurden. Ich glaube, wenn man eine Reihe konstant liest, jeweils wenn ein neues Buch erscheint und ein paar Monate dazwischen liegen fällt einem das nicht so stark auf. Man bekommt dann die Entwicklungen langsamer mit und nicht so abrupt...
      liebe Grüße zurück ;)

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  3. Ein besonders extremer Wandel beim Schreibstil ist mir bei der Twilight Serie von Maggie Shayne aufgefallen. Band 1 bis 3 sind sehr unterhaltsame Geschichten, Band 4 dagegen unterscheidet sich derart von seinen Vorgängern, dass ich manchmal dachte hier wäre ein anderer Autor am Werk gewesen. Für mich war nach diesem Buch die Reihe abgehakt. (Meines Wissens sind ohnehin nach dem 4. Teil keine Bücher mehr in deutscher Übersetzung erschienen.)

    Ein Gegenbeispiel kann ich dir aber auch nennen: Die Malory Reihe von Johanna Lindsey. Zwischen dem ersten und dem aktuellen 10. Teil liegen 25 Jahre! Ein viertel Jahrhundert voller Kontinuität in Bezug auf den Schreibstil der Autorin. Nimmt man ein Malory-Buch zur Hand ... da weiß man, was man hat. *g*

    LG, Sylvia

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    1. Stimmt, diese Entwicklung habe ich über die Reihe von Maggie Shayne auch schon gehört! Ich kenne die Bücher zwar nicht, aber so etwas würde mich furchtbar aufregen und mir das Lesevergnügen wohl verderben :( kleine Veränderungen und Entwicklungen sind ja gut und schön, aber übertreiben sollte man es dann nicht...

      Wow, das ist aber eine wirklich tolle Leistung der Autorin so kontinuierlich gute Qualität zu liefern! Aber da sieht man auch, dass sich Autoren oft lieber mehr Zeit für ihre Geschichten nehmen sollten um sie zu dem zu machen, das sie sein können. Andere sind nur auf Quantität aus und so hat sich eine Reihe bald mal erledigt :(

      liebe Grüße

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