Review: Die Auserwählten. Im Labyrinth by James Dashner

Donnerstag, 6. September 2012

Description:
Sein Name ist Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem bizarren Ort gelandet: eine Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth. Doch er ist nicht der Einzige. Zusammen mit fünfzig Jungen, denen es genauso geht wie ihm, sucht er einen Weg in die Freiheit. Der führt durch das Labyrinth, dessen gewaltige Mauern sich Nacht für Nacht verschieben und in dem mörderische Kreaturen lauern. Doch gibt es wirklich einen Weg hinaus? Ist das Ganze eine Prüfung? Und wer hat sich dieses grauenvolle Szenario ausgedacht? Den Jungen bleibt nicht viel Zeit, um das herauszufinden.

Review:
Manchmal ist es wirklich besser ein bisschen Abstand zu einem bestimmten Genre zu gewinnen um nach seiner Rückkehr dorthin Bücher wieder mehr genießen zu können. So war es auch der Fall mit Die Auserwählten. Im Labyrinth, meine erste Dystopie nach einer längeren Pause. Und die Pause hat sich bezahlt gemacht, denn ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Von Lesepausen keine Spur und so war es gut, dass ich an dem Tag frei hatte und mich voll und ganz auf Die Auserwählten konzentrieren konnte. Ich habe mir das Buch letztes Jahr eher spontan mitgenommen und eigentlich gar nicht genau gewusst, was ich erwarten sollte. Lange stand es dann unbeachtet im Regal und jetzt im Nachhinein gebe ich zu, dass ich wohl früher auf all die begeisterten Rezensionen dazu hätte hören sollen.

Der Anfang gestaltet sich vergleichsweise ruhig. Thomas landet im Labyrinth und ist dort erstmal verwirrt und muss sich zurechtfinden. Dieser Zustand ist bei ihm aber längst nicht so schwerwiegend wie bei seinen Vorgängern. Es ist eine interessante und facettenreiche Gruppe, die hier zwangsweise zusammen leben muss. Versorgt werden sie von außen und täglich müssen sie sich Gefahren im Labyrinth selbst stellen, dass sich zudem ständig verändert. Thomas weiß relativ rasch welche Aufgabe er hier übernehmen möchte und findet sich im Labyrinth gut zurecht. Man möchte fast meinen er kennt bereits jeden Winkel und dieser Gedanke lässt auch ihn nicht los. Als kurz nach ihm ein Mädchen zu ihnen ins Labyrinth geschickt wird mit der Botschaft, sie wäre die Letzte, beginnt die Geschichte erst so richtig spannend zu werden. Damit gestaltet sich das Buch ab diesem Zeitpunkt viel rasanter, Vorteil dabei ist aber, dass man Zeit hatte sich in dieser Welt umzusehen.

James Dashner schreibt fesselnd und versteht es eine Atmosphäre zu schaffen, die seine Leser sofort gefangen nimmt. Die dystopischen Elemente sind gut gewählt und durchdacht, der Gedanke hinter dem Buch fast schon brutal, aber das ist das Leben im Labyrinth auch. Ganz nach dem Motto ‚Nur der Stärkste überlebt’ geht es hier wirklich um Leben und Tod und ein falscher Schritt kann das Ende bedeuten. Strategie und Logik spielen ebenso eine Rolle wie Instinkte und die Mischung, die James Dashner hier erschaffen hat konnte mich vollends überzeugen. Wäre nicht der etwas ruhigere Einstieg sowie so manche kreative Wortschöpfung gewesen, hätte das Buch bei der Wertung wohl noch an Punkten zulegen könnten, aber auch so möchte ich es allen DystopienliebhaberInnen empfehlen.

Mit Die Auserwählten. Im Labyrinth hat es sich aber nicht erledigt, Fortsetzungen stehen nämlich noch aus, wobei der 2. Teil mittlerweile auch auf Deutsch erhältlich ist. Ein entscheidender Handlungsstrang wurde zu einem vorläufigen Ende gebracht, die Gruppe durcheinander gewürfelt und mit jeder neuen Aufgabe auf die Prüfung gestellt. Nicht alle haben diese bestanden, aber für diejenigen, die dieses Abenteuer überlebt haben steht das Nächste schon bereit. Das Buch endet eigentlich mit einer ruhigen Sequenz, einem falschen Gefühl der Sicherheit für die Protagonisten und dem Versprechen auf eine weitere unglaubliche, fast schon unmögliche Reise. Lange habe ich mit dem Lesen gewartet und ich habe mir fest vorgenommen den 2. Band nicht so lange aufzuschieben.

Rating: B

Buchinfos:
Hardcover, 496 Seiten
Published April 2011 by Carlsen Verlag
ISBN 9783551520197
Series: Maze Runner #1 (OT: The Maze Runner)

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch sehr gut, aber ich bin im Moment auch ein bisschen im Dystopie-Fieber. Kann aber auch nachvollziehen, dass man dann auch irgendwann keine mehr lesen möchte bwz. mal etwas abwechslung brauch.

    Auf jeden Fall schöne, nachvollziehbare Rezi :)

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    1. Wobei ich ja finde, dass sich James Dashner auf jeden Fall von anderen Dystopien absetzt. Er hat einfach eine Mischung gefunden, die bis zur letzten Seite fesseln kann und das fehlt mir bei vielen anderen Dystopien. Und ich freue mich, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat!!
      Für ein Dystopien-Fieber ist jetzt eh die richtige Zeit, da hat man sooo viel Auswahl :)

      Vielen lieben Dank für dein Lob!

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  2. Yay, also hast du nun doch mit der Reihe angefangen ;) Und dir gings wie mir, man kann da einfach nicht aufhören zu lesen. Die vielen fehlenden Antworten haben dich gar nicht so gestört? Mich treibt sowa sin den Wahnsinn^^

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    1. Als ob ich euren Rezensionen noch länger hätte widerstehen können *lach*

      Es gingen mir schon einige Antworten ab, aber zum einen wusste ich von Anfang an, dass es noch zwei weitere Bände geben würde und irgendwie machte mir auch der deutsche Titel des 2. Bandes klar, dass da erst noch so einiges kommen muss. Offene Fragen bleiben bei mir definitiv auch zurück, aber hier haben sie mich nicht so gestört, weil ich weiß, dass sie bald beantwortet werden (zumindest gehe ich davon aus und ich kann nur hoffen, dass der Autor das auch so sieht ^^).
      Das ist bei mir aber auch immer sehr gefühlsabhängig ;)

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  3. Tolle Rezi! Das Buch steht auch schon ne Weile auf meiner Wunschliste, mal sehen wann es endlich bei mir einziehen darf.

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    1. Ich würde dir nur zu gerne sagen, dass du damit nicht so lange warten solltest wie ich es getan habe, aber ich habe auf andere ja auch lange nicht gehört ;)

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