Review: Legend. Fallender Himmel by Marie Lu

Dienstag, 25. September 2012

Description:
Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos – angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist.

Review:
Ich brauche wohl kein Wort zu den Erwartungen verlieren, die man an dieses Buch stellen dürfte, wenn man all die Bewertungen bedenkt, die diese Geschichte in den Himmel loben. Wie es nun mal mit Erwartungen so ist haben sie viel zu oft einen tiefen Fall zur Folge. Weg von dem Podest, auf das ein Buch gestellt wurde und ein Gratis-Flug zurück in die Realität. Und hier bleibt von diesen Erwartungen nicht viel übrig. Viele werden jetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und sich wundern, wie ich so etwas nur sagen kann. Aber so Leid es mir auch tut, und ich wollte wirklich, dass mir dieses Buch gefällt, schließlich warte ich seit Monaten darauf, Legend konnte mich kaum von sich überzeugen. Es gibt viele Aspekte, die ich im Ansatz gut finde, aber keiner von ihnen wurde so weit ausgebaut und vertieft, dass er das Buch zu etwas Besonderem machen würde.

Der Einstieg viel mir sehr schwer. Ich kannte zwar bereits eine Leseprobe, aber die war aus der Mitte der Handlung gegriffen, hätte für mich aber den perfekten Beginn dargestellt. Denn bis June und Day aufeinander treffen vergehen gut und gerne 130 Seiten. Und die sind nicht so fesselnd und überwältigend, dass man das Gefühl hat dieser Welt zu verfallen und sie nicht mehr verlassen zu wollen. Das Gegenteil ist eher der Fall und dieses erste Drittel zieht sich regelrecht in die Länge. Diese umfassende Einführung hat aber kein genaues Kennen lernen der Charaktere zur Folge oder den Versuch der Autorin ihre Welt besonders detailreich und intensiv dem Leser zu präsentieren. Solch eine Grundlage hätte ich nämlich gerne vor mir gehabt, aber weit gefehlt. Zum Glück tritt mit dem Treffen von June und Day eine Veränderung ein und die Handlung nimmt etwas an Tempo zu. Kämpfe und Verfolgungsjagden werden in die Handlung eingeflochten, die dadurch auch etwas blutiger wird. Leider kann das schnell wieder ins Gegenteil überschlagen, nämlich dann, wenn es zu einem sinnlosen Sterben unter den Nebencharakteren und Todesopfern im Fußvolk kommt. Für die meisten dieser Momente habe ich keine Notwendigkeit gesehen und ich habe mich gefragt, was damit eigentlich erreicht werden sollte.

Nun ist es aber so, dass Legend nicht nur eine Enttäuschung war. Es hat durchaus seine positiven Aspekte und die Autorin legt gute Grundlagen für weitere Bände. World Building scheint nicht zu ihren Stärken zu zählen oder sie will sich diesen Trumpf für die Fortsetzung aufsparen, aber zumindest zu den Charakteren kann man bis zum Schluss hin halbwegs eine Beziehung aufbauen. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von June und Day, die ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Gesellschaft haben. Mit jedem weiteren Kapitel erfahren sie etwas Neues, das langsam aber sicher ihre Vorstellungen in ihren Grundmauern erschüttern lässt. Marie Lu versteht es ihre Leser trotz fehlender Handlung zu fesseln. So habe ich das Buch an einem Tag ausgelesen, obwohl nun nichts Besonderes daran ist. Aber fängt man erst mal an ist man in dieser Welt gefangen und hofft mit jeder neuen Seite auf eine Überraschung. Ich traue ihr durchaus zu, dass sie all das Potential der Reihe nutzen könnte und natürlich hoffe ich, dass das mit der Fortsetzung der Fall sein wird.

Zurück bleibe ich aber mit einem etwas leeren Gefühl und der Frage, ob es das jetzt gewesen sein soll. Ich bin enttäuscht und hätte mir viel mehr erwartet. Gerne hätte man von den anfänglich zögerlichen Kapiteln etwas wegnehmen und dafür dem Ende mehr Dynamik verpassen können. Zudem frage ich mich natürlich, was eigentlich in diesem Buch geschehen ist, außer dass sich June und Day kennen gelernt haben. Insgesamt nicht viel, in meinen Augen, und da wäre eindeutig mehr möglich gewesen. So aber stellt Legend. Fallender Himmel nur einen Vorgeschmack dar und gewährt nur von weitem Blicke auf diese Welt. Leider erschafft Marie Lu hier nichts Neues und reiht sich mit ihrem Buch vielmehr in eine lange Reihe durchschnittlicher Dystopien ein.

Rating: C+

Buchinfos:
Gebundene Ausgabe, 368 Seiten
Published September 3rd 2012 by Loewe
ISBN 9783785573945
Series: Legend #1 (OT: Legend)

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Meinen Respekt für diese Rezension. Ich bin nicht in der Lage viele Worte zu diesem durchschnittlichen Werk zu verlieren und überlege gerade so was wie Minirezensionen einzuführen.^^

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    1. Dankeschön ;)
      Es stimmt schon, eigentlich gibt es nicht viel zu sagen außer, dass es recht durchschnittlich war. Aber ich war nach dem Lesen sehr enttäuscht und da hat sich die Rezi fast von selbst geschrieben *g*

      Minirezensionen finde ich an sich eine tolle Idee!! Ich habe mir das für andere Bücher mal überlegt gehabt, zu denen man zumindest zwei oder drei Sätze sagen möchte...

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  2. toll toll toll - kann dir in allem sehr zustimmen und muss die Hände über den Kopf schlagen *g*
    Ich habe mir durchen den Hype auch viel mehr Erwartet - mehr spannung, mehr Action, mehr von den Charakteren oder der Welt - aber es war für mich alles irgendwie nicht greifbar... viel bla bla, was einem zwar zum lesen motivierte, weil man hoffte es kommt dann bald mal was interessantes/ aufregendes... leider erst ganz zum Schluss, als sich die Handlungen überschlagen haben um zu einen schnellen, unbefriedigenden Ende zu kommen.
    War leider auch für mich nichts, aber Teil 2 lese ich trotzdem, .. möchte wissen ob noch mehr dahinter steckt oder ob es das gewesen ist.
    lg Tina

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    1. Ich dachte zuerst ja, ich würde mit meiner Meinung ziemlich alleine da stehen (wie kommt es, dass ich vor dem Lesen nur positive und begeisterte Rezis gesehen habe??), aber es haben doch viele so empfunden wie wir. Ich nehme mir zwar jedes Mal aufs Neue vor den Hype zu ignorieren, aber es klappt leider nicht immer :(

      Aber in einem ist die Autorin wirklich toll - nämlich im Hoffnung machen, dass sich mit dem nächsten Kapitel doch noch was ändert *lach*
      Liebe Grüße, Melli

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    2. Das frage ich mich auch immer wieder bei Büchern, die für mich nur 2-3 Sterne verdienen und andere aber mit Lob nur so überhäufen. Ist mir momentan wieder öfter passiert.
      Zb. das Buch von Riebe oder der erste und zweite Teil von 'Frostkuss/ Frostfluch' - wo ich nur immer wieder den Kopf schütteln kann.. besonders dann wenn ich daran denke, wie andere davon begeistert sind... geht einfach nicht in mein Hirn rein :p
      Aber was soll man machen, jeder hat nen eigenen Geschmack und ich bin froh, dass es so Leute gibt wie dich und mich und auch (objektiv) ehrlich die Meinung sagen :)

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    3. Ich glaube ja, umso länger man in einem Genre liest desto kritischer wird man auch. Wäre Legend eine meiner ersten Dystopien gewesen, würde ich was darauf wetten, dass die Wertung anders ausgefallen wäre ;)

      Aber es da ja immer gut sich seine eigene Meinung zu bilden und für die Autorin freue ich mich, dass ihr Buch so einen Hype erleben durfte. Und wir werden so eine Leseerfahrung demnächst hoffentlich auch wieder erleben dürfen!

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    4. Das dürfte wohl auch auf mich zutreffen, ...
      obwohl mich immer noch andere Dystopien begeistern können, wenn sie etwas mehr Kreativität aufweisen oder Charas besitzen, in die ich mich verlieben kann oder mich zumindest begeistern... so wie erst vor kurzem 'Under the Never Sky' von Veronica Rossi.

      Klar doch, immer wieder gerne ;)

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  3. Hui, das überrascht mich jetzt. Ich glaube das ist die erste nicht begeisterte Rezension, die ich zu diesem Buch lese. Dieses Jahr vermutlich nicht mehr, aber spätestens im Frühjahr möchte ich es auf alle Fälle lesen und jetzt bin ich wirklich gespannt, ob/wie es mir gefallen hat.
    Schade, dass es dich nicht überzeugen konnte. Gerade wenn man hohe Erwartungen hat ist die Enttäuschung dann (zumindest bei mir) besonders groß :/ Aber wenn ich mir deinen All-these-Books-Post anschaue, dann hast du ja Neuzugänge, die dich trösten können ;o)

    Liebe Grüße!

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    1. Ich hatte vorm Lesen auch nirgendswo negative Rezensionen entdeckt ^^ das hatte mich zwar etwas skeptisch gemacht, aber ich war trotzdem sehr neugierig... Und ich hoffe ja immer, dass anderen das Buch dann besser gefällt als mir und oft frage ich mich auch, ob ich zu kritisch bin, aber wenn es kaum eine Handlung gibt dann finde ich den Rummel, der um das Buch gemacht wurde, übertrieben :(

      Aber du hast Recht, auf meinem SuB sind sicherlich noch einige Überraschungen zu finden, die mich hoffentlich wieder mehr begeistern können ;)

      Liebe Grüße, Melanie

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  4. Ging mir ganz genauso. Liest sich zackig weg und man ist irgendwie dabei, aber letztendlich ist es Durchschnitt. Das "Sterben und Leiden beim Fußvolk" sollte wohl emotionale Momente kreieren, für mich war es meist nicht ganz nachvollziehbar.
    Allerdings sind so wahnsinnig viele Leser vom Roman begeistert, dass ich mich gefragt habe, ob bei mir vielleicht ein paar Seiten gefehlt haben.

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    1. Glaubst du wirklich wir haben weniger bekommen, als im Original drin ist? *grübel* würde aber Sinn ergeben ;) all die tollen Rezis und uns fehlt Etwas - das muss so sein! Aber wenn ich länger drüber nachdenke, ist das nur umso trauriger ^^ Zumindest kann ich bei dem Schreibstil der Autorin aber irgendwo auch verstehen, warum andere begeistert sind...

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