Review: Die Meister der Am’churi by Sandra Gernt

Dienstag, 9. Oktober 2012

  

Taschenbuch 228 Seiten
ISBN 9783934442832

Serie: Am’churi #2
Review zu Teil 1 - Die Ehre der Am'churi






“Ein dunkles Geheimnis, eine uralte Prophezeiung und ein erbitterter Wettlauf gegen die Zeit. Die Drachenkrieger Jivvin und Ni'yo leben zurückgezogen am Rande eines Dorfes. Doch die Idylle zerbricht, als Ni'yo von den Göttern erwählt wird, eine lebensgefährliche Mission anzunehmen. Dafür muss er Jivvin aufgeben und alles, was er liebt, um sich den Schatten zu stellen, vor denen er ein Leben lang geflohen ist...”

Review
Sandra Gernt ist eine von den wenigen deutschen Autorinnen, deren Bücher ich gerne lese und dieser Eindruck hat sich mit Die Meister der Am’churi nur noch vertieft. Zugegeben, ich kenne längst nicht alle ihre Geschichten, aber diese Reihe konnte mich von Anfang an fesseln und in seinen Bann ziehen. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich ihren Schreibstil nicht als ganz so ‚deutsch’ empfinde, wie bei anderen Autoren. Ich weiß, diese Beschreibung ist nicht die Beste, aber für mich beschreibt es den Stil am ehesten.

Zu den beiden Protagonisten spürte ich sofort wieder eine Bindung, hat man mit ihnen doch im ersten Band viel mitgemacht und sie auf ihrem langen und auch schwierigem Weg begleitet. Dazu gefällt mir der Beginn sehr gut, zeigt er uns doch, dass Jivvin und Ni’yo etwas zur Ruhe gekommen sind und die Zeit miteinander genießen können. Wären da nur nicht die Götter, die ihr eigenes Ziel vor Augen haben und unsere Helden erneut vor eine schwierige Prüfung stellen, deren Erreichbarkeit so weit entfernt scheint, wie noch nie zuvor. Und ganz ehrlich, die Götter können schon kleinlich und kindisch sein. Darunter zu leiden hat besonders Ni’yo, der scheinbar alles aufgeben muss, was er gerade erst gewonnen hatte und in die Einsamkeit zurückkehren muss. Die Autorin macht es den beiden nicht einfach, aber als Leser hat man das Vergnügen zu erleben wie sie an dieser Herausforderung wachsen. Nun bleibt es dabei nicht aus, dass die Charaktere an sich und ihrer Beziehung zweifeln und als Leser bricht einem das fast das Herz. Man wünscht ihnen ein Happy End und doch ist es über lange Strecken nicht klar, ob es ein solches auch geben wird. Verzweiflung und Einsamkeit gehen Hand in Hand und erst die Überwindung dieser kann den Charakteren die Kraft geben um durchzuhalten. Und genau diese kleinen Momente aus denen sie diesen Mut zum Weitermachen schöpfen sind emotional.

Der Fokus der Geschichte lag dieses Mal nicht ganz so stark bei Jivvin und Ni’yo, andere Charaktere treten in den Vordergrund und die Autorin erweitert ihre Welt hier ungemein. Überhaupt finde ich den Aspekt World Building hier sehr gut, die Landschaften und Wesen werden detailliert gezeichnet und man erhält ein sehr klares Bild von dieser Welt. Es entsteht eine Gemeinschaft, deren Zusammenarbeit aber nicht von Anfang an funktioniert. Streitereien untereinander sorgen für Spannung und eine zweite sich anbahnende Liebesgeschichte steuert weitere Funken bei. Dazu kommen geniale Kampfszenen, die einem den Atem nehmen und eine Gefühlsachterbahn, die sowohl Leser als auch Charaktere offen und verletzlich zurücklassen.

Im Vergleich zum 1. Band fand ich diesen hier aber ein wenig schwächer, überzeugen und begeistern konnte er mich dennoch und weckte in mir vor allem die Lust darauf, seinen Vorgänger noch einmal zu lesen. Ich will den Anfang von Jivvins und Ni’yos Beziehung erneut erleben und genau das werde ich demnächst auch machen. Übrigens lässt nicht nur die Handlung an sich die Möglichkeit nach einem 3. Teil offen, das Ende weist auch darauf hin und ich werde die Reihe weiterhin im Auge behalten.

Wer also gerne homoerotische Geschichten liest und in diesem Bereich gerne einer deutschen Autorin eine Chance geben möchte, dem kann ich Sandra Gernt wirklich empfehlen. Von rasanten Kampfszenen über gefühlvolle Momente und Nervenkitzel ist alles dabei was das Leserherz begehrt und dabei habe ich das Gefühl, noch  nicht mal im Ansatz meine Gefühle beschreiben zu  können, die ich während dem Lesen verspürte.

Inhalt und Cover © Goodreads.com

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