Review: The Duke and I by Julia Quinn

Freitag, 16. November 2012



Paperback Ausgabe 339 Seiten
ISBN 9780749936570


Serie: Bridgertons #1
Deutsche Übersetzung: Wie erobert man einen Duke?
Englischniveau: 1 (= leicht)




„After enduring two seasons in London, Daphne Bridgerton is no longer naive enough to believe she will be able to marry for love. But is it really too much to hope for a husband for whom she at least has some affection? Her brother's old school friend Simon Bassett - the new Duke of Hastings - has no intention of ever marrying. However, newly returned to England, he finds himself the target of the many marriage-minded society mothers who remain convinced that reformed rakes make the best husbands.
To deflect their attention, the handsome hell-raiser proposes to Daphne that they pretend an attachment. In return, his interest in Daphne will ensure she becomes the belle of London society with suitors beating a path to her door... There's just one problem, Daphne is now in danger of falling for a man who has no intention of making their charade a reality.

Review
Ich gebe es ehrlich zu – lange waren Historische Romane ein Tabuthema für mich und ich habe sie so ziemlich ignoriert. Umso mehr hat es mich selbst dann überrascht, als meine Neugierde für dieses Genre sich plötzlich wieder bemerkbar machte. Einer lieben Freundin habe ich es dann zu verdanken, dass ich diesen 1. Teil der Bridgertons Reihe gelesen habe. Sie war der Überzeugung, er könnte für mein neu entdecktes Interesse genau das Richtige sein und damit lag sie auch richtig. Ich habe mich nämlich sofort wohl gefühlt in dieser von Julia Quinn erschaffenen Welt.

Die Charaktere hier sind erfrischend unkompliziert, haben zwar ihre Sorgen und Lasten zu tragen, wirken aber dennoch ungekünstelt und menschlich. Trotz ihrer Herkunft sind sie nicht arrogant oder überheblich, sondern auf dem Boden geblieben. Familie spielt für die Bridgertons eine große Rolle und obwohl es diese typischen Streitereien unter den Geschwistern gibt (in welcher Großfamilie kommt man schließlich ohne aus?) ist der Zusammenhalt dennoch deutlich bemerkbar. Simon hat im Vergleich dazu wenig mit Familie zu tun und sie spielt bei ihm auch nicht diese Rolle. Und doch fühlt er sich bei den Bridgertons wohl und hat in vielen von ihnen gute Freunde gefunden. Simon ist aber auch in anderer Hinsicht ein besonderer Held, denn er blickt auf eine schwierige Kindheit zurück in der er nie die Liebe seines Vaters erfahren durfte. Und das alles wegen einem kleinen Makel, er stotterte. Noch heute beeinflusst ihn dieses Stottern und mit Bedacht wählt er seine Worte. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn er ein Held der ruhigeren Sorte ist.

Das erste Treffen zwischen Simon und Daphne verlief relativ ungezwungen, beide konnten den Witz der Situation sehen und haben darauf reagiert. So schafft Julia Quinn von Anfang an einen humorvollen leichten Unterton, der den Leser über das gesamte Buch hinweg begleitet. Bei diesem Einstieg ist es auch nicht verwunderlich, wenn es ungewöhnlich weitergeht. Die beiden Hauptcharaktere schließlich sich nämlich zusammen und geben vor ein Paar zu sein – damit will sich Simon all die heiratswütigen Mütter und deren Töchter vom Leib halten und gleichzeitig Daphne die Möglichkeit geben einen Mann für sich zu finden, da ihr durch dieses vorgetäuschte Zusammensein das Interesse vieler Männer sicher sein soll. Als Leser kann man sich natürlich denken in welche Richtung sich das entwickeln wird und doch schafft es die Autorin die Neugierde zu halten und mit Überraschungen und spritzen Dialogen aufzuwarten. Eine wichtige Rolle dabei spielen natürlich auch die Nebencharaktere, die allesamt überzeugen konnten und direkt Lust auf mehr machen.

Julia Quinn besticht außerdem durch Kleinigkeiten, die diese Reihe zu etwas Besonderem macht und sie für den Leser unvergesslich werden lässt. So sind zum Beispiel die Bridgerton Kinder dem Alphabet nach benannt worden – von Anthony, dem Ältesten, hin zu Hyacinth, der Jüngsten –, aber auch ihre Mutter Violet darf nicht unterschätzt werden. Zusammen ist diese Familie nicht zu bändigen und sorgt für so manche interessante Situation. Für einen klaren Blick sorgte zudem die Kolumne von Ms. Whistledown, die für mich perfekt in dieses Buch passte. Mit einem Blick von außen, so möchte man zumindest meinen, fasst sie so manche Entwicklung humorvoll zusammen und ärgert damit sogar die Protagonisten selbst, denn kaum etwas scheint vor ihr geheim zu sein.

Zugegebenermaßen hatte ich zum Schluss hin leichte Probleme mit Daphne bzw. mit einer ihre Handlungen, die für mich Verrat an Simon darstellte, aber die Autorin hat mit der Lösung dieses Konfliktes doch noch die Kurve bekommen, sodass dieser Vorfall im Gesamtbild etwas untergeht und der Heldin im Nachhinein auch verziehen werden kann. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich große Probleme hätte, wenn die Rollen vertauscht gewesen wären und ich kann auch gar nicht sagen, wieso mein Bild von Daphne nicht stärker beschädigt wurde, aber ihr Frust und ihre Enttäuschung waren für mich zu einem Teil nachvollziehbar. In dieser Situation hätte ich sie dennoch mal schütteln können und grade in Bezug auf Simons Vergangenheit fand ich es noch schlimmer, aber wie gesagt, man kannte die Charaktere doch schon gut genug und hat der Autorin diese Entwicklung verziehen.

Nach Jahren war The Duke and I der erste Historical Romance den ich gelesen habe und er konnte mich sofort von sich überzeugen und begeistern. Mittlerweile befinden sich alle Fortsetzungen in meinem Regal und ich freue mich aufs Weiterlesen. Simon ist ein ganz besonderer Held und wird immer eine Sondereinstellung einnehmen. Wer die Reihe tatsächlich noch nicht kennen sollte, jetzt aber neugierig geworden ist, sollte ihr unbedingt eine Chance geben! Entweder auf Englisch oder Deutsch, ich habe mir nämlich sagen lassen, dass auch die Übersetzungen gut gelungen sind.
Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Ich habe das Buch vor kurzem auf deutsch gelesen und fand es auch super! Auf die übrigen Bände der Reihe freue ich mich sehr! :)

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    1. Ich habe in der Zwischenzeit ja auch schon Teil 2 gelesen und obwohl ich ihn einen Tick schwächer fand, war er immer noch sehr schön *hach* die Charaktere sind halt doch etwas besonderes und ich mag den Schreibstil von Julia Quinn einfach.
      Ich wünsche dir auch viel Spaß beim Weiterlesen :)

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  2. Hey Mel,

    wuha ich bin mir sicher das ich von dieser Autorin Bücher im Keller habe oO sie hat für Historical Cora etc. geschrieben ^^ und die habe ich früher immer gelesen unter anderem :>

    Es ist soooo schön das du dich in diese Gegend der Bücher wagst das sie mir so lieb sind :>

    LG
    Romi

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    1. Huch, deinen Kommentar hier habe ich ganz übersehen, Romi...

      *g* hast du die Bücher nur im Keller oder gelesen auch schon? Wobei ich gar nicht wusste, dass du auch gerne historische Liros liest. Vielleicht kann ich dich in Zukunft ja wieder auf das ein oder andere Buch neugierig machen ;) Oder umgekehrt und ich bekomme die Tipps von dir!

      Liebe Grüße

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  3. Hach, irgendwie ist es schön, dass eine weitere Bloggerin, deren Blog ich sehr gerne lese, ihre Freude an Historicals (wieder) gefunden hat. :) Es gibt einfach viel zu wenig Blogger, die überhaupt mal einen Historical in die Hand nehmen und wenn dann meist nur die Bridgertons. Also nichts gegen die Bridgertons, aber es gibt ja schließlich nicht nur diese eine Reihe, die man aus dem Genre lesen könnte. ^^

    Schön, dass dir "The Duke and I" gefallen hat. :) Ich hoffe du bleibst dem Genre auch in Zukunft trau, selbst wenn du nur mal ab und zu zu einem Historical greifst. :D

    Wie lange hast du denn schon keinen Historical mehr gelesen? Also vor den letzten?

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    1. Ich kenne auch kaum Blogger, die über historische Romane schreiben, geschweige denn englische Bücher lesen. Aber vielleicht ändert sich das ja in Zukunft - ich habe ja auch lange gebraucht bis ich mich wieder an einen Historical gewagt habe...

      Und ich werde es definitiv nicht bei den Bridgertons belassen, auch wenn es für mich ein toller Wiedereinstieg in dieses Genre war ;) Aber ich habe mittlerweile ja auch andere Autoren ausprobiert, nur fehlen da noch die Rezis. Aber bisher wurde ich immer positiv überrascht und werde ganz sicher weiter lesen!

      Den letzten Historical? *grübel* das ist locker schon an die vier/fünf Jahre her, wenn nicht sogar noch länger... Da habe ich sie noch alle auf Deutsch gelesen und bin dann eben davon abgedriftet, weil mir viele nicht mehr gefallen haben und mich dann die Paranormalen Bücher so fasziniert haben.

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  4. Also ich fand besagte Stelle ehrlich gesagt nicht so schlimm, In meinen Augen hat Daphne aus reiner Verzweiflung heraus gehandelt, der sie sich erst kurz danach richtig bewusst wurde. Ich fand auch die Tatsache das Simon sie bewusst belogen hat um einiges schlimmer. Gut, er hat es nie genau gesagt, aber er hat sie in dem Glauben gelassen und das obwohl er wusste wieviel ihr das bedeutete. Seine Vergangenheit hin oder her, aber der Stein der durch dieses Ereignis ins Rollen kam, hat doch erst dafür gesorgt das er die Augen endlich geöffnet und gesehen hat das seine Einstellung komplett falsch ist.

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    1. Für mich war es ja auch nicht so schlimm bzw. hätte ich es bei einer anderen Autorin sicherlich schlimmer gefunden, aber hier hat es Julia Quinn doch verständlich und nachvollziehbar in die Geschichte integriert. Das hat mich ja doch etwas überrascht, dass ich mich da nicht mehr darüber geärgert habe ;)

      PS: Ich finds toll, dass du dich von den anderen Coverausgaben, die mir ja so gut gefallen, nicht hast abschrecken lassen, sondern der Reihe eine Chance gegeben hast!

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