Review [Christmas Edition] Eight White Nights by André Aciman

Sonntag, 16. Dezember 2012

Part III

Wie schnell doch eine Woche wieder vorbei sein kann und Weihnachten naht mit großen Schritten. Die nächste Woche werde ich wahrscheinlich noch einmal Kecksebacken einschieben und die letzten Geschenke besorgen und verpacken. Dann kann Weihnachten wirklich kommen. Aber in der Zwischenzeit habe ich mich auch diese Woche wieder einer Weihnachtslektüre gewidmet - dieses Mal sogar auf mehrere Tage verteilt, weil es die Zeit nicht anders zugelassen hat. 



Paperback Ausgabe 368 Seiten
ISBN 9780312680565


Serie: Stand Alone
Deutsche Übersetzung: nichts bekannt
Englischniveau: 2 (= mittel)





„A young man goes to a Christmas party in upper Manhattan where a woman introduces herself with three simple words: “I am Clara.” Over the following seven days, they meet every evening at the cinema. Overwhelmed yet cautious, he treads softly. The tension between them builds gradually—marked by ambivalence, hope, and distrust—culminating in a final scene on New Year’s Eve in a final scene charged with magic and the passion.“

Review
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht was ich von diesem Buch halten soll und ich könnte wohl noch Stunden hier sitzen und mir würde nicht mehr einfallen. Zu Beginn hat es mich sehr fasziniert, der Autor schreibt sehr poetisch, sehr bedacht und das ist kein Buch, das man einfach  mal so nebenher liest. Man sollte sich die Zeit dafür nehmen und die Charaktere gut kennen lernen. Und wie gesagt, den Beginn fand ich sehr interessant und ungewöhnlich. Der Titel Eight White Nights spiegelt zudem genau die Handlung wieder bzw. bezieht sich genau auf den Handlungszeitraum – von Weihnachten bis Neujahr. Dennoch sind es nicht nur acht Nächte, die die Charaktere miteinander verbringen, sondern viel mehr.

Nach dem dritten oder vierten Tag fand ich es jedoch immer mühsamer diese Geschichte zu lesen. Ich hatte bis dahin noch keine richtige Beziehung zu den Charakteren aufbauen können und sie blieben weiterhin auf Distanz. Zudem konnte ich mich immer weniger auf den ganz eigenen Schreibstil von André Aciman einlassen. Immer und immer wieder kommt es zu Wiederholungen von anscheinend wichtig gemeinten Sätzen, die aber für mich nie diese Wichtigkeit hatten. Fragen und Aussagen der Protagonisten werden vom jeweils anderem wiederholt, bleiben in der Luft hängen, als solle man ihre Bedeutung verstehen ohne weitere Einsicht in die Charaktere selbst zu erhalten. Das Lesen wurde für mich dann anstrengend, ich habe das Buch immer wieder zur Seite gelegt in der Hoffnung, dass es mir nach einer Pause gefallen könnte.

Der Klappentext verspricht magic and passion, leider wird dieses Versprechen nicht ganz erfüllt. Vielmehr ist die Anziehungskraft zwischen den Charakteren kaum nachvollziehbar, ihre Gefühle füreinander eher von gezeichnet. Sind die beiden zusammen ergibt alles für sie einen Sinn, aber sind sie es nicht, dann zeigen sie leicht verrückte Züge und das ist nicht positiv gemeint. Er beobachtet, wann bei ihr in der Wohnung die Lichter ausgehen und überlegt, ob ein anderer Mann bei ihr ist. Sie dagegen ruft ihn oft an, nur um ihn eine Nachricht zu hinterlassen. Das mag zu Beginn noch süß wirken, weil man denkt, sie sind frisch verliebt und können ohne den anderen nicht zeigen, aber auch dieser Eindruck hält nicht lange. Das Ende stellte dann noch eine Überraschung für mich da, denn in dieser Weise hatte ich damit nicht gerechnet. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber wahre Romantik ist was anderes und ich bin schon enttäuscht davon wie André Aciman diese Geschichte zu einem Abschluss bringt.

Dem Autor kann man auf jeden Fall seinen Umgang mit Worten zugute halten, insgesamt hätte ich es aber lieber gesehen, wenn er seine Szenen nicht ganz so detailreich und ausgeschmückt geschrieben hätte. Ein bisschen mehr Tempo hätte der Geschichte gar nicht schlecht getan und von der Handlung her wäre sie auch mit ein paar weniger Seiten gut ausgekommen. Spannend zu verfolgen war dafür die Entwicklung der Charaktere über diese acht Tage hinweg und wie sie sich doch von ihrem Umfeld abgeschottet haben. Zumindest auf den männlichen Charakter trifft das stärker zu und erst als seine Freunde ihn wieder sehen wird auch für den Leser seine Wandlung und die Unterschiede in seinem Verhalten gegenüber Clara deutlicher.
Inhalt und Cover © Goodreads.com

Auch in Hinsicht auf den Aspekt Weihnachten konnte mich Eight White Nights nicht überzeugen, auch wenn der Klappentext etwas anderes verspricht. Ohne Frage, André Aciman hat hier ein außergewöhnliches Werk erschaffen und eine Liebe, die so gar nicht fassbar ist und nicht nur die Charaktere selbst verwirrt, sondern die Leser gleich mit. Aber diese besondere Stimmung, die zwischen Weihnachten und Neujahr herrscht konnte er weder einfangen noch vermitteln und so hätte diese Geschichte auch zu jeder anderen Zeit spielen können. Gefühle und Eindrücke, die ich mit Weihnachten in Verbindung bringe sind Vertrauen, Liebe, Geborgenheit, Wärme und Gemeinschaft – leider sind diese kaum in diesem Buch zu finden und der Autor verfällt schon mal der weniger positiven Gefühlswelt.


Jetzt muss ich mich erstmal umsehen, welches Buch ich nächste Woche lesen soll - so eine richtige Weihnachtsgeschichte war bis jetzt für mich ja noch nicht dabei, hoffentlich ändert sich das aber! Zumindest werde ich bei der Wahl für die letzte Adventwoche gründlich nachdenken, ich möchte wenigstens eine tolle Weihnachtsgeschichte haben.
Ansonsten muss ich mich heute leider etwas kürzer halten, aber ich möchte euch allen noch einen schönen 3. Advent wünschen und hoffe, ihr seid schon alle in Weihnachtsstimmung!! Und das vielleicht sogar wegen dem einen oder anderen Weihnachtsbuch ;) Ich werde mich später auf jeden Fall noch die Zeit nehmen mich bei euch umzuschauen um zu erfahren, was ihr diese Woche so gelesen habt :)
Liebe Grüße, Melanie

Kommentare:

  1. Ich hatte bisher auch noch keine richtige Weihnachtsgeschichte dabei - nicht in der Hinsicht, dass sie tatsächlich weihnachtliche Stimmung in mir geweckt hätte.
    Aber vielleicht haben wir ja beide mit der Lektüre der letzten Woche noch Glück. :-)

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    1. Bei mir hat Weihnachten auch immer nur eine kleine, fast schon nicht erwähnenswerte, Rolle gespielt - ich glaube im nächsten Jahr muss ich meine Wahl der Lektüre wirklich überdenken ^^ich habe ja nicht nach so offensichtlichen Weihnachtsgeschichten gesucht, sondern nach Liebesromanen mit weihnachtlichem Einschlag, aber das funktioniert offensichtlich ja gar nicht ;)
      Ich drück uns beiden die Daumen, dass es diese Woche wirklich anders wird und doch noch Weihnachtsstimmung aufkommt!
      Liebe Grüße

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  2. Huhu Mel,

    mei mei mei ^^ irgendwie geht es uns allen so oder? ^^ Ist ja schlimm, also drücken wir uns noch mal für die das letzte Adventwochenende die Daumen würde ich sagen ^^

    LG
    Romi

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    1. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass sich das Wintertief auch auf das Adventlesen auswirkt und viele von uns leider nicht das bekommen, was sie von ihren Weihnachtsgeschichten erwarten. Eine Hoffnung gibt es ja noch diese Woche - mal sehen wie das wird ;) und ansonsten können wir nur hoffen, dass nächstes Jahr dann alles besser wird *g*

      Liebe Grüße

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