Review: Everlight. Das Buch der Unsterblichen by Avery Williams

Freitag, 21. Dezember 2012

  

Hardcover Ausgabe im Miniformat 235 Seiten
ISBN 9783426653265 Knaur Verlag


Serie: Incarnation #1
Originaltitel: The Alchemy of Forever





„Um für immer mit ihrer großen Liebe Cyrus zusammen zu sein, nahm Sera vor über 600 Jahren einen Trank, der ihre Seele von ihrem Körper löste und sie unsterblich machte. Aber nach Jahrhunderten in einem ewigen Kreislauf hat Sera genug – sie will fort. Doch Cyrus, einst liebenswert und charmant, kontrolliert inzwischen jeden Schritt, den sie macht. Und er wird alles tun, um zu verhindern, dass sie ihn verlässt.“

Review
Everlight. Das Buch der Unsterblichen war in zweierlei Hinsicht eine Überraschung. Erstens bekam ich es ganz unerwartet und zum anderen muss ich gestehen, dass ich von diesem Buch vorher noch absolut nichts gehört hatte. Ich war bei den Neuerscheinungen nicht mal drüber gestolpert und stand so vor einem Buch, das ich gänzlich unvoreingenommen lesen konnte. Und das war schon lange nicht mehr der Fall, egal wie sehr ich mich ansonsten bemühe unvoreingenommen an die Geschichte zu gehen. Aber wenn man nicht mal weiß worum es geht, dann ist jede Wende eine Überraschung.

Avery Williams schreibt durchaus angenehm, aber erst mit dem Schluss hat sie mich wirklich überzeugt. Davor plätschert die Handlung eher vor sich hin und die Autorin kann das Interesse nicht wirklich auf die Geschichte und die Charaktere lenken. Diese sind in ihren Grundzügen übrigens ganz interessant, auch wenn ich zu Noah, einem Jungen aus Seras neuem Umfeld, die beste Bindung hatte. Sera war für mich fast schon zu oberflächlich in ihrem Verhalten, zu wenig konsequent und zu leicht zu beeinflussen. Sie nimmt sich etwas vor, kann das aber nicht zur Gänze umsetzen. Fast so als wäre ihre Konzentration nur zu leicht zu stören. Ihr Alter merkt man ihr in keinster Weise an und sie könnte jede junge Erwachsene sein. Die Einblicke in Cyrus haben in mir eher die Frage aufkommen lassen, wie Sera ihn überhaupt sympathisch finden konnte und es so lange mit ihm aushielt. Bei Sera selbst habe ich übrigens keine Charakterentwicklung sehen können, für mich legte sie dafür zu oft ein kindisches und nicht nachvollziehbares Verhalten an den Tag. Die übrigen Nebencharaktere können noch weniger von sich überzeugen bzw. bekommen gar nicht erst die Chance ihre Stärken zu zeigen. Dafür übergeht die Autoren sie viel zu schnell, was sehr schade ist, da ich glaube, dass hier Potential verschenkt wurde.

Trotz dieser Kritikpunkte muss ich dem Buch aber zugestehen, dass es zu fesseln vermochte. Ich kann nicht genau beschreiben woran es lag, aber die Geschichte ließ sich trotz nicht vorhandener Handlung schnell lesen und ich war mit dem Buch in Handumdrehen durch. Andererseits habe ich aber auch immer auf das besondere Etwas oder eine überraschende Wende gewartet, die sich aber bis zum Schluss hin versteckt hielten. Die Unsterblichkeit steht hier im Mittelpunkt und die Autorin bringt in dieser Hinsicht doch interessante Ideen ein. Alchemie spielt eine große Rolle und gerne hätte ich tiefere Einblicke bekommen. Da Sera jedoch nicht allzu viel davon versteht und wir keine Einblicke in die Gedanken von Cyrus bekommen bleibt dieser Aspekt bis jetzt nur angetastet. Es wäre aber wünschenswert, wenn sich das in der Fortsetzung ändern würde.

Besonders ansprechend fand ich das Design des Buches – zwischendurch gab es nämlich immer wieder tolle Schwarz-weiß Zeichnungen, die perfekt zum Inhalt gepasst haben und das Buch als Ganzes aufwerteten. Insgesamt muss ich aber sagen, hatte ich eher das Gefühl hier eine Vorgeschichte zur eigentlichen Handlung zu lesen. Und das Ende – oh, das ist wirklich gemein! So gemächlich die Geschichte vorher auch war, mit diesem Schluss zwingt die Autorin einen fast zum weiter lesen. Schließlich hat man diesen Charakter doch recht lieb gewonnen und man will natürlich wissen wie es weiter geht.

Everlight war eine Überraschung und hat mir durchaus so manche schöne Lesestunde bereitet. Besonders in Erinnerung bleibt jedoch nur das Ende, das mich wünschen lässt, die Fortsetzung direkt lesen zu können. Ansonsten bietet diese Geschichte kaum Aspekte, die fesseln können. Das größte Lesevergnügen wird wohl in der Gesamtheit der Reihe liegen und nicht bei einem einzelnen Band, denn zumindest dieser erste Teil kann nicht unbedingt alleine für sich bestehen.
Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Mir hat das Buch leider auch nicht so zugesagt. Nicht mal das doch recht überraschende Ende konnte mich dazu bewegen, die Folgebände lesen zu wollen...
    Deine Rezension gefällt mir sehr gut!

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    1. Dankeschön, Fina :)

      Naja, warten mir mal ab, ob ich die Fortsetzung immer noch lesen will, wenn sie auch erhältlich ist. Oft ändert sich während der Wartezeit ja doch die Einstellung bzw. man erinnert sich dann gar nicht mehr genau warum man die Fortsetzung überhaupt lesen möchte.
      Aber das Buch scheint wohl allgemein eher nicht so gut anzukommen... wirklich schade, denn von der Grundidee her ist es wirklich nicht schlecht.

      Liebe Grüße, Melanie

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