Review: Fire by Kristin Cashore

Freitag, 11. Januar 2013



Hardcover Ausgabe 461 Seiten
ISBN 9780803734616


Serie: Graceling Realm #2
Deutsche Übersetzung: Die Flammende
Englischniveau: 2 (= mittel)
Review zu Band #1



„It is not a peaceful time in the Dells. The young King Nash clings to his throne while rebel lords in the north and south build armies to unseat him. The mountains and forests are filled with spies and thieves and lawless men. This is where Fire lives. With a wild, irresistible appearance and hair the color of flame, Fire is the last remaining human monster. Equally hated and adored, she had the unique ability to control minds, but she guards her power, unwilling to steal the secrets of innocent people. Especially when she has so many of her own.

Then Prince Brigan comes to bring her to King City, The royal family needs her help to uncover the plot against the king. Far away from home, Fire begins to realize there's more to her power than she ever dreamed. Her power could save the kingdom. If only she weren't afraid of becoming the monster her father was.“

Review
Nachdem mir ‘Die Beschenkte’ sehr gut gefallen hat, mich begeistern und fesseln konnte und mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigte, war mir sofort klar, dass ich diese Reihe weiter lesen muss (HIER meine Rezension zu Band 1). Nun bin ich beim zweiten Teil zur englischen Version gewechselt, musst aber gleich zu Beginn sagen, dass ich hier keine Probleme mit der sprachlichen Umstellung hatte und mich auch in dieser Welt gut zurecht fand. Schwieriger war es für mich die Geschehnisse in Fire mit jenen aus Graceling, wie Die Beschenkte ja im Original heißt, in Einklang zu bringen. Denn die Handlung in Fire spielt vor jener in Graceling, was aber zu Beginn nicht deutlich gesagt wird. Einziger Anhaltspunkt dafür ist zuerst das erste Kapitel, aus der Sicht eines uns bereits bekannten Jungen/Mann, der in Graceling eine entscheidende Rolle einnahm und für den dritten Teil, Bitterblue, wohl eine interessante Grundlage darstellen wird.

Kristin Cashores Schreibstil bleibt detailreich, gleichzeitig flüssig und fesselnd. Ich für meinen Teil liebe die Landschaften und Orte, die sie hier zeichnet. Die Charaktere sind facettenreich, erste Eindruck erweisen sich meist als falsch und es steckt viel mehr in ihnen als man zuerst meinen möchte. So erlebt man über die gesamte Geschichte hinweg Charakterentwicklungen, sieht wie die Protagonisten über sich  hinaus wachsen und ihren Platz in der Welt finden bzw. festigen. Eine entscheidende Rolle dabei spielt auch der Zeitraum, über den sich die Handlung erstreckt. Es vergehen teilweise Wochen, sogar Monate, ohne neue Entwicklungen, aber wenn man dann zu den Charakteren zurückkehrt findet man sich sofort wieder in der jeweiligen Situation zurecht. 

Mutig und interessant fand ich es von der Autorin, dass sie die Welt, die sie in Graceling erschaffen hat, hier nicht übernommen hat, sondern in Fire eine gänzlich neue Welt kreierte. Als Leser sieht man zwar Gemeinsamkeiten, aber für die Protagonisten bleiben diese unsichtbar, einfach weil sie von der Welt außerhalb ihres Reiches kaum etwas wissen und erst langsam zu begreifen scheinen, dass Fire mit ihren Fähigkeiten nicht die Einzige auf der Welt, aber für lange Zeit doch in ihrem Reich ist. Und hier findet sich ein weiterer Unterschied zum Vorgängerband. Während dort Menschen mit besonderen Fähigkeiten zahlreicher vorkamen und einige von ihnen eine besondere Rolle für das jeweilige Königreich spielten, so war das in Fire nicht der Fall.

Fire ist ein sehr vielschichtiger Charakter und ihre Fähigkeit wird Lesern des ersten Bandes bekannt vorkommen – sie kann nämlich die Gedanken anderer beeinflussen und nach ihren Wünschen lenken. Als wir sie kennen lernen ist sie noch ein Mädchen und in ihre Fähigkeiten nicht hineingewachsen. Zumindest nimmt man das zu Beginn so an, erst im Laufe der Geschichte offenbaren sich dann Aspekte, die sich rund um ihren Vater drehen und für die Handlung eine entscheidende Rolle einnehmen bzw. für ein besseres Verständnis in der Geschichte des Reiches sorgen. In ihr sieht man die größte Entwicklung im Laufe der Geschichte und sie wächst wirklich über sich hinaus.

Der Aspekt Liebe war hier weniger stark ausgeprägt wie in Graceling, auch aus dem Grunde, weil Fire und Brigan nicht so viel Zeit miteinander verbringen können. Ihr Zusammenfinden war von Vorurteilen geprägt, die sich erst aufzulösen begannen, als Taten mehr aussagten als erste Eindrücke. Dafür nahmen militärische Überlegungen, Strategien und der Kampf um das Königreich eine große Rolle ein und als Leser erhält man hier zahlreiche Einblicke. So wechseln sich rasante Szenen auch mit ruhigen Momenten, Abwarten und Handeln halten sich bei der Handlung fast die Waage, zumindest wenn man sich hierbei auf Fires Rolle bezieht.

Und obwohl ich jetzt schon viel zu diesem Buch gesagt habe, möchte ich noch ein paar Worte auf die Nebencharaktere verwenden. Denn auch sie machen dieses Buch zu etwas Besonderem und bieten Fire den notwendigen Rückhalt, den sie braucht. Brigan ist einer von wenigen, der Fires Fähigkeit Widerstand leisten kann und seine Gedanken bleiben für lange Zeit für Fire verborgen und wären es wohl auch geblieben, hätte sich ihre Beziehung nicht vertieft und auf Vertrauen beruht. Archer dagegen fand ich etwas überwältigend – er ist ein Kindheitsfreund von Fire, wollte ihre Art der Beziehung aber immer auf ein neues Niveau heben, für das Fire nicht bereit war. Zumindest nicht mit ihm. In seinem Verhalten bedrängt er Fire immer mehr je weiter die Handlung voran schreitet, kann ihre Entwicklung wohl nicht ganz nachvollziehen und verletzt mit seinen Taten auch andere Charaktere. Nun geht mir sein Weg aber auch sehr nahe, aber für Fire habe ich ihn nie als guten Partner gesehen.

Im Vergleich zum ersten Band muss ich jedoch sagen, dass ich diesen hier etwas schwächer fand. Ich fand viele Aspekte im Vorgänger einfach prägnanter und besser beschrieben. Dort konnte ich die Landschaft direkt vor mir sehen, erlebte mit Katsa direkt ihre Abenteuer mit und fühlte mich mit ihr viel stärker verbunden. Natürlich konnte ich mich auch mit Fire identifizieren, aber nicht auf dem Niveau des Vorgängerbandes. Nichtsdestotrotz kann ich diese Reihe nur empfehlen und würde ich den ersten Band nicht kennen hätte mich auch dieser absolut überzeugen und begeistern können. Auch auf die Fortsetzung werde ich nicht verzichten und freue mich schon zu erfahren wie sich Bitterblue verändert hat. Von mir gibt es für diese Reihe ohne zu Zögern eine Leseempfehlung und hoffe, dass noch viele Leser ihre Freude daran haben werden!
Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Sehr schöne, ausführliche Rezension. Gefällt mir :D
    Hab dich mal abonniert.

    Jessi
    http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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    1. Danke, Jessi - ich freue mich über das Lob!

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  2. Nachdem ich "Graceling" damals in Windeseile verschlungen habe, habe ich mir sofort "Fire" gekauft und was ist? Es gammelt immer noch auf meinem SUB :-(
    Aber danke für deine schöne Rezi, die motiviert mich, das Buch endlich mal hervorzuholen.

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    1. 'Fire' lag bei mir auch eine zeitlang um Regal bis ich es jetzt gelesen habe. Mir gefällt diese Welt und der Schreibstil der Autorin sehr gut, das möchte man dann auch genießen und nichts überstürzen. Zumindest geht es mir so, wenn ich an den dritten Band denke und vielleicht ist es bei dir ja auch so?
      Liebe Grüße

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