Review: The Madness of Lord Ian Mackenzie by Jennifer Ashley

Montag, 7. Januar 2013



Mass Market Paperback Ausgabe 320 Seiten
ISBN 9780843960433

Serie: Highland Pleasures #1
Deutsche Übersetzung: Kein Lord wie jeder andere
Englischniveau: 2 (= mittel)





„The year is 1881. Meet the Mackenzie family--rich, powerful, dangerous, eccentric. A lady couldn't be seen with them without ruin. Rumors surround them--of tragic violence, of their mistresses, of their dark appetites, of scandals that set England and Scotland abuzz. The youngest brother, Ian, known as the Mad Mackenzie, spent most of his young life in an asylum, and everyone agrees he is decidedly odd. He's also hard and handsome and has a penchant for Ming pottery and beautiful women.
Beth Ackerley, widow, has recently come into a fortune. She has decided that she wants no more drama in her life. She was raised in drama--an alcoholic father who drove them into the workhouse, a frail mother she had to nurse until her death, a fussy old lady she became constant companion to. No, she wants to take her money and find peace, to travel, to learn art, to sit back and fondly remember her brief but happy marriage to her late husband.
And then Ian Mackenzie decides he wants her.“

Review
Gleich zu Beginn dieser Rezension möchte ich sagen, dass dieses Buch nicht für jeden Leser das Richtige sein wird. Kein Wunder, das ist schließlich bei jedem Buch der Fall, aber auch Liebhaber dieses Genre dürften so ihre Probleme mit dieser Geschichte haben. Dazu ist zu sagen, dass die Autorin hier einen mutigen Schritt mit ihrem Held wagte, denn der ist alles andere als ein einfacher Charakter. Aber dazu gleich mehr. Eine weitere Komponente ist nämlich der doch hohe Anteil erotischer Szenen, die für einen historischen Liebesroman schon sehr direkt ausfallen. Aber auch das ist der Vorgeschichte der Charaktere zuzuschreiben und im Endeffekt hat es für mich perfekt gepasst. Ich fand diese Aspekte stimmig eingearbeitet und zu den Charakteren passend, man kann sich aber auch daran stören, vor allem, wenn man nicht darauf eingestellt ist.

Bei den Charakteren hat Jennifer Ashley, wie bereits gesagt, durchaus Mut bewiesen. Es wird in der Geschichte selbst zwar nicht so deutlich gesagt, aber Ian Mackenzie, der Held, dürfte wohl an einer bestimmten Form von Autismus leiden. Das ihn das in keine einfache Situation bringt steht außer Frage, denn wer zu dieser Zeit anders war konnte schnell als verrückt und wahnsinnig angesehen werden. Ians Vergangenheit beweist wie viel Wahres daran ist und wie sehr er darunter auch zu leiden hatte. In sozialer Interaktion ist er nicht besonders gut, kann mit Anspielungen nichts anfangen, Gefühlsregungen seines Gegenübers nicht erkennen und diesen auch nicht direkt in die Augen blicken. Andererseits ist er hochintelligent und hat ein fabelhaftes Gedächtnis. Er selbst ist in seiner Art direkt, wenn er etwas zu sagen hat, dann sagt er es ohne Rücksicht auf eventuelle Konsequenzen und auch auf die Gefahr hin einen anderen damit zu verletzen. Auch in seinem Verhalten ist er direkt, wenn er etwas will dann holt er es sich, sei es in Bezug auf kostbare Ming-Schalen, die ihn besonders faszinieren, oder bei Frauen. So lebt er sein Verlangen offen aus und deutet es nicht nur an, wie ein Gentleman es eigentlich tun sollte. Daran könnte sich die Heldin nun stören, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Sie ist Witwe und erst vor kurzem zu Geld gekommen, so hat sie die Möglichkeit sich frei zu äußern, ihre Wünsche auszuleben und ist niemanden Rechenschaft schuldig. Sie ist nicht die Unschuld vom Lande und mag Ians direktes Verhalten sehr. Die Charaktere verstecken sich nicht hinter verschlossenen Schlafzimmertüren und auch die Heldin selbst ist hier sehr offen und ergreift auch durchaus die Initiative. Und auch auf Gefühle muss man keinesfalls verzichten, auch bei Ian nicht, falls jemand diese Sorge haben sollte.

Jennifer Ashley sagte selbst alle MacKenzies hätten so ihre Eigenarten, nur ist jene von Ian am Offensichtlichsten. Aber seine Brüder stehen ihm da in nichts nach: Hart ist ein kalter Geschäftsmann, Cameron fantastisch im Umgang mit Pferden und Mac ein begnadeter Maler. Mit dieser Familie hat die Autorin ein tolles Umfeld für Ian geschaffen, das auch den Leser sofort für sich gefangen nehmen kann. Sie sind in ihrer Art alle ganz unterschiedlich, aber doch bedeutet ihnen Familie über alles. Nicht vergessen darf man dabei Isabella, Ians Schwägerin, die ihre Geschichte dann in Band 2 bekommen wird. Sie steht Beth schon hier unterstützend zur Seite, auch wenn sich diese bei den MacKenzies schnell zurecht findet und sich auch problemlos selbst gegen Hart durchzusetzen weiß, der ihr gegenüber erst noch skeptisch ist.

Folgender Aspekt ist zwar nicht unbedingt ein Kritikpunkt für mich gewesen, aber ich hätte auch gut ohne ihn auskommen können. Ich beziehe mich hier auf die Hintergrundhandlung rund um die Morde an Prostituierten bzw. deren Aufklärung. Ich sah den Sinn dieses Handlungsstrangs rein in der Annäherung von Inspektor Fellows an die MacKenzies. Warum das wichtig sein sollte, wird erst zu einem späteren Zeitpunkt in der Geschichte erklärt, spielt aber vielleicht erst in den weiteren Büchern eine entscheidende Rolle. Ob das der Fall sein wird werde ich sicherlich gespannt verfolgen. Für diese Geschichte hier fand ich es eher nebensächlich, obwohl es interessante Einsichten in die Familiendynamik gab und zum Schluss hin noch etwas Dramatik mit sich brachte. Aber in bin davon überzeugt, dass die Autorin auch ohne toll ausgekommen wäre.

Alles in allem kann die Autorin hier nicht nur überzeugen, sondern begeistern – sie hat eine interessante Welt erschaffen, facettenreiche Charaktere, die einen Sinn für Humor haben und sich aufeinander verlassen können und ihre Geschichte wartet nicht mit Längen in der Erzählung auf. The Madness of Lord Ian Mackenzie wird immer einen besonderen Platz in meinem Regal haben und wer ungewöhnliche Helden mag, sollte Ian unbedingt kennen lernen!
Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Hallo Melanie,
    dank der ganzen Jahresrückblicke habe ich etwas in Erinnerungen geschwelgt. Dabei kam mir deine Aktion "7 Days - 7 Books" in Erinnerung.
    Weißt du schon wann und ob die dieses Jahr wieder statt finden soll?
    Ich wäre sofort wieder dabei, denn ich habe durch die Aktion ein paar tolle Blogger entdeckt und hatte auch sonst viel Spaß ;)
    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Huhu Julia,

      also die Aktion wird auf jeden Fall wieder stattfinden, Mandy und ich sind auch schon an der Planung und demnächst wird es dann eine Umfrage geben, welche Woche euch für die Aktion am liebsten wäre und je nach Ergebnis kann es dann wieder schnell gehen ;)

      Ich finde es total lieb von dir, dass du nachfragst und freue mich, dass du jetzt schon planst dabei zu sein!!

      Viele liebe Grüße,
      Melanie :)

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    2. Hallo :)
      Oh super, dass du so fix antwortest :) Gut, dann stehst du ab jetzt unter Dauerbeobachtung ;)
      Ich wünsche dir noch einen tollen Tag!
      Liebe Grüße
      Julia

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