Review: Second Chance Pass by Robyn Carr

Dienstag, 15. Januar 2013



Paperback Ausgabe 389 Seiten
ISBN 9780778326465


Serie: Virgin River #5
Deutsche Übersetzung: Ein neuer Tag in Virgin River
Englischniveau: 1 (= leicht)
Review zu Band #4



„In the space of a few months Vanessa buried her husband, Matt, and gave birth to their son--breaking her heart while filling it with a whole new kind of love. But the one man she longs to share this love with now acts as if she doesn't exist. Paul Haggerty lives by the marine motto: Semper Fi. Ever faithful to his best friend, he's done right by Matt's widow as best he can...considering he's been secretly in love with her for years. Now, just as he's about to make his move, another woman has staked her claim on him--a claim that will be tough to escape. With courage, humility and not a little meddling from the good folks of Virgin River, Vanni and Paul might just get a second chance to have the love they both desire and deserve.

Review
Vor einiger Zeit habe ich einen ganzen Stapel Bücher aus dieser Reihe bekommen und mach mich nun daran, mich hier mal einzulesen. Bei Second Chance Pass handelt es sich um den eigentlich fünften Teil der Reihe, wobei sein Vorgänger ein Christmas Special ist und wohl auch unabhängig von der Reihe gelesen werden kann. Damit ist dieses Buch für mich der richtige Einstieg in die Virgin River Reihe. Robyn Carr hat mit Virgin River eine charmante Kleinstadt geschaffen, mit facettenreichen Charakteren. Die Stadt wird aber genauso zu einem Treffpunkt für Männer mit militärischem Hintergrund bzw. deren Rückzugsort nach ihrem Militärdienst. Man kann darüber streiten, wie wahrscheinlich es tatsächlich ist, dass sich so viele großartige Männer mit Heldenhintergrund in der gleichen Kleinstadt einfinden, aber für eine interessante Reihe lass ich das gerne außer Acht. Die Autorin überzeugt auf jeden Fall mit einen flüssigen Schreibstil, es gibt kaum Längen in der Geschichte, auch wenn das Augenmerk von den Hauptcharakteren immer wieder abweicht.

Vanessa und Paul kennen sich schon recht lange und teilen eine interessante Vergangenheit. Vanessa war mit Pauls Freund Matt verheiratet, aber noch bevor ihr gemeinsames Kind geboren werden konnte verstarb Matt. Paul stand ihr in dieser schwierigen Zeit bei und begleitete sie auch durch die Geburt. Weil er dann aber mehr als nur Freundschaft, gleichzeitig Vanessa aber nicht bedrängen wollte begann sich Paul zurückzuziehen. In dieser Phase der Unsicherheit näherten sich beide Charaktere anderen Personen zu, Paul wurde sogar noch stärker mit dem Leben einer Frau verstrickt und hat sich im Zuge dessen Probleme eingehandelt, denen er nicht aus dem Weg gehen wollte. Bei Vanessa war es nicht so stark zu spüren, aber Paul stand schließlich wirklich zwischen zwei Frauen, war sich aber immer sicher, dass Vanessa seine Zukunft sein würde. Das Konfliktpotential, das hier vorhanden ist, war schon relativ viel für meinen Geschmack und leider fühlte ich mich an zu vielen Stellen eher genervt davon.

Dennoch muss ich sagen, dass ich die Geschichte bis zum letzten Drittel des Buches hin, entgegen vorheriger Kritikpunkte, doch sehr genossen habe und ich verfolgte gespannt die Entwicklungen. Aber plötzlich war es so, als würde die Autorin einen Schalter umlegen. Denn im letzten Drittel treten die eigentlichen Hauptcharaktere in den Hintergrund und all die Nebencharaktere bekommen die Chance mehr von sich preiszugeben. Vanessa und Paul verschwinden fast ganz, so als hätten sie ihr Happy End vorzeitig bekommen und ich habe mich über diese Entwicklung doch sehr gewundert. Natürlich waren auch die anderen Protagonisten interessant (besonders viel Raum nehmen Mel und Jack ein, jene Protagonisten aus Band 1), aber mir hätte es gereicht nebenbei zu erfahren was sich bei ihnen tut. Diese Abwendung von Vanessa und Paul hat mich negativ überrascht und mir das Buch auch ein bisschen vermiest. Ich wusste zwar schon vorher, dass die Nebencharaktere bei Robyn Carr immer eine wichtige Rolle einnehmen, aber das hier fand ich doch übertrieben.

Zudem war ich mit den Handlungen einer der Nebencharaktere mehr als enttäuscht. So war mir die Frau, die versuchte Paul zu einer Heirat zu zwingen, in ihrer Art absolut unsympathisch und obwohl ich sehen konnte, dass Paul hochanständig ist, so konnte ich nicht nachvollziehen, wie er ihr so lange seine Unterstützung anbieten konnte. Ein weiteres Problem hatte ich mit Nikki, bei der man vermuten konnte, dass sich eine Beziehung mit Joe, einem Freund von Paul, entwickelt. Schlussendlich wird Paul so hingestellt, als hätte er etwas Schreckliches getan um sie zu verletzen, dabei war er in seinem Verhalten wirklich verständnisvoll und süß. Dass seine Freunde da nicht wirklich zu ihm stehen fand ich sehr enttäuschend und obwohl ich hoffe, dass er sein Happy End noch findet, hoffe ich dass Nikki, falls sie seine Partnerin werden sollte, noch einiges an Wiedergutmachung leisten wird.

Müsste ich also nur die ersten zwei Drittel des Buches bewerten, würde das Rating besser ausfallen. So haben mir die letzten Kapitel etwas Freude an den Charakteren und der Geschichte an sich genommen. Alles in allem war Second Chance Pass damit ein weiteres Durchschnittsbuch für mich, aber ich werde den Fortsetzungen definitiv noch eine Chance geben. Schließlich möchte ich selbst erfahren, warum so viele Leser begeisterte Anhänger dieser Reihe sind.
Inhalt und Cover © Goodreads.com

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