Review: Sengendes Zwielicht by Gail Carriger

Montag, 18. Februar 2013



Taschenbuch Ausgabe 416 Seiten
ISBN 9783442380558 Blanvalet Verlag


Serie: Parasol Protectorate #5
Originaltitel: Timeless
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„Lady Alexia ist glücklich. Sie hat ein bezauberndes Haus, ein ebenso bezauberndes Kind. Und ihr Gatte, der Werwolf Lord Maccon, ist noch immer der verführerische Mann ihrer Träume. Nichts scheint das häusliche Glück trüben zu können. Da erreicht sie ein Ruf aus Alexandria, dem sie sich nicht verschließen kann. Mit Mann und Kind im Schlepptau schifft sie sich nach Ägypten ein. Doch das Land der Pharaonen und Mumien hält mehr Geheimnisse parat, als selbst die unerschütterliche Lady Alexia bewältigen kann.“

Review
So einige Leser haben es bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Reihe angesprochen, nun war es auch für mich so weit: der Spannungsbogen der Handlung nimmt ab, die Geschichte an sich wird ruhiger und die Charaktere wirken gefestigt. An sich stellt das ja kein Problem dar, aber bei einem Buch, das an die 400 Seiten umfasst hätte ich mir schon mehr Action gewünscht. Schließlich führt die Charaktere dieses letzte Abenteuer noch mal auf eine lange Reise (wobei der Vorwand unter dem diese Reise unternommen wurde, aber sehr fadenscheinig war) und hätte viele Überraschungen verbergen können. Stattdessen hat man das Gefühl, es wird ihnen nur allzu einfach gemacht und sie müssten sich kaum noch anstrengen. Von actionbeladenen Szenen, wie wir sie aus Vorgängerbänden kennen ist hier nämlich kaum etwas zu sehen.

Alexia und Conall sind seit dem letzten Band in ihre Elternrolle hineingewachsen und auch ihre Beziehung hat sich noch weiter gefestigt. Plänkeleien zwischen ihnen gibt es immer noch, aber sie sind nicht mehr ganz so spitzfindig wie zu Beginn. Und an dieser Stelle möchte ich auch gleich erwähnen, dass Neueinsteiger mit diesem Buch wohl weniger Freude haben werden. Denn dafür hat die Autorin schon zu viel aufgebaut und man sollte Vorwissen mitbringen. Andernfalls wird man nicht alles verstehen können, was hier vor sich geht. Vor allem die Feinheiten, die zwischen den einzelnen Charakteren passieren könnten so beim Lesen untergehen. Auch das Steampunkelement wurde hier weniger und ist mit dem ersten Band gar nicht mehr zu vergleichen, der mich in dieser Hinsicht noch begeistern konnte.

Auf der einen Seite sind die Charaktere also zur Ruhe gekommen, andererseits versucht die Autorin den Handlungsbogen, der sich über die ganze Reihe erstreckt nun zu seinem Abschluss zu bringen. Fragen aus der Vergangenheit werden erneut aufgegriffen und nun zufriedenstellend geklärt, noch offene Probleme gelöst und jeder einzelne Handlungsstrang in Ruhe zu Ende gebracht. Kein Wunder, dass dabei streckenweise etwas Langeweile aufkommen kann, auch wenn man die Charaktere an sich lieb gewonnen hat und gerne über sie liest. Aber das Überraschungsmoment fehlt, womit das Buch zwar zu einem schönen Abschluss der Reihe wird, innerhalb dieser aber nicht besonders hervorstechen kann. Zugegeben, das sind viele Baustellen, bei denen Gail Carriger hätte nacharbeiten können. Für Fans der Reihe ist Sengendes Zwielicht aber ein Muss, schließlich sind noch nicht alle Geheimnisse aufgedeckt.

Den Weg, den die Autorin für das Ende selbst gewählt hat, gefällt mir persönlich sehr gut. Denn so wurde doch noch ein Happy End ermöglicht, das nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern die Entwicklungen und gewonnenen Erkenntnisse der letzten Bände unterstreicht. Nur zu gerne würde ich ja Prudence als Erwachsene kennen lernen und ich hoffe, die Autorin kehrt irgendwann zu ihr zurück. Da wäre ich nämlich sofort dabei. In der Zwischenzeit hat Gail Carriger London erneut auf den Kopf gestellt und für eine komplette Neuordnung im Vergleich zu den Verhältnissen aus dem ersten Band gesorgt.

Ansonsten kann man sich bei Sengendes Zwielicht auf gute Unterhaltung einstellen, die Autorin bietet hier ein konstantes Niveau und der finale fünfte Band ergänzt die Reihe gut. Nicht perfekt, aber gut. Natürlich hätte ich mir grade für den letzten Band mehr gewünscht, aber ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass die Autorin nachgelassen hat. Wer ihre Bücher bis jetzt mochte wird auch mit dieser eher ruhigeren Geschichte seine Freude haben, zwar nicht wegen der Handlung, aber doch wegen der ungewöhnlichen Charaktere und deren Eigenheiten.
Inhalt und Cover © Goodreads.com

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