Review: Shades of Gray by Maya Banks

Montag, 11. Februar 2013



Paperback Ausgabe 292 Seiten
ISBN 9780425251126

Serie: KGI #6
Deutsche Übersetzung: noch nichts bekannt
Englischniveau: 1 (= leicht)
Review zu Band #2Band #3Band #4Band #5




-Spoilergefahr-
„P.J. and Cole were sharpshooting rivals on the same KGI team and enjoyed a spirited, uncomplicated camaraderie. Until the night they gave in to their desires and suddenly took their relationship one step further. In the aftermath of their one-night stand, they’re called out on a mission that goes terribly wrong, and P.J. walks away from KGI, resolved not to drag her teammates into the murky shadows she’s poised to delve into.
Six months later, Cole hasn’t given up his search for P.J., and he’s determined to bring her back home where she belongs. Bent on vengeance, P.J. has plunged into a serpentine game of payback that will make her question everything she’s ever believed in. But Cole—and the rest of their team—refuse to let her go it alone. Even if it means sacrificing their loyalty to KGI, and their lives…“

Review
Hier möchte ich gleich zu Beginn etwas Entscheidendes festhalten: der erste Eindruck des Buches ist nämlich trügerisch. Man hat den Eindruck ein sehr umfangreiches Buch vor sich zu haben. Im Endeffekt beschränkt sich Shades of Gray rund um P.J. und Cole jedoch auf gut 280 Seiten, während eine Kurzgeschichte den Rest des Buches einnimmt. Auch verrät der Klappentext selbst viel zu viel und wenn man die Chance hat, sollte man ihn gar nicht erst lesen. So umfasst er fast die Hälfte des Buches und nimmt etwas an Spannung. Die Kurzgeschichte konzentriert sich dann auf Ethan und Rachel und spielt wohl zu einer Zeit, in der in Shades of Gray ein Zeitsprung gemacht wird. So kann man die Kurzgeschichte sowohl vor als auch nach diesem sechsten Band der Reihe lesen. Ich für meinen Teil habe sich erst danach gelesen und weiß daher nur kurz worum es darin geht. Zuviel verraten wird also schon mal nicht.

Aber zurück zu den eigentlichen Charakteren dieses Buches – P.J. und Cole. Beide kennen wir schon aus den vorherigen Bänden und lieben sie besonders für ihre Wortgefechte und den kleinen Wettstreit, der zwischen ihnen herrscht, den aber P.J. klar dominiert. Und das stört Cole gar nicht, er gibt gerne zu, dass sie ihm Schießen besser ist als er und erkennt das von Anfang an, auch wenn es immer mal wieder Kabbeleien gibt. Meine Erwartungen an dieses Pärchen waren viel höher und wurden leider nicht mal ansatzweise erfüllt. Ich mochte sie wirklich gerne, mag sie immer noch, aber ich finde dieses Buch wird ihnen einfach nicht gerecht. Wie viele Leser habe auch ich lange auf ihre Geschichte gewartet und habe jetzt das Gefühl die Autorin habe uns halbherzig abgespeist. Dadurch, dass sich die Ereignisse fast überschlagen und die Autorin dann einen Zeitsprung von sechs Monaten einbringt, während derer man keinerlei Kontakt zu den Protagonisten bekommt entsteht eine gewisse Distanz. P.J. wird in dieser schwierigen Zeit fast ein bisschen alleine gelassen, obwohl ihre Kollegen das gar nicht möchten. Dazu der eher geringe Umfang des Buches und ich werde den Gedanken nicht los, dass sie viel mehr hätten sein können. Man lernt sie zwar endlich ein bisschen besser kennen, hat aber keine Möglichkeit wirklich in die Tiefe zu gehen.  

Ich möchte an dieser Stelle aber auch ausdrücklich warnen. Wer in Büchern nicht gerne über Vergewaltigungen liest, sollte auf dieses Buch lieber verzichten. Überhaupt hat die Autorin in dieser Reihe die Vorliebe ihre Heldinnen leiden zu lassen. Das mag für manche Entwicklung zwar wichtig sein, hier hätte ich darauf verzichten können. P.J. ist so schon eine starke Persönlichkeit, fühlt sich wohl in ihrem Körper und in ihrem Umfeld und ich hatte die Möglichkeit einer Beziehung mit Cole auch ohne diesen Zwischenfall gesehen. So aber zerreißt er fast das Team. Steele als Teamleader macht sich Vorwürfe, ihre Kollegen ebenfalls, bieten ihr aber jede Unterstützung an. Erst vor Kurzem habe ich einen interessanten Artikel zum Thema Vergewaltigung in Büchern gelesen, den ich  nachvollziehen kann. Wieso immer mehr Autorinnen denken, dass ihre Heldinnen diese Erfahrung machen müssen um zu sich selbst zu finden, um stärker zu werden, um auf einen Partner angewiesen zu sein, um ich-weiß-nicht-was, ist mir unverständlich. Eines ist aber klar: dieses Thema wird immer öfters in Bücher eingebaut und die Autoren sprechen sehr direkt darüber und konfrontieren ihre Leser damit, ob diese wollen oder nicht.

Ich habe schon gehört, dass Leser den Titel für dieses Buch sehr passend finden, weil er zeigt, dass P.J. die Welt nicht mehr in Schwarz und Weiß sieht, sondern sich auf die Grauschattierungen einlassen muss. Ich hätte gerne mehr von der Frau gesehen, die sie vorher war, denn die war mir sehr sympathisch. Nicht dass sie diese Sympathie verloren hätte, aber es war eine Veränderung, die ich nie auf sie bezogen hätte. 

Man sieht also, Shades of Gray war nicht das was ich mir gewünscht hätte. Aufgeben werde ich die Reihe dennoch nicht, weil sie mich zu früheren Zeitpunkten schon begeistern konnte und ich weiß was die Autorin kann. So lege ich meine ganze Hoffnung in die Fortsetzung, die sich um Steele drehen wird und drück die Daumen, dass die Autorin ihren Helden endlich mal eine kleine Verschnaufspause gönnt.
Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Ok, mit der Vergewaltigung ist dieses Buch dann definitiv für mich gestorben. Ich bin da etwas empfindlich und will so etwas in meinen Büchern nicht lesen müssen. Die ersten beiden (drei?) Bücher der Serie fand ich ja noch richtig gut, danach wurde es für mich leider immer schlechter.

    Übrigens fand ich den Artikel von Maggie Stefvater auch klasse, er passt meiner Meinung nach zu immer mehr UF und auch YA Büchern, z.B. "Beta" von Rachel Cohn. Ich finde es wirklich bedenklich und ärgerlich, wenn ein Autor eine Vergewaltigung einsetzt, da es sonst an Spannung fehlt oder um eine Änderung eines Charakters in Gang zu setzen. Ein guter Autor sollte beides auch mit anderen Mitteln erzeugen können. Klar gibt es Vergewaltigungen und das Thema sollte in Büchern kein Tabu sein. Ein solches Ereignis aber als reines Spannungselement einzusetzen lehne ich ab und ist für mich ein Grund Bücher nicht weiter zu lesen.

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    1. Ich finde ja, dass die Heldinnen in dieser Reihe überhaupt alle leiden müssen. Schade, dass die Autorin da nicht andere Wege und Möglichkeiten findet um den Suspense Moment einzubringen.

      Und der Artikel kam wirklich zur rechten Zeit - genau da habe ich mir nämlich auch Gedanken zu diesem Thema gemacht. Als Christine Feehan vor einigen Jahren ziemlich direkt mit diesem Thema in einer ihrer Reihen umgegangen ist hat sie viel Kritik geerntet, wie sie das einer liebgewonnen Protagonistin nur antun kann. Jetzt scheint es viel selbstverständlicher zu werden dieses Thema aufzunehmen und oft glaube ich, dass Autoren zu schnell zu diesem Mittel greifen.

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  2. Ich finde, das Thema sollte in Romanen nicht tabuisiert werden. Mir ist nicht ganz klar, was du mit "reines Spannungselement" meinst. So ein Autorin bemüht sich natürlich darum, die Leserschaft nicht zu langweilen. In gewisser Art und Weise folgen Autorinnen mit dem Entwurf solcher gequälten Heldinnen mit den Gewalterfahrungen natürlich Modeströmungen in der Literatur. Da und dort traten sie auch schon vor zwanzig Jahren auf.

    Meistens ist es eine Art Verzögerungstatik. Die Heldin hatte eine Gewalterfahrung in der Vergangenheit und deshalb kann der Held sie nicht schon auf den ersten zehn Seiten poppen, obwohl die zwei aber so was aufeinander abfahren. Ich finde solche Entwürfe eher billig, weil sich die Autorin Mal wieder nicht die Mühe macht, sich einen wirklich guten Spannungsbogen auszudenken. Viele Romane folgen ohnehin gewissen Stereotypen oder altbekannten Mustern. Interessant wird ein Buch dann, wenn es der Autorin gelingt, dem althergebrachten ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

    LG Heather

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    1. Hallo Heather!
      Natürlich sollte das Thema nicht tabuisiert werden, aber einen richtigen Umgang damit fände ich dennoch wichtig. Und ich glaube einfach, dass diese Autorin (und viele andere) zu leichtfertig damit umgehen. Viele nehmen die Vergewaltigung mit in ihr Buch auf, aber nicht wie ein Charakter im Anschluss damit umgeht oder wie er diese verarbeitet. Und genau das hat mich auch hier gestört, weil die Autorin einfach einen Zeitsprung macht und das Thema damit etwas abtut.

      Von 'reinen Spannungselement' habe ich gar nicht gesprochen, aber das kommt einfach auf, wenn keine anderen Elemente geschaffen werden, die für Spannung sorgen: Wenn es sich rein um die Vergewaltigung, die anschließende Suche und Rache an den Verantwortlichen geht, ist mir das einfach zu wenig. Der Rest wird hier nämlich eher schnell abgetan und überhaupt bleibt vieles unangetastet. Eigentlich nicht verwunderlich, wenn man den geringen Umfang des Buches bedenkt.
      Und ich kann dir nur zustimmen - wenn Autoren zu diesem Mittel greifen, dann sollten sie es besser durchdenken oder mal versuchen auf andere Art und Weise den Suspense Moment zu schaffen. Ich würde mir mal was Originelleres wünschen.

      Liebe Grüße, Melanie

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