Review: Die Stadt des roten Todes. Das Mädchen mit der Maske by Bethany Griffin

Freitag, 3. Mai 2013



Taschenbuchausgabe 344 Seiten
ISBN 9783442478194 Goldmann Verlag

Serie: Masque of the Read Death #1
Originaltitel: Masque of the Red Death






„Die Stadt ist von der Umwelt abgeschnitten, ganze Straßenzüge liegen in Ruinen. Der Regent feiert wilde Feste, während die Bevölkerung von einer schrecklichen Seuche dahingerafft wird. Nur eine kleine Oberschicht kann sich durch kostbare Masken vor der Krankheit schützen. So auch die junge Araby. Doch unter der Last einer großen Schuld sucht sie Vergessen in den Nachtclubs der Reichen. Dort begegnet ihr der faszinierende, verführerische William. Und Elliott, tollkühn, ein Revolutionär. Beide werben um Araby. Und sie muss sich entscheiden, ob sie sich dem Leben stellen und kämpfen will. Um ihre Liebe. Um Vergebung für ihre Schuld. Und um die Zukunft.“

Review
Wer sich nicht das Interesse an diesem Buch vermiesen lassen möchte sollte an dieser Stelle wohl aufhören hier zu lesen. Denn obwohl meine Erwartungen an Die Stadt des roten Todes nicht besonders hoch waren, war der Fall sehr tief und der Aufprall tat weh. Und genau das bekommt ihr hier zu lesen ;)  Also nichts mit Objektivität, auch wenn ich mich darum bemühe...

Egal was man sich von diesem Buch erwartet, das Ergebnis ist dasselbe:
1. Protagonisten
...die kaum liebloser gestaltet hätten sein können, ohne Vergangenheit, ohne Möglichkeit sich zu entwickeln, ohne Gefühle, ohne logisches Denken, ich würde fast so weit gehen und sagen ‚ohne Menschlichkeit’, weil viele der Charaktere für mich nur Marionetten sind und kaum einer weiß was er da eigentlich macht. Da sowieso nur wenige Charaktere auftauchen und sich die Sichtweise auf jene von Araby konzentriert hätte man sich gewünscht, wenigstens sie zu verstehen. Aber weit gefehlt. Ihre Handlungen wirken nicht durch dacht, sie lässt sich viel zu schnell von anderen beeinflussen, hinterfragt keine Entwicklungen und schafft es nicht eine Persönlichkeit zu entwickeln. Bis zum Schluss bleibt sie farblos und könnte beliebig ersetzt werden. Niemand würde sie vermissen. Charaktertiefe als Fremdwort also.
2. Nebencharaktere
...die ebenso nicht überzeugen können und neben der eh schon farblosen Araby noch mehr verblassen. Es bleibt bei halbherzigen Versuchen ihnen Persönlichkeit zu verleihen, über Klischeevorstellungen kommt die Autorin jedoch nicht hinaus.
3. Araby
...TSTL, aber trotzdem der Schlüssel zur Rebellion? Wer’s glaubt... Sie weiß nicht warum sie etwas macht, braucht aber nur einen kleinen Anstupser um es zu tun und verrät auch ohne ein Zucken ihre Familie. Auch dieser Aspekt war für mich nicht überzeugend, wenn man sich das Verhalten von Araby ansieht. Mit Drogen versucht sie der Realität zu entkommen, Schuldgefühle prägen ihren Alltag. Wie sie damit das Interesse von gleich zwei jungen Männern auf sich zieht bleibt für mich unverständlich.
4. Dreiecksbeziehungen
...da brauche ich gar nicht mehr dazu sagen. Möchtegern-Rebell vs. netter unscheinbarer (aber immerhin hat er Tattoos!) Junge von nebenan. Sehr ansprechend, muss ich schon sagen.
5. Eine Welt
...die oberflächlicher nicht hätte sein können. Noch schlechter hätte man die Welt wohl nicht gestalten können – an allen Seiten fehlt es an Informationen um sich von diesem Ort ein Bild machen zu können.
6. Emotionen?
...Was soll das sein? Brauchen wir nicht. Die Charaktere können damit schon mal nichts anfangen, einzig negative Gefühle sind hier im Ansatz erkennbar. Und es ist durchaus traurig, dass auch diese nur oberflächlich angekratzt werden. Verzweiflung, Selbstvorwürfe, Angst und Depression – die Autorin sagt uns zwar, dass diese vorhanden sind, (mit)erleben kann man sie als Leser jedoch nicht. Man bleibt von Anfang bis Ende außen vor, Gott bewahre, dass man mit den Charakteren mitfühlt, nein ihre Gefühle und Handlungen sogar nachvollziehen könnte!
7. Das dystopische Element
...die Seuche. Woher kommt sie, welche Folgen hat sie, wie kann man sich tatsächlich schützen? Als einzige Antwort auf diese Frage erhält man die Masken, die sich nur reiche Menschen leisten können. Die Auswirkungen auf die übrige Bevölkerung bleiben ungeklärt, wie so vieles andere auch: wieso bitte schön sollen die Masken so wichtig sein um gesund zu bleiben, wenn sie bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit abgenommen werden?? Ist ja nicht so, als würde sich die Seuche über die Luft übertragen. Hoppla, tut sie ja doch.
8. Spannungsbogen?
... das nächste Fremdwort. Noch nie davon gehört. Zumindest nicht hier, verlief die Handlung schließlich bis kurz vor Schluss seehr geruhsam und eintönig. Erneut sagt die Autorin zwar was passiert, vermittelt aber keinen Nervenkitzel oder Spannung. Zudem läuft man nur von A nach B um anschließend den Weg zurück zu nehmen ohne großartig was erreicht zu haben.

Ihr seht also, für mich war dieses Buch eine Enttäuschung auf ganzer Linie, als einzig Positives (und man bemüht sich doch zumindest etwas Gutes zu finden und sei es noch so klitzeklein) kann ich die Grundidee hervorheben, das war es aber schon. Empfehlen kann ich die Geschichte, die nicht wirklich Dystopie, aber auch nicht Steampunk ist (wie sie im Original wohl deklariert ist) nicht. Wer sich trotzdem an diese merkwürdige Mischung wagen möchte dem empfehle ich erst eine ausführliche Leseprobe!
Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Autsch. Das tut weh. *Buch gleich mal von WuLi streich*

    Das klingt ja mal wieder nach einem Buch, was die Welt nicht so wirklich brauch. Also, gut dass du mich warnst. ;)

    Grüße,
    Mandy

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    1. Nein das willst du dir wirklich nicht antun. Wenn mich die Protagonistin schon so genervt hat wird sie dir auch den letzten Nerv rauben ^^ du kannst es ganz beruhigt ignorieren und dich lieber anderen Büchern zuwenden ;)

      Liebe Grüße, Melli

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  2. Wow, ich glaube, ich habe bei dir noch nie eine so negative Rezension gelesen.
    Gut, dass ich das Buch ohnehin nicht auf meiner Wunschliste hatte. Deine Rezi war bestimmt unerhaltsamer zu lesen als der gesamte Roman. ;-)

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    1. Normalerweise schreibe ich ja auch keine Rezis zu so schlechten Büchern, sondern versuche sie einfach nur aus meinem Gedächtnis zu verdrängen *g* aber ich habe es im Zuge der 7 Days 7 Books Aktion gelesen und da wurde dann eine Rezi dazu gewünscht ;)

      Obwohl ich mir beim Schreiben echt nicht leicht getan habe - ich kann zwar über ein Buch im Privaten ganz toll schimpfen, aber das in ner Rezi zu verpacken ist doch was anderes...
      Aber freut mich, wenn sie unterhält ;)

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  3. Auf den Ami-Blogs gab es ja überwiegend positive Rezis.. Werde das Buch auf meiner WuLi wohl mal gaaaanz weit nach hinten schieben ;)

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    1. Vielleicht war/ist das Original ja tatsächlich besser und die Übersetzung hat viel von der Stimmung und der Tiefe genommen? So schlimm kann ich mir zwar keine Übersetzung vorstellen, aber wer weiß ^^

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  4. Hi Melanie,
    ich hatte das Buch auch vor einige Zeit gelesen und fand es auch einfach schlecht. Zu meinem Erstaunen habe ich in den Verlagsvorschauen den 2. Teil entdeckt...Da werden einige tolle Serien eingestellt aber so ein Müll wird weiter veröffentlicht!

    LG Desi

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    1. Huhu Desi,

      Ja das hat mich auch so erschreckt, als ich das in der Vorschau gesehen habe!! Tolle Reihen fallen weg, aber die hier wird fortgesetzt. Irgendwas läuft hier total falsch...
      Wobei ich gelesen habe, dass der 2. Teil auch der Letzte in der Reihe sein soll - vielleicht bringen sie ihn deshalb raus? Weil die Reihe dann eh vorbei wäre? Wer weiß.

      Liebe Grüße, Melanie

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  5. Ich habe bis vor wenigen Wochen noch überlegt, ob ich es mir nicht auf den Kindle laden soll, nach der Leseprobe aber schnell anders überlegt. Deine Rezi bestätigt mich ;-)

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    1. Gut, dass du deinem Gefühl bei der Leseprobe geglaubt hast! Da verpasst du wirklich nichts und für mich war es nur unnötige Ärgerei und Nerven, die mich dieses Buch gekostet hat ^^

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