Review: Tears'n'Kisses by Kiersten White

Freitag, 21. Juni 2013




Hardcover Ausgabe 416 Seiten
ISBN 9783785572405  Loewe Verlag


Serie: Paranormalcy #3
Originaltitel: Endlessly
Review zu Band #1Band #2




„Von wegen normal! Eigentlich ist Evie vollauf damit beschäftigt, Weihnachtsgeschenke zu besorgen und den großen Winterball zu planen. Doch wie soll sie sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren, wenn sie auf einmal das Gerichtsverfahren gegen ihre Ersatz-Mum Raquel verhindern, ihren Freund Lend aus den Fängen der Dunklen Elfenkönigin befreien und sich entscheiden muss, ob sie nun dieses verpiepte Tor in eine andere Dimension öffnen soll oder nicht. Dort hindurch will nämlich die gesamte Mannschaft der Paranormalen. Doch was, wenn Lend ebenfalls mitgeht und die Erde verlässt? Plötzlich ist Evies Entscheidung noch viel schwieriger als gedacht.“

Review
Schon ab der ersten Seite dieser Reihe weg war mir klar, dass sich hier wohl die Geister scheiden werden. Und zwar bei der Protagonistin, die mit ihrer Art einerseits ganz süß und erfrischend sein kann, andererseits aber auch naiv und kindisch wirkt. Bei mir war es Ersteres und ich fand Evie sofort sympathisch, zwar verschroben, aber das auf eine ansprechende Art und Weise. Nachdem nun der Vorgänger für mich im Vergleich zu Band 1 eine große Enttäuschung war und er das Klischee des schwachen mittleren Bandes einer Reihe voll getroffen hat, war ich etwas skeptisch wie mir nun der Abschluss der Trilogie gefallen würde. Die Neugierde war schon mal da um einen Versuch zu wagen.

Und dieser Versuch sollte sich lohnen. Denn Kiersten White kehrt hochmotiviert zurück und konnte mich mit Tears’n’Kisses fesseln und überzeugen. Evie wollte der übernatürlichen Welt eigentlich den Rücken kehren und sich auf ihr normales Leben konzentrieren. Dass das mit ihren Freundin nicht wirklich möglich ist, steht von Anfang an klar und es sollte nicht lange dauern bis der nächste Konflikt Evie gefunden hat. So wird sie erneut in die Komplotte der IBKP hineingezogen, gleichzeitig aber auch von der übernatürlichen Gesellschaft mit einer Aufgabe betraut, die sie gar nicht haben möchte. So steht in der ersten Hälfte des Buches eher die Frage im Vordergrund, ob und wie Evie helfen kann die Paranormalen in ihre ursprüngliche Welt zurück zu schicken. Evie will sich hier nicht drängen lassen und setzt sich mit dieser Frage selbst auseinander während auch andere Aspekte ihres Lebens in Gefahr geraten.

Die Handlung hat mir an sich sehr gut gefallen. Die Autorin hatte es bis jetzt vermieden auf die näheren Hintergründe der Herkunft der Paranormalen einzugehen und holt das nun nach. Es mag zwar einen Hauch übertrieben wirken, passt aber zur Verrücktheit der Protagonistin. Ebenso bringt Kiersten White alte Bekannte zurück, die auch in Band 3 eine entscheidende Rolle einnehmen sollen. So verfliegt das Buch überraschend schnell, während sich Actionszenen und ruhige Momente gut ergänzen.

Von Evie selbst war ich dann doch enttäuscht – ich konnte bei ihr keine Entwicklung mehr sehen, sie blieb für mich das Mädchen, das man im ersten Band kennen gelernt hat. Immer noch läuft sie einfach drauf los ohne darüber nachzudenken, hegt einen Groll gegen andere, der ebenso plötzlich verschwinden wie auftauchen kann und konzentriert sich viel zu oft auf unwichtige Details, während sie das Wichtige ignoriert. Zudem hatte ich das Gefühl, dass sie in diesem Band unnötig gemein und verletzend zu anderen war und man sie so gar nicht kannte. Sie hat immer noch viel Energie, aber diese Unbeschwertheit hat sie verloren und ist fast ein wenig bitter geworden.

Dazu kamen noch ein paar Ungereimtheiten, bei denen ich mir gewünscht hätte, die Autorin hätte sie besser durchdacht und die Enttäuschung, dass Lend neben den anderen männlichen Charakteren fast schon untergeht. Er war hier sehr in sich gezogen, wenn ich das mit den Vorgängerbänden vergleiche und Jack und Reth stehlen im ohne Probleme die Show. Auch das Ende war mir dann etwas zu rasch abgetan und mir fehlte der Ausblick wie die Welt nun nach diesen Ereignissen sein mag. Alles in allem konnte mich Tears'n'Kisses überzeugen, kommt aber definitiv nicht an Teil 1 heran. Trotzdem ein gelungener Abschluss der Reihe.

Ein Lob möchte ich auf jedem Fall noch an den Verlag aussprechen – die Paranormalcy Reihe ist eine der am schönsten gestalteten Reihen am deutschen Markt. Das Design wurde durchwegs behalten und es war von Anfang an sehr liebevoll ausgeführt. Kleine Details machen das Design zu etwas Besonderen, sei es die farbige Hervorhebung der Seitenzahlen oder die perfekte Titelwahl. Man hat sich viele Gedanken zu dieser Reihe gemacht und diese toll umgesetzt!
Inhalt und Cover © Goodreads.com

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