Review: Das Feuer des Dämons by Thea Harrison

Montag, 22. Juli 2013


Taschenbuch Ausgabe 448 Seiten
ISBN 9783802590887 Egmont Lyx Verlag


Serie: Elder Races #4
Originaltitel: Oracle’s Moon
Review zu Band #1Band #2Band #3Band #3.5





„Nach dem plötzlichen Unfalltod ihrer Schwester muss Grace Andreas völlig unvorbereitet den Posten als Orakel übernehmen. Mit ihrem Wissen um die Zukunft findet sie sich schnell zwischen den Fronten der mächtigen Wyr wieder. Um sich zu schützen, sieht Grace keinen anderen Ausweg, als zähneknirschend einen Handel mit dem gefährlichen Dschinn Khalil einzugehen. Doch was aus der Not geboren wurde, rührt schon bald an Grace‘ Herz und Seele...“

Review
Wie lange habe ich auf diese Fortsetzung gewartet? Naja, um genau zu sein ja erst seit März, aber nach dem Ende von Band 3 und der angefügten Leseprobe dort, war meine Neugierde auf dieses Pärchen schier unendlich. Khalil und Grace schienen von Anfang an eine besondere Stimmung zwischen sich zu haben und besonders neugierig war ich auf Khalil, der trotz seines langen Lebens und unglaublichen Macht nun vor ganz neue Herausforderungen gestellt werden sollte. Mit den Vorgängerbänden war es bis jetzt ein stetiges Auf und Ab, während mir einer sehr gut gefallen hat, war der nächste eher Mittelmaß und dann kam wieder eine richtige Überraschung. Folgt man diesem Muster dürfte es eigentlich keine Überraschung sein wie es mit Das Feuer des Dämons verlaufen sollte.

Wie es bei den vorherigen Büchern bereits der Fall war, schließt auch Das Feuer des Dämons nahtlos an seinen Vorgänger an und greift den Handlungsstrang dort auf. Zwar ist jedes Buch für sich abgeschlossen, dennoch gibt es Aspekte, die nun wieder wichtig werden. So hatten wir in Band 3 die Chance einen ersten Blick auf Khalil und seine Überheblichkeit zu werfen, die nun erschüttert werden sollte. Man möchte meinen, dass Grace mit ihren jungen Alter und der Tatsache, dass sie erst seit Kurzem das Orakel ist, nicht mit Khalil mithalten kann, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Sie hat schon einiges durchmachen müssen, nicht zuletzt den Tod ihrer Schwester, ihre neuen Fähigkeiten und die Vormundschaft über ihre Nichte und ihren Neffen. Dennoch bleibt sie in ihrer Art natürlich und es fühlt sich nicht aufgesetzt an. Sie ist nicht perfekt, kämpft aber um jeden neuen Tag und möchte besonders den Kleinen alles bieten, das in ihrer Macht steht. Khalil unterschätzt sie zu Beginn, aber je mehr Zeit er in ihrer Nähe verbringt, desto mehr fühlt er sich zu ihr hingezogen. Und so ergeht es auch dem Leser, der sich dem natürlichen Charme von Grace nicht widersetzen kann. Und auch Khalil sorgt für so manche Überraschung und wird von einem arroganten zu einem süßen Mann, der sich erst in das Phänomen Dating einweisen lassen muss. Damit ist ein humorvoller Unterton gegeben, der sich durch die ganze Geschichte zieht und trotz der teilweise bedrückten Handlung für eine gewisse Leichtigkeit sorgt.

Probleme hatte ich in erster Linie mit dem Einstieg in die Geschichte selbst. So etwas wie hier habe ich in der Reihe bisher noch nicht erlebt – nämlich, dass es mir schwer fallen würde zu den Charakteren eine Beziehung aufzubauen und mich auf die Geschichte einzulassen. Ich weiß nicht was genau sich geändert hat, aber von der Flüssigkeit und Ungezwungenheit des Schreibstils von Thea Harrison war hier nichts mehr bemerkbar. Steife Formulierungen sorgten dafür, dass ich über die ersten hundert Seiten merkwürdig außen vor blieb und die Geschichte nur erzählt bekam. Und das in einer teilweise abgehakten und knappen Erzählweise. Als ob die Autorin eine Handlung nach der anderen der Charaktere nur auflistet, aber nicht mit dem Schwung hinterlegt, den die Vorgänger inne hatten. Details schön und gut, aber irgendwann können diese auch zu viel werden und hier hat die Autorin den Absprung leider nicht immer geschafft.

Und hier kommen dann weitere Probleme auf, die ich mit diesem Buch hatte. Zum einen erscheint es mir unwahrscheinlich, dass ausgerechnet Grace (nichts gegen sie, aber warum genau sie?) die Macht des Orakels zur Gänze für sich gewinnen kann, wenn es unter ihren Vorfahren nicht mal ein Anzeichen dafür gab, dass dies möglich ist. Und auch bei Khalils Kräften und Vergangenheit haben sich ein paar Lücken aufgetan, die mich zwischendurch stutzig gemacht haben und damit den Lesefluss unterbrachen. Ansonsten war die Hintergrundhandlung hier verglichen zu den übrigen in der Reihe eher schwach ausgeprägt und nicht übernatürlichen Ursprungs. Auch das kann Thea Harrison besser und ich hoffe, sie kehrt mit ihrem nächsten Buch wieder zu bekannten Höhen zurück. Nicht, dass dieses Buch hier sehr schlecht gewesen wäre (im Gegenteil), aber man weiß, dass sie mehr aus der Geschichte hätte machen können und hat man das bereits erlebt, so wünscht man sich das natürlich für alle Bände.

Schlussendlich hat mir grade am Anfang vieles gefehlt und dieser schwierige Einstieg in eine an sich tolle Reihe hat es mir sehr schwer gemacht. Zum Glück dreht sich das dann ab der Hälfte, aber so lange darauf warten zu müssen stellt das Buch nicht in ein besseres Licht. Die Reihe ist leider geprägt von Hoch und Tiefs, dennoch werde ich ihr meine Treue halten und freue mich auf den nächsten Band. Dieser kehrt übrigens zu bekannten Charakteren zurück und erlaubt uns einen erneuten Einblick in das Leben von Dragos und Pia. Erste Andeutungen gab es bereits in Das Feuer des Dämons, aber Details wurden noch keine bekannt. Andererseits weckt die Leseprobe erneut meine Neugierde, auch wenn ich an den nächsten Band dennoch mit etwas mehr Vorsicht heran gehen werde. Empfehlen kann ich die Reihe dennoch und hoffe, ihr gebt ihr eine Chance. Denn Thea Harrison hat eine faszinierende Welt erschaffen und bringt immer wieder Überraschungen ein, die diese Welt neu ausrichten.
Inhalt und Cover © Goodreads.com

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