Review: Hourglass 2. Die Versuchung der Zeit by Myra McEntire

Freitag, 26. Juli 2013


Taschenbuch Ausgabe 352 Seiten
ISBN 9783442475643 Goldmann Verlag


Serie: Hourglass #2
Originaltitel: Timepiece
Review zu Band #1





„Warum sieht Kaleb Ballard plötzlich Menschen aus der Vergangenheit? Er gehört zwar dem „Hourglass“ an, einer Organisation von Menschen mit übersinnlichen Kräften, aber Visionen zählen definitiv nicht zu seinen Fähigkeiten. Jemand scheint die Zeit zu manipulieren, und Kaleb hat auch schon eine Vermutung, wer. Er verdächtigt Jack Landers, der bereits versucht hatte, sowohl Kalebs Vater als auch seine große Liebe Emerson Cole umzubringen. Kaleb muss Landers finden und ihn ein für alle Mal stoppen. Aber wie kann man jemanden aufhalten, der unberechenbar durch die Zeit springt?“

Review
Viele der Reihen, die ich letztes Jahr begonnen habe, konnten mein Interesse leider nicht aufrechterhalten. Die Wartezeiten waren oft zu lang, die Fortsetzungen nicht überzeugend genug. Anders verhielt es sich dabei mit Hourglass 2. Die Versuchung der Zeit – eine Fortsetzung, auf die ich mich schon sehr gefreut hatte und die ich darum nicht lange im Regal stehen lassen wollte. Jetzt nach dem Lesen muss ich leider sagen, dass meine Erwartungen (wieder einmal) zu hoch waren und die Fortsetzung nicht an den ersten Band heran reicht. Der Grundton dieser Geschichte drückt sich durch Verwirrtheit aus. Kaum einer der Charaktere weiß wirklich, was der andere vorhat oder was er schon weiß oder noch nicht. Geheimnisse hat man vor jedem, aus welchem fadenscheinigen Grund auch immer. Dazu kommen noch die Motive der Bösewichte, die sich als gar nicht so böse darstellen möchten und den Versuchen von Jack da noch mehr Durcheinander hinein zu bringen. Als Leser da den Überblick zu behalten ist nicht unbedingt einfach und fehlende Rückblicke erschweren das noch zusätzlich.

Zudem entscheidet sich Myra McEntire in diesem Band den Blickwinkel zu verändern und geht auf Kaleb über. An sich finde ich diese Entwicklung sehr gut, denn ich war nach dem ersten Buch sehr neugierig auf Kaleb und wollte mehr über ihn erfahren. Dabei hat die Autorin aber auch einen großen Fehler gemacht: sie ermöglicht zwar einen guten Einblick in seine Gefühlswelt, sorgt damit aber auch dafür, dass der Leser deutlich stärker Stellung bezieht und sich auf Kaleb konzentriert. So sehr ich die anderen Charaktere im Vorgängerband auch mochte, so bekam ich hier doch das Gefühl, dass alle gegen Kaleb arbeiten würden. So wird er in bestimmte Aktionen nicht miteinbezogen und Aspekte werden vor ihm geheim gehalten. Das alles machte die Nebencharaktere (die Ausnahme ist hierbei Lily) nicht sympathischer und lässt mich als Leser eher zwiegespalten zurück.  Es fehlt hier einfach die Verbindung von Band 1 zu Band 2. Dazu kommen Stimmungsschwankungen seitens der Charaktere, bei denen man sich nur fragen kann wo diese plötzlich herkamen. Aber so schnell wie die Stimmung heißläuft, so schnell ist es wieder vorbei.

Die ersten Erläuterungen zum Schluss hin erwecken in mir jedenfalls nicht das Gefühl, dass die Handlung zu einem nennenswerten Abschluss gebracht wurde. Viele Fragen bleiben offen und so bleibt eher das Gefühl des typischen Lückenfüllers in der Reihe. Denn auch das Ende weist in diese Richtung – von all den Überlegungen, der Suche nach einem bestimmen Gegenstand bzw. einer Person und die Versuche mehr über die Vergangenheit zu erfahren werden nur im Ansatz zusammengeführt und aufgelöst. Schlussendlich wird nur ein Handlungsstrang beendet, während viele andere noch offen bleiben. Genau wie das Ende, das mitten im Gespräch plötzlich den Leser überrascht. Ich vermute mal, dass die Autorin die Reihe gar nicht auf drei Bände (oder mehr) ausgelegt hat und dass dieser zweite Teil künstlich in die Länge gezogen wurde um noch ein drittes Buch rechtfertigen zu können. Das würde auch das Durcheinander und unnötige Hin und Her erklären.

Das Zeitreiseelement hatte mich schon im Vorgängerband fasziniert und angesprochen und ist an sich auch der Grund, warum ich diese Reihe lesen wollte. Leider hat wie bei den anderen Aspekten auch dieser in der Fortsetzung stark nachgelassen und nur für Verwirrung gesorgt. Zeitachse hier, Zeitachse dort, was wäre wenn es dort eine Veränderung gebe, wie wären die Konsequenzen aus dieser Handlung etc. An sich sind das ja interessante Überlegungen, aber ich hatte den Eindruck, dass selbst die Autorin ihr System nicht richtig verstanden und es dementsprechend unklar erläutert hat. Und wenn die Autorin das nicht versteht, wie sollen es dann die Charaktere schaffen diese Unordnung zu entwirren und richtig zu stellen. Eben, das kann nicht funktionieren.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich momentan wenig Lust auf die Fortsetzung habe. Es war zwar interessant nun Kalebs Sichtweise kennen zu lernen und mehr Zeit mit ihm zu verbringen, aber das kann es doch nicht gewesen sein? Außerdem befürchte ich, dass die Handlung im dritten Teil ähnlich wie hier verläuft – nämlich, dass Erkenntnisse plötzlich auftauchen und sie den Charakteren eher zufliegen. Und das diese selbst weiterhin so sprunghaft und unentschlossen bleiben. Darauf habe ich ja wenig Lust, aber warten wir mal ab wann überhaupt der nächste Band auf Deutsch erscheint. Wirklich empfehlen kann ich diese Fortsetzung leider nicht und würde bei bestehendem Interesse eher dazu raten auf Teil 3 zu warten um die Bücher dann direkt nacheinander zu lesen, was hoffentlich mehr Aufschlüsse mit sich bringt.
Inhalt und Cover © Goodreads.com

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