[Leserunde] Me Before You by Jojo Moyes @ Ankas Geblubber - Part II

Donnerstag, 1. August 2013

Copyright @Ankas Geblubber

Seit Dienstag läuft die Leserunde zu Me Before You von Mojo Moyes, die von Ankas Geblubber veranstaltet wird und ich bin schon mitten drin. Umgeben von ganz vielen Taschentüchern und immer wieder am Weinen, so sehr spricht mich das Buch an.
Die Updates zu den einzelnen Abschnitten der Leserunde fallen doch ein bisschen länger aus, darum habe ich mich entschlossen an diesem Punkt mal zu unterbrechen und die weiteren Updates hier zu schreiben (-> Part I). Also, weiter geht es dann mit (Achtung: Spoilergefahr!):

UPDATE 1.8. 17:30 - Kapitel #14 bis #16
Das Weinen hat sich momentan etwas beruhigt und ich kann die Geschichte wieder so genießen. Und dieser Abschnitt konzentriert sich weniger auf Wills Wunsch nach dem Tod, von dem ja beide so tun als würde der jeweils andere nichts wissen, sondern hier versucht Will Lou ein bisschen aus ihrem Alltag rauszubringen und ihr zu zeigen, dass es mehr im Leben gibt als der Alltag zulässt. Zudem erfahren warum Lou so ist wie sie ist und warum sie sich in ihrer kleinen Welt eigentlich sehr wohl fühlt und gleichzeitig doch keine weiteren Ziele in ihrem Leben hat. Doch Will ist das nicht so recht. Ich finde es so schön und auch süß von ihm ihr ein bisschen mehr Lebenslust einzuflößen *hach*

Zudem wird mir klar, dass mir Lous Freund Patrick immer unsympathischer wird. Und Will geht es wohl genauso, wenn man sich seine Reaktion auf ihn ansieht... Und war Wills Geburtstagsgeschenk für Lou nicht allerliebst??? *.* Ich bin mir jetzt zwar nicht ganz sicher, ob das schon in diesem Abschnitt war oder in dem davor (ich habe die fast fließend gelesen und die Pause vergessen), aber sein Geschenk ist doch tausendmal schöner und passender für Lou als diese Kette vom Möchtegernfreund, der sich dann mit einer Nacht voll Sex Will gegenüber überlegen fühlen will... Unsympathisch, absolut unsympathisch.

UPDATE 1.8. 23:20 - Kapitel #17 bis #20
Und wieder hilft Will Lou aus sich heraus zu kommen. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass die Handlung weg geht von dem Wunsch Will zu retten, sondern sich mehr darauf konzentriert wie Will Lous Lebenslust wecken will und ihm gelingt das wirklich gut. Vorher war es nur mal angedeutet worden, aber jetzt wird die Autorin deutlicher was genau damals im Irrgarten mit Lou passiert ist. Will war da ja auch total süß, aber er tat mir auch Leid: man merkte ihm genau an wie sehr er Lou  helfen, sie in den Arm nehmen und trösten wollte und nur das Handhalten wurde wunderschön! Ich hatte ja ehrlich gesagt eher damit gerechnet, dass die Liebe hier eine größere Rolle spielen würde, aber jetzt da man die Umstände und Charaktere kennt, weiß man erst, dass dieses Zusammensein viel besser zu ihnen passt. Und so wird es auch sehr deutlich, dass Lou Patrick nicht liebt, sondern er einfach ein Bestandteil ihres sicheren kleinen Lebensumfeldes ist und ihr Stabilität bietet. Hätte mich auch sehr gewundert, wenn das die große Liebe wäre, denn auch Patrick verhält sich nur distanziert und konzentriert sich auf sein Leben. Aber Hauptsache Lou dann Vorwürfe machen, nicht? Ich sage ja, unsympathisch...

Das Kapitel aus Nathans Sicht hat mir auch sehr gut gefallen. So bekommt man einen schönen Blick auf Lou und Will von einer Person, die ihnen gegenüber unvoreingenommen ist. Und der die spezielle Stimmung zwischen den beiden direkt aufgreift. Der gemeinsame Besuch bei der Hochzeit hat sie wirklich näher gebracht und war ihr Tanz nicht wunderschön?? Hach, da hätte ich aus Freude weinen können.

Und Lou gibt weiterhin nicht auf und verbringt ihre gesamte Freizeit damit ihr nächstes Vorhaben durchzuplanen um Will zu zeigen, dass er so wie er jetzt ist immer noch den Nervenkitzel spüren und das Leben genießen kann. Dass es trotzdem Momente der Freiheit für ihn geben kann.

UPDATE 2.8. 9:30 - Kapitel #21 bis #24
Steven? Wer ist Steven? Da musste ich kurz mal überlegen wessen Sicht wir denn nun erleben würden bis es dann klick gemacht hat - Wills Vater! Ja sagt das doch gleich. Hier bestätigt sich nur was wir voher schon vermutet haben. Nämlich dass Steven längst ein neues Leben für sich angefangen hat und es auch ausgiebig leben würde hätte Will nicht den Unfall gehabt. Das wiederum mag ich gar nicht - wenn Eltern wegen dem Wohl ihres Kindes zusammen bleiben. Jeder weiß doch, dass man als Kind (egal wie alt man ist) solche Spannungen zwischen den Eltern mit bekommt und eine Trennung vom Ehepartner noch lange nicht heißt, dass der Bezug zum Kind verloren geht. Ich hätte mir da mehr Ehrlichkeit von Camille und Steven gewünscht. Der Autorin gelingt es hier zudem sehr gut Stevens inneren Zwiespalt zu zeigen. Denn er glaubt nur frei sein zu können für sein neues Leben, wenn Will stirbt und er es ihm ansonsten schuldig ist an seiner Ehe festzuhalten.

Als Will plötzlich ins Krankenhaus muss wirft das Lou ziemlich aus der Bahn. Alle Pläne scheinen hinfällig zu sein und ihr rennt die Zeit davon. Auf rührende und emotionale Momente folgen solche, die einem alle Nerven kosten und in denen man um jedes einzelne Wort bangt.

Und dann kommt die Ruhe, eine angenehme entspannende Ruhe, als Lou und Will (in Begleitung von Nathan) fernab von Zuhause zu sich finden können. Man findet einen kleinen Felck auf der Welt, der nun einem selbst gehört und der durch nichts gestört werden kann. Wie Will verliert sich auch der Leser ein bisschen von dieser stetigen Angespanntheit.

Bis dann diese Ruhe vernichtet wird, als man sich gerade in ihr wohl zu fühlen begann, und zeigt, ass sie nur ein kurzes innehalten war. Vor dem großen Sturm.

UPDATE 2.8. 14:20 - Kapitel #25 bis Ende
Vor gut zwei Stunden habe ich die letzte Seite gelesen. Zuerst das Urteil, dann den Brief. Und auf diesen letzten Seiten kamen mir erneut die Tränen, es gab da kein Halten mehr. Lous Verzweiflung, ihr Ängste und Sorgen, ihr Wunsch nach einer Zukunft mit Will, Wills eigener Wunsch nach dem Tod, nach einer letzten Entscheidung, die sein Leben betrifft, den Abschied zu haben, den er möchte, sein Geständnis, dass die letzten sechs Monate auch für ihn die Schönsten waren (wie für Lou), aber das es nicht genug für ihn ist um so weiter zu leben. Gefangen im eigenen Körper und sich immer den Wünschen gegenüber stehend, die er in seiner Verfassung nicht verwirklich kann und es nie wird...

Es gibt Bücher und Charaktere, die liebt man auf den ersten Blick.
Und es gibt welche, die hasst man ebenso schnell.
Dann gibt es Bücher, die man hasst obwohl man sie liebt und so ein Buch ist 'Me Before You'.

Ich begann Will zu lieben un ich konnte seinen Wunsch nachempfinden, aber irgendwie hasst man die Autorin (nicht aber die Charaktere!), dass sie kein Wunder vollbracht hat, auch wenn ein solches unrealistisch in dieser Situation gewesen wäre. Aber in Büchern sucht man oft nach der Flucht aus der Realität und die gewährt Jojo Moyes nicht.
Sie zwingt die Leser über ihr eigenes Leben und den Tod nachzudenken. Zu überlegen was man selbst machen würde, welche Position man beziehen würde, für was man kämpfen würde. Sie bringt das Thema Sterbehilfe in den Vordergrund und am Ende des Buches wird sich wohl jeder Leser und jede Leserin mit diesem Thema beschäftigt haben und vielleicht bereits Stellung beziehen.

Liebe und Freundschaft, Leben und Tod.
Sich selbst finden und seine Grenzen kennen lernen.
Sich in dem anderen verlieren und dort wieder finden, aber doch stark genug sein um das Ich nicht zu verlieren.
Über sich hinaus wachsen, neue Welten entdecken, die Zukunft sehen.
Sich die Frage stellen wofür es sich lohnt zu kämpfen und wann kann ein Mensch nicht mehr kämpfen?
Will willst du leben und wie willst du sterben?
Wie würde mein Weg wohl aussehen und könnte ich jemanden auf seinen begleiten?

Me Before You...
Just live well.
Just live.

FAZIT
Zwei Stunden sind es nun seit der letzten Seite und meine Gedanken sind immer noch aufgewühlt. Ich liebe dieses Buch. Ich hasse es aber auch, wegen all der Tränen, die es mit sich bringt, all den Zweifeln, all der Hoffnung und all der Hilflosigkeit.
Vielleicht fällt mir nachher noch etwas dazu ein...

Kommentare:

  1. Vielen Dank für deine schönen Updates Melanie! Das ist fast wie, das Buch ein zweites Mal zu lesen :) Ich bin sehr gespannt, wie es dir mit dem Ende ergehen wird...

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    1. Das Ende war, ja keine Ahnung wie es war. Berührend, traurig, aber doch mit Hoffnung. Erst diese Verzweiflung und die Hilflosigkeit und dann überwiegen doch Liebe und Freundschaft *hach* es war dann noch sooo schön, auch wenn ich auf den letzten Seiten wohl die meisten Taschentücher gebraucht habe.

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  2. Ähnlich wie bei dir waren die letzten Seiten ein Gefühlsmarathon. Wenn ich deine Zusammenfassung lese, öffnen sich bei mir wieder sämtliche Schleusen...

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    1. Mich würde es ja sehr wundern, wenn einen das Ende nicht mitnimmt egal wie man zu diesem Thema steht *schnief*

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  3. Wunderbar, oder? Neinnn jetzt muss ich gleich wieder weinen ...

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    1. Sogar mehr als wunderbar! Mir kommen jetzt noch die Tränen...

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  4. Liebe Melanie,

    danke fürs Mitlesen und deine schönen, bewegenden Updates.
    Toll, dass du dabei warst.

    Liebe Grüße
    Anka

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    1. Und ich danke dir fürs Veranstalten, Anka! Wer weiß, wann ich das Buch sonst gelesen hätte und es war schön zu sehen wie andere die gleiche Szene sahen und wie unterschiedlich doch die einzelnen Eindrücke waren.
      Liebe Grüße, Melanie

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