Review: Anna and the French Kiss by Stephanie Perkins

Dienstag, 27. August 2013


Paperback Ausgabe 372 Seiten
ISBN 9780142419403


Serie: Anna and the French Kiss #1
Deutsche Übersetzung: Herzklopfen auf Französisch
Englischniveau: 1 (= leicht)





„Anna is looking forward to her senior year in Atlanta, where she has a great job, a loyal best friend, and a crush on the verge of becoming more. She is less than thrilled about boarding school in Paris - until she meets Étienne St. Clair. Smart, charming, beautiful, he has it all - including a serious girlfriend. Will Anna get her French kiss?“

Review
Wie lange bin ich um Anna and the French Kiss herumgeschlichen? Ich weiß es nicht mehr, aber es war ein stetiges Auf-die-Wunschliste-setzen mit anschließendem es-sich-anders-überlegen. Erst als die Covergestaltung der Reihe geändert wurde verstärkte sich meine Neugierde und da war es um mich geschehen. Ich musste diese Ausgaben einfach im Regal stehen haben! Und siehe da, der erste Teil ist Reihe ist sogar schon gelesen und für gut befunden worden. Stephanie Perkins hat es mit ihrem Stil geschafft mich zu begeistern und die Seiten verfliegen schneller als man glauben mag. Anna and the French Kiss ist für mich zwar nicht zu dem Sommerbuch schlechthin geworden, aber diese oft locker-leichte, dann aber auch emotional-düster angehauchte Stimmung ist perfekt für jeden Sommertag – egal ob bei Regen oder Sonnenschein, in der Geschichte kann man sich immer verlieren.

Anna war mir sofort sympathisch und wie könnte das auch nicht sein. Sie wird aus ihrem bekannten Leben gerissen und dank einer Idee ihres Vaters für das letzte Schuljahr mal eben nach Paris verfrachtet. Weg aus dem bekannten Umfeld, weg von den eigenen Freunden und hin zu einer Privatschule, in der sich die Leute doch schon länger kennen. Und doch gelingt es Anna schnell Anschluss zu finden und sich zu integrieren. Jeder neue Ausflug vom Schulgelände zeigt ihr, dass sie auch hier selbstständig leben kann. Étienne steht Anna in Sachen Sympathie in nichts nach, aber auf eine ganz andere Art. Er geht ganz ungezwungen mit allen Menschen um, ist meistens gut gelaunt und versteht es einen aufzumuntern. Andererseits kann auch er Trost annehmen, wenn es ihm nicht gut geht und nimmt Ratschläge an. Für ihn wird dieses letzte Schuljahr wohl emotionaler als für Anna selbst und ich hätte es so schön gefunden, wenn es auch Szenen aus seiner Sicht gegeben hätte.

Auch bei den Nebencharakteren kann die Autorin überzeugen und hat hier eine interessante Personengruppe erschaffen. Sie alle sind so lebensfroh, dass das direkt ansteckend ist und trotzdem behalten sie ihre Eigenarten. Und auch Personen außerhalb Annas direkten Freundeskreises gehen nicht unter. Stephanie Perkins gelingt es gekonnt liebevolle Details einzuarbeiten und dem Leser die Charaktere näher zu bringen. Und ich hoffe doch, dass wir einige von ihnen in den Fortsetzungen wieder sehen. Die Liebesgeschichte war eher zart angehaucht und nicht nur zwischen Anna und Étienne kam dieses besondere Knistern auf. Man fühlt mit allen Charakteren mit und hofft sie auf ihren weiteren Wegen ein Stück begleiten zu dürfen.

Ich fand Stephanie Perkins Schreibstil sehr angenehm und flüssig. Ich wollte eigentlich nur mal kurz reinlinsen und beim nächsten Blick auf die Uhr sah ich nicht nur wie schnell die Zeit verging, nein, ich war auch überrascht, dass sich die ersten hundert Seiten wie nichts weg gelesen haben. Die Autorin schreibt einfach so unkompliziert, das Buch fällt schon fast in die Kategorie Wohlfühlbuch, weil man beim Lesen entspannen kann und die Geschichte und Charaktere absolut natürlich sind. Bis auf einen kleinen Kritikpunkt, den ich gleich noch ansprechen möchte, fühlt sich die Handlung ungekünstelt an, man sieht Paris durch die eigenen Augen und es ist fast so, als würde man die Charaktere auf ihren Streifzügen begleiten.

Für mich gab es bei diesem Buch nur einen Kritikpunkt: und zwar die übermäßige Dramatik. Es gab so viele passende Momente, wunderschöne Augenblicke, in denen sich die Charaktere näher waren als sonst und als ihnen die Worte direkt auf der Zunge lagen. Sie waren schon fast dabei sie auszusprechen, doch stattdessen haben sie sich umgedreht und diesen perfekten Augenblick verstreichen lassen. Man merkt, dass die beiden leiden und sich mehr wünschen, dass sie nur auf ein Zeichen des anderen warten, dass sie unsicher sind und nur eine kleine Aufmunterung brauchen und doch ignorieren sie beide diese Momente, in denen das Glück zum Greifen nah ist. Wobei man ja sagen muss, dass Étienne schon mutiger war als Anna und ihr mit kleinen Aufmerksamkeiten zu sagen versuchte was er empfand. Hätte Anna doch nur näher hingesehen oder besser zugehört.

Im Laufe der Geschichte lernt Anna, dass das Zuhause nicht ein Ort sein muss, sondern man sich mit den richtigen Personen überall Zuhause fühlen kann. Zuhause wird für sie eine bestimmte Person, mit der man über alles reden oder auch stille Momente genießen kann. Wo ein Blick reicht um zu wissen wie es dem anderen geht und wo man mit einem einzigen Wort zeigen kann, ob man den anderen nur als Freund oder mehr sieht. Das waren die Momente, die mir nahe gegangen sind und die der Autorin perfekt gelungen sind. Es gibt hier so viele schöne Momente, die ich unbedingt ein weiteres Mal lesen werde, weil mit wenigen Worten so viel Bedeutung einhergeht.
Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Das ganze Hin und Her fand ich auch etwas nervig (wobei noch etwas einfacher als bei Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter), aber ich muss auch sagen, dass mir Etienne teilweise echt unsympathisch war. Wie er sich einfach nicht entscheiden aknn oder will oder sich mehrere Eisen im Feuer warm hält, nur damit er armes Würtschen am Ende nicht allein dasteht, egal wie es den beiden betroffenen Frauen dabei geht. Nein, dass fand ich echt nicht okay so. Es ist vielleicht realistisch, ich fand's aber nicht gut. ._.

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    1. Darum hätten mich auch Szenen aus seiner Sicht interessiert um sein Verhalten etwas besser verstehen zu können. So wirkt es den anderen gegenüber doch eher gemein und wie er Mer nachläuft, aber nicht richtig mit Anna reden kann, war vielleicht Mer gegenüber lieb gemeint, aber trotzdem...
      Liebe Grüße, Melli

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