Review: Das Versprechen des Blutes by Thea Harrison

Donnerstag, 19. Dezember 2013

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Trotz ihrer Schwangerschaft begibt sich Pia Giovanni, die Lebensgefährtin des Wyr Dragos, auf eine weite Reise, um mit den Elfen zu verhandeln. Doch als die Gespräche zu scheitern drohen, geraten nicht nur Pia und ihre Liebe zu Dragos in große Gefahr, sondern auch das Volk der Wyr selbst.

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Wie lange warte ich nun schon auf diesen Band? Eigentlich seit Teil 1, als ich Pia und Dragos kennen gelernt und ihre stürmische Beziehung verfolgt habe. In ihren Persönlichkeiten könnten sie nicht unterschiedlicher sein, ergänzen sich aber so perfekt, dass die gemeinsam zu meinem Lieblingspärchen in dieser Reihe geworden sind. Schon damals sah ich es aber kritisch wie Pia wohl gegen dieses mächtige Wesen bestehen könnte, schließlich hat Dragos immer das getan was er wollte, was er für richtig halt und wonach ihm war. Selten hat er da auf andere Rücksicht genommen und er konnte es sich auch leisten, denn kaum einer reicht an seine Macht heran. Und doch zwingt ihn Pia immer wieder in die Knie und ich musste einfach sehen, wie sich das entwickeln wird, wenn sie länger zusammen sind.

„Das Versprechen des Blutes“ bringt uns nun genau an diesem Punkt und schlägt zu Beginn dennoch eine Richtung ein, mit der ich nicht gerechnet habe. Denn anstatt uns Pia und Dragos als Einheit zu geben, trennt die Autorin die beiden mal eben räumlich voneinander, sodass wir warten müssen bis wir sie gemeinsam sehen. Während Pia in den Hof der Elfen reist um die im Zuge der Ereignisse der letzten Bände entstandenen Wogen zu glätten und Wirtschaftsverhandlungen aufzunehmen, ist Dragos in New York damit beschäftigt die frei gewordenen Wächterpositionen neu zu besetzen und dafür veranstaltet er die Wächterspiele – ein Wettkampf, bei dem nur die Besten weiterkommen und die sieben Kämpfer, die zum Schluss übrig bleiben die Wächterpositionen erhalten. Auch die übrig gebliebenen aktuellen Wächter müssen sich diesen Kämpfen stellen und beweisen, dass sie ihre Position halten können.

Diese Entwicklung bereitete mir zu Beginn noch ein bisschen Kopfzerbrechen, denn ich fragte mich, wie ich mich freuen sollte zu sehen wie Pia und Dragos nun miteinander umgehen und wie sich ihre Beziehung verändert hat, wenn sie doch räumlich getrennt sind und das schon mit der ersten Seite. Aber die Autorin hat hier eine schöne Möglichkeit für Treffen gefunden bis sich die zwei wieder sehen. Und in der Zwischenzeit kommen wir ihnen so wieder näher – in den Momenten mit Pia erfahren wir wie es ihr in der Rolle von Dragos Gefährtin geht und ob sie in der Gesellschaft als solche akzeptiert wird, während wir in den Szenen mit Dragos erfahren wie wichtig im Pia geworden ist und wie ihre Existenz ihn beeinflusst und zu einem besseren Menschen macht. Für den Leser gibt es doch nichts Schönere, als solche Momente! Und dazu gehören auch Meinungsverschiedenheiten, wenn Pia für etwas kämpft das ihr wichtig ist oder sie einfach nicht zulassen kann, das Dragos so über sie drüber fährt. Denn auch solche Momente zeigen die Verbundenheit zwischen ihnen und wie sie  in solchen Situationen reagieren.

Die Hintergrundgeschichte mit den Elfen hat mir persönlich nicht so gut gefallen. Zwar fand ich es schön zu sehen wie sich Elfen und Wyr einander nähern und trotz des Zwistes zusammen arbeiten können, aber für mich war dieser Aspekt einfach zu wenig ausgeprägt bzw. –gearbeitet und es hätte nichts gefehlt, hätte es diese Entwicklung nicht gegeben. Auch die Auflösung fand ich eher wenig spektakulär und die anderen Ereignissen haben mich mehr angesprochen. Dafür habe ich die Szenen bei den Wächterspielen viel mehr genossen, was wohl zum Großteil an den Charakteren dort lag. Endlich hat man die Chance auch die anderen Wächter ein bisschen besser kennen zu lernen und besonders zwei der Charaktere geraten ja immer wieder aneinander und das spitzt sich immer mehr zu. Da habe ich mich direkt gefreut, als ich gesehen habe wem sich die Autorin im nächsten Band zuwendet und die Funken fliegen schon jetzt.

Bei den Vorgängerbänden war es ja leider immer so, dass diese obwohl sie in sich geschlossen waren, von den anderen auch immer etwas distanziert waren und man z.B. nie viel von den anderen Charakteren gesehen hat. Das ändert sich zwar in „Das Versprechen des Blutes“ nicht gänzlich, aber es gibt doch mehr Einblicke in die Charaktere aus den Vorgängerbänden. Thea Harrison bringt da zwei Charaktere ein, die ich vorher bereits sehr lieb gewonnen habe und ich fand es sehr schön, dass sie hier die Möglichkeiten hatten wieder auf Pia und Dragos zu stoßen. Die Autorin hat hier sogar eine Entwicklung eingebracht, die künftig noch eine Rolle spielen könnte.

Das Ende war für mich dann das absolut Schönste, an dem Buch und damit meine ich nicht den Abschluss der Handlung oder den Ausgang der Wettkämpfe, sondern diese ganz privaten Momente, die Pia und Dragos miteinander verbringen und eine weitere ganz bestimmte Person, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Und aus genau diesem Grund werde ich demnächst auch zur Kurzgeschichte „Dragos Takes a Holiday“ greifen, weil ich sie wieder so zusammen sehen möchte.

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