Review: Plötzlich Prinz. Das Erbe der Feen by Julie Kagawa

Freitag, 7. März 2014

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Spin Off Reihe zur Plötzlich Fee Reihe (Band #1)

Der achtzehnjährige Ethan Chase wäre gern so wie alle anderen an seiner Highschool. Doch seit er denken kann, ist sein Leben alles andere als normal. Denn als Kind wurde er von den Feen nach Nimmernie verschleppt. Und wen die Feen einmal in ihrer Gewalt hatten, den lassen sie nicht mehr los. Ihre Macht reicht bis in den hintersten Winkel der Menschenwelt hinein. Ethan muss erkennen, dass es sinnlos ist, sich vor ihnen zu verstecken. Und so nimmt er sein Schicksal an und kehrt nach Nimmernie zurück.

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Kennt ihr dieses Gefühl? Wenn ihr ein Buch gelesen habt und es euch eigentlich gefallen hat, aber ihr trotzdem nicht damit zufrieden seid, weil Kleinigkeiten nicht gepasst haben und die einem mit einem unzufriedenen Gefühl zurück lassen? Genau so geht es mir mit Plötzlich Prinz. Das Erbe der Feen von Julie Kagawa. Die Handlung hatte keine Längen, sodass ich mich gelangweilt hätte. Es gab ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren. Und auch eine Rückkehr nach Nimmernie. Und trotzdem bekomme ich die Vergleiche zur Plötzlich Fee Reihe nicht aus dem Kopf und dagegen schneidet dieser erste Band der Spin Off Reihe leider nicht so gut ab. Es wäre vielleicht anders gewesen, wenn ich diese Bücher nicht kennen würde. Übrigens glaube ich nicht, dass man die Plötzlich Fee Bücher gelesen haben muss um hier einzusteigen. Es wird dann doch alles erklärt und die Personen neu vorgestellt.

Es waren also die Kleinigkeiten, die mir die Lesestimmung hier etwas verdorben haben. Beginnen wir mal mit Ethan, dem jüngeren Bruder von Meghan. Er ist mittlerweile 18 Jahre alt und seine Verbindung zum Reich der Feen holt ihn nun ein. Ethan ist auf seine Art schon ein typischer Teenager – von Lehrern wird er als Problemkind gesehen, er selbst zieht es vor ein Einzelgänger zu sein, macht Kampfsport, ist aber in seinem Verhalten sehr aggressiv und abweisend anderen gegenüber. Andererseits lässt er sich aber leicht um den kleinen Finger wickeln, obwohl er bestimmten Personen erst sehr ablehnend gegenüber steht. Was mich besonders irritiert hat war sein Hass auf seine Schwester oder mehr auf Ash, der in seinen Augen seine Familie zerstört hat als er eine Schuld bei ihr eingefordert hat und die einiges ins Rollen gebracht hat. Das Verhältnis der Geschwister in der Plötzlich Fee Reihe war doch so liebevoll und es hat mich traurig gemacht, dass man davon hier nichts mehr sieht und Meghan leider auch nicht die Chance hat näher darauf einzugehen. Ich glaube, da gibt es noch ganz viel Potential für die nächsten Bände.

Aber genauso hatte ich mit Kenzie meine Probleme, die einfach kein Nein verstehen kann. Natürlich wäre die Geschichte bald zu Ende gewesen, hätte sie das getan, aber egal was man ihr sagt, sie macht das Gegenteil und das fand ich dann doch anstrengend. Man sollte meinen, dass sie in einer ihr absolut fremden Welt auf den einen Menschen hört, der sich etwas auskennt, aber stattdessen glaubt sie es besser zu wissen. Tja, auch das ist irgendwie typisch Teenager, hat mir aber trotzdem nicht gefallen

Ein weiterer Punkt bezieht sich auf das Nimmernie, in das ich mich längst verliebt hatte und in dem wir hier für meinen Geschmack viel zu kurz verweilen. Die große Stärke in der Plötzlich Fee Reihe war für mich immer das Setting und Nimmernie in all seinen Facetten kennen zu lernen. Das fehlte mir hier so. Einzig der erste Blick auf das Eiserne Reich war überwältigend, genial und leider auch viel zu kurz. Ich hätte so gerne mehr Zeit mit Meghan, Ash und Puck verbracht. Auch mit Grimalkin. Und obwohl ich die Geschichte nicht langweilig empfand, fehlten mir auch die Wow Momente. Jene Szenen, die mich absolut begeistern und mitreißen konnten. Vielmehr war es ein beständiges Weiterkommen, der Weg scheint ziemlich klar vorgegeben zu sein und auf Überraschungen wartet man hier noch vergeblich .

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich weiter lesen soll. Ich wusste vorher schon, dass ein Charakter etwas ‚Schlimmes’ tun würde und ihm das wohl einige Sympathiepunkte kosten würde und ich habe auch Ahnung wer das sein könnte und wie es passiert. Und während mich genau das neugierig werden lassen sollte, ist das Gegenteil der Fall und es interessiert mich einfach nicht. Der Zauber von Nimmernie ist verflogen. Zumindest für den Moment.

Kommentare:

  1. Du sprichst mir mit deinem Eindruck echt aus dem Herzen. Auch wenn es nichts Grobes an dem Buch auszusetzen gibt, ist es doch so, dass es mich nicht vollends zufrieden zurückgelassen hat. Mit Kenzie kann ich dir auch nur voll und ganz zustimmen. Die Frau hat etwas von einem Stalker und ist dann wieder absolut berechenbar, indem sie das tut, was sie nicht soll. Auch wenn das Wiedersehen schön war, glaube ich auch, dass mir die Geschichte ohne "Plötzlich Fee" zu kennen etwas besser gefallen hätte.

    Und mit dem was wohl in Band 2 passieren wird, kann man sich jetzt echt schon denken :) Bin auch noch am Grübeln, ob ich noch weiterlese.

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    1. Genau so ist es! Es gab weder Höhen noch so richtige Tiefen und das war so unbefriedigend, wenn man doch die vorherige Reihe kennt und weiß, dass es die Autorin so viel besser machen kann und welch geniale Welt sie da bereits erschaffen hat. Und Kenzie - argh, die hat mich wirklich in den Wahnsinn getrieben mit ihrer Art!! Sie ist noch so ein Faktor warum ich nicht unbedingt weiter lesen möchte...

      Es wäre toll, wenn die Fortsetzung besser wäre - vielleicht findest du das ja heraus :)

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