Review: Äthergeboren by Sarah Gaspers

Mittwoch, 7. Mai 2014

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Deutschland 1883: Der Krieg ist vorbei, aber nun regiert die skrupellose Unguo Gesellschaft das Land mit eiserner Hand. Amalia hat ihren Eltern den Rucken gekehrt und verdient als Schmugglerin und Kapitän des Luftschiffes Pegasus ihren Lebensunterhalt. Als sie den Adligen Falko trifft, ist sie sofort fasziniert. Halt sie ihn zunächst für opportunistisch und arrogant, muss sie schnell erkennen, dass er ihr mehr bedeutet, als sie zugeben will. Doch sein Auftrag ist gefährlich und führt sie zu den aufständischen Freiheitskampfern und in die schwebende Stadt Tannin

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Wenn ich Steampunk lese, schaue ich immer zweimal hin bei einem Buch, denn ich mag dieses Genre sehr gerne, habe aber noch viel zu wenig dazu gelesen. Da ist es nicht verwunderlich, dass ich "Äthergeboren" schon länger auf der Wunschliste hatte. Die Möglichkeit es jetzt in einer Leserunde zu lesen, hat dann auch perfekt gepasst. In Leserunden liest man ja doch intensiver und tauscht sich auch öfters über die Geschichte aus. Wer sich für meine ersten Eindrücke interessiert, der sollte mal hier vorbei schauen. Vorweg kann ich aber schon sagen, dass es mir trotz aller Faszination in machen Bereichen noch zu unausgereift war.
 
Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich mit falschen Erwartungen an das Buch ging. Denn ich war davon überzeugt einen Stand Alone vor mir zu haben und war dann bei der Umsetzung öfters enttäuscht. Es wird einfach vieles angesprochen, aber noch nicht weiter ausgeführt. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass es doch mehrere Bände geben soll und zumindest Ideen für mehr da sind. Das würde dann natürlich einiges erklären und rückblickend auf meine Eindrücke ein anderes Bild werfen. So kam es, dass mir Entwicklungen zu plötzlich waren, mir trotz des interessanten World Building oft Hintergrundinformationen fehlten und mir auch die Meinungsänderungen der Protagonisten zu schnell gingen. Nicht selten hatte ich das Gefühl plötzlich überholt zu werden von der Geschichte und mit Tatsachen konfrontiert zu sein, die wie aus dem Nichts kamen.

Bei den Charakteren hat die Autorin eine interessante Gruppe zusammengestellt. Rund um Amalia, den Kapitän des Flugschiffes Pegasus, haben sich ungewöhnliche Crewmitglieder gesammelt. Während sie als einzelne Personen eher ungewöhnlich wirken, funktionieren sie als Gruppe doch sehr gut und sie haben sich hier eine Familie aufgebaut. Mit Amalia und Falko haben wir zwei Charaktere, die beide aus guten Verhältnissen stammen, diese Welt aber hinter sich gelassen haben. Trotzdem haben sie unterschiedliche Wege eingeschlagen. Umso interessanter ist es, sie hier nun aufeinander treffen zu sehen.

Mit Falko hatte ich leider so meine Probleme - zu Beginn ist der noch der leicht versnobte Ingenieur, der seine Waffe dem Höchstbietenden verkaufen möchte und sich alles nur um seine Arbeiten dreht. Je mehr Zeit er mit der Crew verbringt, desto mehr ändert er sich auch, bis er schließlich wie selbstverständlich dazu gehört. Wo genau da die Änderungen bei ihm eintraten war für mich nicht so gut erkennbar. Auch in der Beziehung mit Amalia ging mir vieles zu schnell. Erst sträubt sie sich noch, dann hat sie als selbstständige Frau plötzlich doch ganz andere Wünsche und dann geht alles ganz schnell. Mir fehlten da oft vertiefende Einblicke in die Charaktere.

Der Beginn fiel mir überhaupt ein bisschen schwerer, weil man gleich verschiedene Perspektiven kennen lernt und unterschiedliche Blickweisen auf die Vorgänge. Diese so ohne Vorgeschichte zuzuordnen ist etwas schwieriger und vieles ergibt erst im Nachhinein Sinn. Hat man sich jedoch durch die ersten Kapitel gelesen, wird man immer mehr in die Handlung gezogen und es geht Schlag auf Schlag. Manchmal vielleicht ein bisschen zu schnell, andererseits kommen so aber auch keine Längen in der Handlung auf und das Ende kommt schneller, als man damit rechnet.

Schlussendlich wird die Handlung zwar zu einem Abschluss gebracht, für mich bleiben aber noch viele Fragen offen. Und diese Fragen beziehen sich nicht unbedingt auf die weiteren Möglichkeiten, sondern rückblickend auf die Ereignisse und Entscheidungen, die mir leider zu oft willkürlich erschienen und die Erklärungen dazu fehlten. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch allen Steampunkliebhabern empfehlen und auch ich werde nach der Fortsetzung Ausschau halten. Und dann mit den richtigen Erwartungen warten.

Kommentare:

  1. Da ich leider noch kein Buch aus diesen Genre gelesen habe, werde ich es noch im Auge behalten ;)

    Liebe Grüße, Jasi ♥

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    1. Mein absoluter Favorit unter den Steampunkbüchern ist ja die Lady Alexia / Parasol Protectorate Reihe von Gail Carriger. Vielleicht wäre das ja auch was für dich? ;)

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  2. oje, das klingt ja nicht soo toll. Da ich das Buch zwar am Radar aber noch nicht auf der WuLi hatte, bleibt es auch dabei und wird nicht geholt. Danke für die gute Rezi :)
    LG Tina

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    1. Bitte gerne ;) Ich fands ja nicht schlecht, sondern eher unausgereift und an manchen Stellen etwas oberflächlich und schnell abgehandelt. Aber aus der Idee kann man sicherlich noch einiges machen!

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    2. naja, aber das alleine reicht mir dann nicht, wenn ich schon weiß, dass nur die Grundidee wirklich gut ist und der Rest eher mau.. da lese ich dann doch lieber andere Bücher ^^

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    3. Kann ich aber eh verstehen.

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  3. Hallo liebe Mel : )
    hach ja ^^ dieses Buch möchte ich auch noch gerne lesen. Und wenn ich mich dann hier in der neuen Wohnung ein wenig eingerichtet habe wird das auch in Angriff genommen ^^ Deine Meinung über das Buch bestärkt mich im persönlichen das mit das Ganze gefallen wird, mir geht nie was zu schnell nur zu langsam hihi : ) Ich glaube fest daran das dir der weitere Verlauf dann auch sicher besser gefallen wird ^^
    Ganz liebe Grüße
    Romi :>

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    1. Dann bin ich ja mal neugierig wie dir die Geschichte gefallen wird! Ich weiß ja, dass ich manchmal doch etwas zu kritisch bin und mich Aspekte schneller stören, als bei anderen ;)
      Leb dich gut ein in deiner neuen Wohnung und viel Spaß dann auch beim Lesen!

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  4. Hmm also mir gehts da wie Tina. Ich hatte es im Auge, auch schon kurz überlegt es mal anzulesen. Jetzt glaube ich aber, dass ich besser darauf verzichte. In letzter Zeit hatte ich wieder weniger Glück mit meinen Büchern und versuche da wieder strenger zu sein.

    Danke dir für den Einblick ;)

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    1. Anzulesen finde ich bei dem Buch ja echt schwierig. Am Anfang kommt so vieles vor und durch die verschiedenen Perspektiven bekommt man erstmal Einblicke, die man gar nicht richtig zuordnen kann. Da hätte ich mir auch schwer getan mir einen Eindruck zu verschaffen...

      Wobei ich bei dem Buch jetzt auch nicht spontan an dich gedacht hätte, wenn ich es jemanden empfehlen würde. Du bist ja manchmal noch kritischer als ich ;) Und wenn du eh grade zu oft enttäuscht wurdest, ist es noch wichtiger die richtigen Bücher zu finden.

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  5. Hey,
    das Buch klingt wirklich gut. Kommt direkt auf die Wunschliste :D
    Liebe Grüße
    Ker Stin

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