Review: Steelheart by Brandon Sanderson

Donnerstag, 28. August 2014


Selbst der stärkste Gegner ist verwundbar – du musst nur wissen, wo.
Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen...

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Seine Bücher werden momentan immer bekannter, obwohl schon seit Jahren Übersetzungen erscheinen. Die Rede ist von Brandon Sanderson und auch ich wurde erst jetzt auf ihn aufmerksam. Das Positive daran ist jedoch, dass ich nun all die Welten entdecken kann, die er bereits erschaffen hat. Nicht, dass man lange auf weitere Bücher warten muss (für 2015 sind so viele Bücher angekündigt!), aber man hat nun schon etwas Auswahl. Für mich sollte es das erste Buch von Brandon Sanderson werden und die Wahl fiel auf Steelheart. Das Thema sind hier Superhelden, die die Macht an sich reißen und die Herrschaft übernehmen. Die Guten sind in der Unterzahl und wo Superhelden einst Hoffnung geweckt haben,  ist jetzt das Gegenteil eingetreten.

Von Brandon Sanderson habe ich gehört, dass er fantastische und detailreiche Welten erschaffen haben soll, die er immer weiter miteinander verknüpft und ausbaut. In diesem Serienauftakt ist das bereits erkennbar, aber Potential für mehr ist auf jeden Fall vorhanden! Die Geschichte selbst ist in vier Teile aufgesplittert, was die einzelnen Etappen der Handlung sehr gut widerspiegelt. Im Prolog bekommt man bereits einen ersten Eindruck wie die Welt vor dem Auftauchen der Epics und deren Machtübernahme aussah. Ein Moment sollte dabei besonders einprägend sein, der die Welt noch verändern wird.

Mit David hat Sanderson einen interessanten jungen Helden geschaffen. Er hat sich ganz einer Aufgabe verschrieben und lebt nur für diese. Die Bezeichnung Nerd weist er ganz weit von sich, obwohl dies ihn und sein Verhalten recht gut beschreibt. Spätestens mit seinen merkwürdigen Metaphern, die wenig Sinn ergeben, aber humorvoll sind, schleicht er sich in jedes Leserherz. Im Kampf gegen die Epics möchte er sich den Rächern anschließen und kann hier wertvolle Beiträge leisten. Darüber vergisst man fast, dass die Rächer selbst noch so vieles nicht wissen und David als Einzelner tatsächlich mehr an Informationen einbringen kann, als erwartet. Schon früh stellt man die ersten eigenen Vermutungen an, deutet in jede Handlung etwas hinein, sieht Geheimnisse in jedem Charakter und fragt sich auch, ob David nicht mehr ist, als er zu sein scheint. Dem Autor gelingt es diese Überraschungsmomente ganz anders umzusetzen und so immer mit neuen Möglichkeiten aufzuwarten. Vieles hatte ich vermutet, bei so manchem lag ich falsch, anderes hatte ich mir fast gedacht. Dennoch wird es zu keinem Zeitpunkt langweilig.

Man möchte eigentlich nur ein paar Seiten, das eine Kapitel vielleicht noch lesen, aber spätestens zum Spannungshöhepunkt am Ende jedes einzelnen Teils ist man doch so neugierig, dass man sofort weiter lesen muss. Da ist es nicht verwunderlich, dass man das Buch regelrecht verschlingt. Die Charaktere fesseln einen, man will mehr über sie erfahren, auch über die Welt in der sie leben und über ihre Pläne. Neben David können auch die anderen Charaktere überzeugen, manche mehr, manche weniger, aber das liegt auch daran, dass sie den anderen gegenüber ihre jeweiligen Vergangenheiten verheimlichen wollen.

Das Ende fand ich im Vergleich zum restlichen Buch ein klein wenig enttäuschend. Die Charaktere haben eine tolle Entwicklung hinter sich und einen Weg gemeistert, der zuvor schier unmöglich erschien. Dem wurde das Ende nicht gerecht. Ohne Frage, dieser Kampf war genial und fantastisch, er war spannungsgeladen, nervenaufreibend und actionreich, aber das i-Tüpfelchen hat gefehlt. Wer möchte, könnte das Buch auch so stehen lassen, aber die letzten Entwicklungen und Überlegungen wie wohl eine mögliche Zukunft aussehen könnte, wecken doch die Neugierde auf mehr und ich freue mich auf die Fortsetzung, die im nächsten Jahr erscheint.

Fühlt man sich im Fantasy Genre Zuhause, ist Brandon Sanderson sowieso Pflicht, aber auch für Neulinge bietet der Autor einen fantastischen Einstieg. Science Fiction Elemente heben die Reihe etwas von seinen anderen Büchern ab und für mich wird es bei Weitem nicht das letzte Buch von ihm gewesen sein. Nun bin ich neugierig auf all seine Welten geworden.

Kommentare:

  1. Auf die Rezension hatte ich mich richtig gefreut! Echt super, dass es dir so gut gefallen hat, auch wenn es nicht ganz für die Höchstwerung gereicht hat :) Freu mich schon total auf die Fortsetzung im Januar!

    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. Ich glaube einfach, dass bei dem Autor noch Luft nach oben ist und es noch nen Tick besser gehen kann ;) bin schon neugierig wie mir dann Mistborn gefällt - das habe ich ja bereits hier. Und ja, die Fortsetzung wird auch auf die Wunschliste gesetzt! Ich weiß ja nicht, ob ich da auf die Übersetzung warten kann ;)

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  2. Das Buch habe ich auch schon länger auf dem Schirm. Mir geht es wie dir und von Brandon Sanderson habe ich bisher noch nichts gelesen, aber um den Autor kommt man gerade als Fantasyfan nicht herum. Ich bin gerade noch am Überlegen, ob ich meinen Start mit seiner "Kinder des Nebels"-Reihe mache, oder doch mit diesem Buch hier. Klingt auf alle Fälle super und im Bereich Superhelden habe ich noch nichts gelesen.
    Nach deiner Rezi tendiere ich zu "Steelheart" :)

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    1. Brandon Sanderson schreibt ja schon länger und von ihm wurde schon so einiges übersetzt - ic kann einfach nicht glauben, dass ich erst jetzt auf ihn gekommen bin. Aber so hat man zumindest den Luxus der Auswahl :) Die Superhelden hier sind mal ganz anders und ich hoffe, sie können sich genauso faszinieren! Ich bin schon neugierig was du dann zu deinem ersten Brandon Sanderson Buch sagen wirst :)

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