Review: Das Lied der Harpyie by Thea Harrison

Dienstag, 2. Dezember 2014


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Zwischen der Harpyie Aryal und dem Kämpfer Quentin Caeravorn herrschen alles andere als freundschaftliche Gefühle. Doch dann werden die beiden von dem Anführer der Wyr, Dragos, zu einer Aufklärungsmission ins Elfenland Numenlaur geschickt und geraten dort schon bald in große Gefahr. Sie müssen zusammenarbeiten, wenn sie überleben wollen, und kommen sich dabei unvermutet näher.

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Wer hat die Neckereien, ach was, das waren schon ausgewachsene tätliche Angriffe, zwischen Quentin und Aryal im Vorgängerband nicht schon mitbekommen? Schon da wurde die Grundlage für die Geschichte der beiden gelegt, als sie beide bei den Spielen um einen Wächterposten kämpften. Es herrschte eine unglaubliche Spannung zwischen den Charakteren, die Funken flogen nur so, und man war neugierig auf ihre Vorgeschichte. Irgendwas muss es doch gegeben haben, dass sich die Fronten so verhärtet haben und sie so aufeinander losgehen. Der Aspekt mit der Vorgeschichte sieht dann tatsächlich etwas anders aus, aber ich kann verraten, dass die beiden allen Aspekten ihres Lebens mit voller Leidenschaft entgegen treten. Bei diesem Temperament ist es kein Wunder, dass immer Spannung in der Luft liegt und man mit angehaltenem Atem wartet was als Nächstes geschieht. Und das das ganze Buch über! Kein Wunder, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte.

Die Ausgangslage selbst hatte mich etwas überrascht. Ich war davon ausgegangen, dass zwischen den beiden schon eine gewisse Basis besteht und sie das nur nicht eingestehen wollten. Dabei liegt die Ursache ganz woanders und ihr Hass aufeinander ist ernst gemeint. Sie treiben nicht nur den jeweils anderen an seine Grenzen, ihre ständigen Auseinandersetzungen sind auch für ihr Umfeld anstrengend. Aus diesem Grund schickt Dragos sie weg um ihr Verhältnis zu klären. Ihm ist es egal wie sie das schaffen, es muss halt eine Lösung gefunden werden. Schon früh fühlen sie sich zum anderen hingezogen, was ihren Zorn aber nur noch anfacht. Erst als eine bestimmte Sache aus der Welt ist, können sie sich mehr aufeinander einlassen und wir lernen ganz andere Seiten an ihnen kennen.

Quentin kennen wir schon seit dem ersten Band der Elder Races Reihe, denn an ihn wendet sich Pia als sie vor Dragos flüchtet. Ich habe mich sehr gefreut jetzt endlich mehr über ihn zu erfahren und auch über sein Verhältnis zu Pia. Nur hätte ich nicht unbedingt mit dem gerechnet was dann kam. Schön, dass Thea Harrison immer noch für Überraschungen sorgen kann. An Aryal haben mir besonders ihre Loyalität gefallen und ihre Verbissenheit, wenn sie etwas möchte. Sie gibt nicht auf, sucht immer weiter nach einem Weg und lässt sich nicht abbringen. Sie ist wohl eine der stärksten Heldinnen in dieser Reihe, verbiegt sich für niemanden und ist mit sich absolut zufrieden. Und hat ihrem Gefährten schon vor langer Zeit ein Versprechen gegeben, das mir immer wieder die Tränen in die Augen trieb! Trotz ihres Temperamentes und Hitzköpfigkeit ist sie ein ausgeglichener Charakter und ich mochte es, wie sie Quentin immer wieder zur Weißglut treiben konnte. Nicht, dass er ihr da nachstehen würde. Er kann genauso austeilen und bei den Wortgefechten schenken sie sich nichts.

Die Geschichte lebt grade in der ersten Hälfte vom Temperament der Charaktere. Sie lassen ihre Aggressionen aneinander aus und schon früh erlebt man den ersten Kampf mit. Die Autorin legt hier ein hohes Tempo vor, wobei sie ihre Charaktere da nicht mal ansatzweise an ihre Grenzen bringt. Das kommt erst später. Als Ausgleich gibt es auch wunderschöne ruhige und tiefsinnige Momente über das Leben und ihren Blick auf die Welt. Dabei ist Quentin viel zynischer als Aryal und sie öffnet ihm in vielerlei Hinsicht die Augen. Es war toll mit anzusehen wie sie sich öffnen, den anderen an sich heran lassen und schließlich ihr Vertrauen in ihn setzen. 

Einzig die Gegenspielerin fand ich etwas schwach. Man bekommt mehr den Eindruck, sie wäre nur Mittel zum Zweck um ein bestimmtes Ereignis herzuführen, das die Charaktere erst so richtig miteinander verbindet und den entscheidenden Stoß gibt. Für die Verletzungen, die Quentin und Aryal einstecken müssen, kam mir ihre Gegnerin zu schwach vor und der finale Kampf zwischen ihnen war auch eher auf der unspektakulären Seite. Aber auf das gesamte Buch gesehen war das zu verkraften und mehr von ihr hätte sowieso von Quentin und Aryal abgelenkt.

Thea Harrison bietet hier wie gewohnt beste Unterhaltung, allerdings wohl mit dem bisher aggressivsten Pärchen. Man darf grade zu Beginn nicht zimperlich sein, wenn sie sich gegenseitig an den Kragen gehen und es durchaus ernst damit meinen. „Das Lied der Harpyie“ ist eine tolle Fortsetzung, kurzweilig und spannend, dabei aber auch emotional, wenn wir private Einblicke in die Charaktere erhalten. Insgesamt war es ein sehr ausgeglichenes, fesselndes Buch, das für mich zu einem der Besten in der Reihe wurde.

Kommentare:

  1. Ich freue mich schon sehr auf diesen Band!
    LG
    Sunny

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  2. also ich habe die rezi jetzt nicht gelesen, aber eine A Bewertung -wow, mh, da sollte ich die Reihe vielleicht auch mal anfangen zu lesen :D
    LG Tina

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    1. Die Reihe lohnt sich auch. Und hey, ich lese sie immer noch auf Deutsch - das heißt auch was ;) also ja, probier es mal aus!

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