Review: If You Leave. Niemals getrennt by Courtney Cole

Donnerstag, 11. Dezember 2014


Review zu Band #1

„Madison führt seit dem Tod ihrer Eltern das kleine Familienrestaurant. Dieses in schwierigen Zeitn geöffnet zu halten, erfordert all ihre Zeit, daher spielen Männer in Madisons Zukunftsplanung keine Rolle. Doch dann tritt ein Mann in ihr Leben, der das verändert: Gabriel Vincent. Aber sowohl Madison als auch Gabriel haben in der der Vergangenheit schwierige Zeiten durchlebt, und sie müssen beide erst lernen, dass sie nur mit Hilfe des anderen diese überwinden können. “

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Nachdem ich mir vom ersten Band mehr erwartet hatte, war ich skeptisch, ob mir dieser zweite Band besser gefallen würde. Von den Klappentexten ausgehend, hätte mir der Vorgänger mehr zusagen müssen, aber in diesem Fall war es Glück, dass ich den zweiten Band schon hier hatte und so einen guten Vergleich ziehen konnte. Und das war das Beste, das ich machen konnte, denn mit „If You Leave“ konnte mich Courtney Cole begeistern! Sie bringt darin all jene Aspekte an, über die ich gerne lese – allen voran wie Soldaten mit PTBS umgehen. Das ist in der heutigen Zeit ein Frage, die viele persönlich berührt und ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich die Autoren es präsentieren können.

Ich war mir im ersten Moment nicht sicher, ob ich Madison als Heldin mögen würde. Im ersten Band war sie ziemlich schnell damit Vorurteile zu treffen und sie ihrer Schwester immer wieder an den Kopf zu werfen. Sie hat es ihr nicht leicht gemacht und wäre es nach ihr gegangen, hätte Pax bei ihrer Schwester sowieso keine Chance gehabt. Glücklicherweise sieht man hier frühzeitig wie sich ihr Blick auf ihn geändert hat und wie sehr sie den beiden ihr Zusammensein gönnt. Nichtsdestotrotz scheint hier und da die alte Madison durch, der es schwer fällt Bindungen einzugehen und sich auf andere Menschen einzulassen. Besonders leid tat es mir um ihre Freundin, die zwar Fehler macht, aber von Madison ziemlich schroff behandelt wird. Die Gründe für Madisons Verhalten sind zwar verständlich, stellen sie aber nicht ins beste Licht.

Eine viel stärkere Bindung habe ich stattdessen zu Gabriel aufgebaut, der damit zu kämpfen hat ins Zivilistenleben zurück zu kehren, aber dennoch ehrgeizige Pläne mit seinem besten Freund verfolgt. Courtney Cole geht bei ihm emotional sehr in die Tiefe, zeigt seine Ängste und auch das Gefühlschaos in dem er sich befindet. Eine Szene ging mir besonders nahe, weil sie zeigt, wie sehr ein Mensch an seine Grenzen getrieben werden kann. Nicht ganz nachvollziehen konnte ich seine Bindung an Madison, besonders zum Ende hin. Er ist derjenige, der an dieser Beziehung arbeitet, der Madison zur Seite steht, wenn sie ihn braucht. Er hätte genauso, wenn nicht sogar mehr, Unterstützung verdient.

Besonders gut haben mir hier die Nebencharaktere gefallen. Zum einen gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit Pax und Mila (das an einem gewissen Punkt übrigens sehr emotional ausfällt), wir lernen auch Brand (den besten Freund) und Jacey, Gabriels Schwester, kennen. So herrscht in „If You Leave“ nicht nur ein Knistern zwischen Madison und Gabriel, sondern auch auf anderen Ebenen und es wird nie langweilig. Daneben mochte ich auch die Wortgefechte sehr, die mich mehrmals zum Grinsen gebracht haben. Und wer weiß, was sich hier sonst noch ergibt.

Einen Aspekt fand ich allerdings etwas schwach ausgeprägt, von dem ich mir schon im ersten Band gewünscht hätte, dass die Autorin mehr Wert darauf legt. Und das war das Familienrestaurant. Einerseits die Geschichte dazu, wie die beiden Schwestern dieses Erbe annehmen, wie das Leben als Restaurantinhaberin eben so ist und andererseits auch ihre Eltern bzw. welche Auswirkungen deren Beziehung auf die Schwestern hatte. Ich hätte mir mehr Zeit im Restaurant gewünscht und ebenfalls eine nicht ganz so oberflächliche und auch klischeehafte Betrachtung was ihre Eltern angeht Der zweite Kritikpunkt bezieht sich schließlich auf die Lösung, für die sich Courtney Cole hinsichtlich der PTBS entscheidet. Für mich ist es schwer vorstellbar, dass innerhalb so kurzer Zeit solche Erfolge erzielt werden können. Vielleicht hätte ich es eher geglaubt, wäre die Autorin hier mehr in die Tiefe gegangen.

Schlussendlich konnte mich dieser zweite Band überzeugen und neugierig genug machen um auch die weiteren Bücher der Autorin im Auge zu behalten. Dabei würde ich mir wünschen, wenn sie sich auf einige wenige Aspekte konzentriert und diese richtig ausarbeitet, anstatt viele Themen anzusprechen, dafür aber nur oberflächlich. Die Charaktere müssen nicht immer von außen beeinflusst werden um sich zu verändern oder etwas zu erkennen. Die innere Entwicklung ist viel schöner und davon wünsche ich mir mehr.

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