Autorengeständnisse :: Susan Elizabeth Phillips & Susan Mallery [LLC]

Freitag, 8. Mai 2015


Am letzten Wochenende fand in Berlin, Prenzlauer Berg die mittlerweile vierte LoveLetter Convention statt und nachdem ich die Veranstaltung letztes Jahr schon so genial fand, war klar, dass ich heuer wieder dabei sein musste. Das Wochenende hielt viele tolle Programmpunkte bereit und von einem Highlight möchte ich euch heute erzählen - die Q&A Runde mit Susan Elizabeth Phillips und Susan Mallery am Sonntag, 9 Uhr.

links: Susan Elizabeth Phillips / rechts: Susan Mallery

...der Moment, in dem Susan Mallery erzählt wie viel sie täglich schreibt. Zu Beginn ihrer Karriere schrieb sie jeden Tag zehn Seiten bis man ihr in einem Kurs den Rat gab ihr Pensum um 10% zu erhöhen. Das hat sie kontinuierlich gemacht und so ihren persönlichen Höhepunkt erreicht - 25 Seiten pro Tag. Das war auf Dauer aber doch ein bisschen viel und heute schreibt sie 15 Seiten pro Tag, braucht dafür auch einen ganz genau ausgearbeiteten Plot. Als Grund warum sie so viel bzw. schnell schreibt, gab Susan Mallery an, dass ihre Aufmerksamkeit schnell zum nächsten Buch wandert und sie daher ihr aktuelles immer rasch beenden muss: "The next book is so much more interesting than the one I'm writing."

Interessantes Detail: um all die Details rund um ihre Fool's Gold Reihe abrufbereit zu haben, wurde ein Verzeichnis angelegt. Diese "Fool's Gold Bible" umfasst mittlerweile über 300 Seiten und enthält alle Informationen zu den Charakteren, ihrem Aussehen, ihren Kindern etc. Außerdem liebt sie es Rückmeldungen und Wünsche von Lesern zu erhalten und versucht zu letzteren Geschichten für ihre Charaktere zu finden.

Wer hätte gedacht, dass wir Susan Elizabeth Phillips sprachlos erleben dürfen, aber es war tatsächlich so. Sie konnte über die täglichen Seitenzahlen ihrer Kollegin nur den Kopf schütteln - sie schreibt ca. 1 1/2 Jahre an einem Buch. Ihr erstes Buch erschien übrigens schon 1982, aber auch nach über 30 Jahren kann sie nicht so recht glauben, dass sie Autorin ist. Sie sieht sich selbst mehr als Mutter. Schreiben hat sie nie gelernt, sie hat es einfach ausprobiert und heute sieht ihr Schreiballtag so aus: jeden Tag schreibt sie drei Stunden lang und das ohne Ablenkungen. Der Timer hilft ihr dabei und manchmal sind die drei reinen Schreibstunden rasch erreicht, manchmal dauert es bis abends. Sie plotted ihre Bücher übrigens nicht.

Bei ihren Büchern lässt sich eine ähnliche Grundstruktur erkennen. So wird der Heldin immer die Unterstützung und der Rückhalt entzogen, während der Held diese Rückendeckung hat: "That's the story I tell." Kann sie sich nicht mehr an Details aus vorherigen Büchern erinnern, fragt sie einfach ihre Leser bei Facebook und es ist erstaunlich wie rasch die Antworten kommen. Und auch, dass ihre Leser immer richtig liegen. Abschließend hat sie noch etwas sehr Schönes gesagt: "I'm not writing about real people, but about real feelings."

Zwei sehr erfolgreiche Autorinnen, zwei ganz unterschiedliche Arbeitsweisen.
Zwei unglaublich sympathische Autorinnen

Kommentare:

  1. Ach krass. Was ist das denn für ein Pensum, der Wahnsinn. Ich kriege ja schon die Krise hier mit meiner Einführung in meinem Essay und das ist nur ne halbe Seite lang. xD Schöner Bericht! Schade, dass ich mal wieder nicht da sein konnte, aber ich hoffe doch, dass ich es nächstes Jahr doch endlich mal schaffen werde. Bis dahin vergnüge ich mich einfach mit deinen Berichten! :)

    Liebste Grüße! <3

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    1. Ich weiß!!!! Sie meinte, sie wollte mal probieren so viel zu schreiben wie Linda Howard (glaube ich) und die schrieb zu der Zeit zwei Seiten pro Tag. Also hat sie das gemacht, nach 15 Minuten auf die Uhr geguckt und sich gefragt, ob es das schon war *lach*
      Die ersten Autorinnen sind für nächstes Jahr schon angekündigt (Nalini Singh und Kylie Scott) und ich werde alles dran setzen wieder nach Berlin zu kommen :)
      Liebe Grüße, Melli

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  2. Das klingt, als wäre es ein sehr interessanter und entspannter Plausch gewesen. Das man sich tatsächlich nach dem Plot der eigenen Bücher bei seinen Facebook-Fans erkündigt, finde ich ja wohl absolut goldig *lach*, aber klar, die Hardcore-Fans haben die Bücher ja dann auch oft mehrmals gelesen und wissen bestens Bescheid.

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    1. Ich sag es dir - sie ist soooo lieb! Sie mal persönlich zu erleben war toll. Sie ist ja doch eine der Liebesromanautorinnen schlechthin und dafür ist sie so am Boden geblieben, unkompliziert und freundlich. Man muss sie einfach mögen :)

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  3. Komisch aber die Susan Mallery erinnert mich immer voll an die Schauspielerin die beim Traumschiff diese Hauptstewardess spielt.
    Du bist ja so ein Glückspilz, dass du SEP kennen lernen durftest. Nochmal wird sie sicher nicht zur LLC kommen.
    LG
    Sunny

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    1. Wirklich? *lach*

      Ich habe mich auch so gefreut sie zu sehen und ich habe auch noch ein tolles Foto mit ihr bekommen *.* dabei hätte ich sie mir ganz anders vorgestellt, aber sie ist so natürlich und liebenswert. Und wer weiß, vielleicht kommt sie wieder. Nalini Singh war ja auch schon öfters bei der LLC.
      Liebe Grüße, Melli

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  4. Der eine braucht halt länger für das schreiben eines Buches, der andere nicht :-) Ich kann aber absolut verstehen weshalb sie ihr aktuelles Buch dann immer schnell beenden will. Mir ging es, als ich noch geschrieben habe, genauso das meine Gedanken dann immer schnell zur nächsten Story abgewandert sind.

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