Review: Written in Red by Anne Bishop

Montag, 22. Juni 2015

As a cassandra sangue, or blood prophet, Meg Corbyn can see the future when her skin is cut – a gift that feels more like a curse. Meg’s Controller keeps her enslaved so he can have full access to her visions. But when she escapes, the only safe place Meg can hide is at the Lakeside Courtyard – a business district operated by the Others.

Shape-shifter Simon Wolfgard is reluctant to hire the stranger who inquires about the Human Liaison job. First, he senses she’s keeping a secret, and second, she doesn’t smell like human prey. Yet a stronger instinct propels him to give Meg the job. And when he learns the truth about Meg and that she’s wanted by the government, he’ll have to decide if she’s worth the fight between humans and the Others that will surely follow.

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Wer Fantasy mag, muss Anne Bishop kennen und unbedingt eines ihrer Bücher lesen. Vor Jahren habe ich ihre Black Jewels Reihe gelesen, geliebt und verschlungen. Ich hätte nicht gedacht, dass eines ihrer Bücher an dieses Erlebnis heranreichen könnte. „Written in Red“ hat aber genau das geschafft und mich erneut mit der Genialität von Anne Bishop konfrontiert. Es ist unbegreiflich welch fantastische, detailreiche und verwobene Welten sie erschaffen kann. Noch erstaunlicher ist die Veränderung, die Anne Bishop in ihrer eigenen Welt vollbringt und mit welchen Mitteln sie einen neuen, bisher unbekannten Weg einschlägt. Während wir noch die Grundstrukturen kennen lernen, kommt es bereits zu subtilen Veränderungen, deren Auswirkungen noch gar nicht greifbar sind.

Das World Building mag nicht leicht fassbar sein, aber die Autorin führt uns langsam in die Feinheiten ein. Die Menschen glauben sie hätten die Kontrolle über diese Welt und sie wären die Mächtigsten. Doch schnell wird klar, wie sehr sie sich darin täuschen. The Others haben die tatsächliche Macht und bestimmen wie viel Spielraum sie den Menschen zugestehen. Von Mutter Natur ist hier noch gar nicht die Rede, aber auch ihre Macht darf nicht unterschätzt werden. Der Mensch vergisst leider nur viel zu leicht und muss teuer dafür bezahlen. Menschen und Others leben getrennt voneinander, in jeder Stadt gibt es klar abgegrenzte Bereiche. So haben in den jeweiligen Courtyards die Others das Sagen, ihre eigenen Gesetze und Regeln. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven sind alle Gruppen und damit ihre typischen Sichtweisen abgedeckt und hier sieht man erst wie alles aufeinander wirkt und funktionieren kann.

Simon ist der Anführer des Lakeside Courtyards und nutzt sein Geschäft dort um seine Neugierde auf Menschen zu befriedigen. Menschen dürfen hier nur in wenigen Geschäften einkaufen, die von den Others geführt werden. Als Meg plötzlich bei ihm auftaucht und Schutz sucht, versteht er nicht wieso er ihr gegenüber beschützend wird und sie nicht wie jeden anderen Menschen auch behandeln kann. Meg befindet sich in einer ganz speziellen Position, denn sie wird nun zum Verbindungsmitglied zwischen Menschen und Others. Noch während sie sich mit den  gesellschaftlichen Strukturen auseinandersetzt, beginnt sie Verbindungen zu knüpfen. Nur an wenigen Orten arbeiten Menschen und Others zusammen, noch seltener entstehen Freundschaften. Vielmehr bestimmen Zweifeln und Vorurteile den Umgang miteinander. Da Meg die Konventionen aber nicht kennt und jeden Tag neu entdeckt, setzt sie andere Grenzen bzw. überschreitet diese.

Mit Meg hat Anne Bishop eine der stärksten Heldinnen geschaffen ohne ihr allerdings die typischen Attribute dafür zu verleihen. Ihre Stärke liegt vielmehr in ihrem Wunsch nach Veränderung und dem Wissen, dass sie mehr vom Leben haben möchte. So lange wurde sie benutzt und für die Zwecke anderer missbraucht, nun stellt sie ihr eigenes Wohlbefinden in den Vordergrund. Meg kämpft für ihre Freiheit und ist bereit ihr Leben zu geben um nicht erneut gefangen zu sein. Zudem hat sie ganz besondere Fähigkeiten, die allerdings lange nicht im Vordergrund stehen. Meg möchte ein normales Leben führen, Freundschaften schließen und die Welt außerhalb jener Grenzen kennen lernen, die ihr zuvor gesetzt wurden.

Alleine die Gruppe der Others hält so viele Details bereit. Die Autorin kreiert nicht nur eine ganz eigene Welt, auch ihren Bewohnern widmet sie viel Zeit. Es gibt viele unterschiedliche Wesen, von Gestaltwandlern über Vampire bis hin zu Mutter Natur und ihren Vertretern sind ist alles dabei. Das Wichtigste dabei ist, dass sich Anne Bishop keinerlei Klischees bedient, sondern für alle Wesen eigene Hintergründe entwickelt. Sie bietet damit viel Neues und Ungewöhnliches, as noch unglaubliches Potential enthält. Im Courtyard gibt es eigene Hierarchie, aber auch diese ist bei näherem Hinsehen vielschichtig und enthält Feinheiten, die es zu beachten gilt. Nichts ist wie es auf den ersten Blick erscheint und mit Meg lernen wir gemeinsam diese Komplexität Schritt für Schritt kennen.

Wer dieses Buch liest wird rasch feststellen, dass zwischen Meg und Simon eine ganz besondere Beziehung herrscht. Ich möchte hier ganz deutlich sagen, dass sich die Autorin in diesem Buch (ja, wahrscheinlich in der Reihe an sich) mit der Liebe sehr zurückhält. Es gibt ganz leichte Anzeichen, dass es eine Liebesgeschichte geben könnte, aber diese sind so zart, dass sie kaum fassbar sind. Ich verrate auch nicht zu viel, wenn ich sage, dass sich das in der Fortsetzung einerseits kaum ändert, andererseits aber trotzdem irgendwie intensiviert wird. Auf jeden Fall liegt der Schwerpunkt der Geschichte nicht auf diesem Aspekt und wird es wohl auch nie tun. Stattdessen gibt es Andeutungen und Vermutungen und es bleibt der Vorstellung der Leser über mehr daraus zu machen.

Anne Bishop hat mich hier völlig überwältigt und ich finde kaum die richtigen Worte um zu beschreiben wie durchdacht und ausgefeilt ihre Welt und die Charaktere sind. Zum Mittelteil hin wurde die Geschichte etwas ruhiger, dadurch aber nicht weniger spannend. Für die weiteren Bände und auch das Verständnis ist es wichtig hier eine gute Basis zu schaffen. Das benötigt nun mal Zeit und diese nimmt sich Anne Bishop. So hat man die Chance die Charaktere bereits gut kennen zu lernen, die Interaktion zwischen den Gruppen zu verstehen, die Problematik und auch die Krisenherde zu sehen. Nicht zu unterschätzen ist die Entwicklung von Meg, denn erst langsam begreift man woher sie kommt und was sie durchgemacht hat. Eine Liebesgeschichte hätte hier in keinster Weise gepasst. Viel schöner ist zu sehen wie Meg und Simon miteinander umgehen, wie sie Vertrauen und Respekt dem anderen gegenüber entwickeln und einander wertschätzen.

PS: zum zweiten Band – „Murder of Crows“ – wird es keine eigene Review geben, aber so viel kann ich verraten: das Buch hat mir sogar noch besser gefallen! Das World Building wird noch weiter ausgebaut, so viele Details kommen hinzu und auch die Interaktion zwischen den Charakteren lässt das Herz dahin schmelzen.

Kommentare:

  1. Hach, die Rezi macht mich ganz kribbelig, obwohl ich das Fehlen einer richtigen kleinen Liebesgeschichte schon ein bisschen betrauern werde, fürchte ich...
    Seit Samstag besitze ich dieses kleine Schätzchen nun selbst - man hat heimlich meine Wunschliste geplündert für meinen Geburtstag *lach*. Jetzt habe ich natürlich nach deiner Review die größte Lust, das Buch sofort anzufangen, aber erstmal muss ich meinen aktuellen Schatz beenden und dann wartet - auch seit Samstag - der 4. Elemental Assassin auf mich und der hat wohl Vorrang *lach*.

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    1. Dabei fällt das Fehlen einer Liebesgeschichte gar nicht so sehr ins Gewicht, weil all die anderen Aspekte so interessant und gut ausgearbeitet sind. Und wenn du Meg erstmal kennen lernst und verstehst woher sie kommt und was sie erlebt hat, dann hätte so eine Liebe auf den ersten Blick gar nicht zu ihr gepasst. Und zu Simon auch nicht. Die beiden haben schon einige Hürden zu überwinden bis so eine Art der Beziehung auch nur in Frage kommt. Aber du wirst das ja bald selbst erleben ;) Ich freue mich so, dass du das Buch nun hast und bald mit dem Lesen beginnen kannst!
      Du hattest Geburtstag? Ich wünsche dir alles Gute nachträglich und hoffe du wurdest richtig verwöhnt! Wobei es sich schon so anhört, wenn du so schöne Bücher bekommen hast ;) ich wünsche dir auch viel Spaß mit dem vierten Gin Blanco Band, aber naja, ich will ja nichts sagen, aber du solltest dir schon mal vorsorglich Band 5 besorgen. Du wirst wahrscheinlich nicht lange warten wollen um weiter zu lesen ;)
      Liebe Grüße, Melli

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    2. Na ich bin sehr gespannt, was da in Megs Vergangenheit alles wartet! Simon und Meg klingen jedenfalls nach sehr interessanten und eindrücklichen Figuren:)

      Ja, hatte ich und danke dir. Ich bin mit einer selbst sehr buchverrückten Freundin gesegnet, die dahingehend immer tolle Buch-Geschenke zaubert und meine Familie berät. Also haben mich einige tolle neue Bücher erreicht. Demnächst muss ich also mal wieder einen Haul schreiben *lach*.

      Hör mir auf, ich fürchte ja sowieso schon, dass ich nicht mehr bis März auf "Spinnenbeute" warten kann!

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    3. Ich wollte dich ja nur vorwarnen ;) schließlich passiert in Band 5 was ziemlich Großes und das muss ja vorbereitet werden. Und mehr sag ich jetzt nicht dazu ;)
      PS: und ich freue mich auf deinen nächsten Neuzugängepost!

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  2. Ohhh, das klingt sehr gut! Ich habe mir die Serie gar nicht genauer angesehen, obwohl ich von den Juwelen so hingerissen war. Scheint ein Fehler gewesen zu sein. ;)

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    1. Dann hattest du den gleichen Gedanken wie ich - seit einer Ewigkeit will ich einen Reread von den Black Jewels Büchern machen, aber die neue Reihe habe ich auch lange ignoriert.

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    2. Ich habe damals beim Erscheinen nur "Urban Fantasy" gelesen und gerade zu der Zeit hatte ich auf das Genre keine Lust mehr. ;)

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    3. Auf die Weise kannst du zumindest bis inkl. Band 3 durch lesen, wenn es dir gefällt und brauchst nicht lange warten ;)

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