Review: The Allure of Dean Harper by R.S. Grey

Montag, 28. September 2015


Review zu Band #1

From: LilyNBlack@Gmail.com
To: JosephineKeller@VogueMagazine.com
Subject: You’re a flippin’ idiot

Good morning my dear, naive friend,
I hope you’re enjoying a breakfast of regret and sorrow.
Why?
Because you sent me to work for Dean Harper, aka a control freak in a tailor-made suit. Sure he owns the trendiest restaurants in NYC, but c'mon Jo, his ego makes Kanye West look like the Dalai Lama.
He's the type of guy that only hears the word “no” when it's followed by “don’t stop.”
Working for Dean Harper would be like selling my soul to the devil…and before you say anything, I don’t care if the devil has punch-you-in-the-gut brown eyes and an ass to match. My soul isn’t for sale.
Love,
Regretfully yours,
Lily

***

Beruflich konkurrieren sie miteinander, privat schenken sie sich nichts und sogar im Bett versuchen sie die Oberhand zu behalten. – Seit dem Ende von „The Allure of Julian Lefray“ habe ich auf diese Fortsetzung gewartet (die Review gibt es HIER). Josephine und Julian waren ein tolles Paar, ihre Beziehung so unkompliziert und natürlich und vor allem herzlich. Ich hatte mich in beide sofort verliebt und ihr Zusammenkommen bzw. –Sein sehr genossen. Nun war das Buch zwar ein Stand Alone und auch für „The Allure of Dean Harper“ braucht es kein Vorwissen, schön ist es aber dennoch, wenn man Lily und Dean dort zum ersten Mal begegnet. Sie sind die jeweils besten Freunde von Josephine und Julian und nicht ganz unbeteiligt daran, dass die beiden damals zusammen gekommen sind. Obwohl sich Lily und Dean bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht begegnet sind, fühlt man als Leser die Spannung, die zwischen ihnen herrscht oder herrschen wird. Ihr beruflicher Hintergrund und ihre Verbindung über Josephine und Julian verlangt direkt danach, dass sie sich kennen lernen.

Lily und Dean könnten nicht unterschiedlicher sein: er ist ein Kontrollfreak, muss alles genau durchplanen, lässt sich nur schwer von seiner Meinung abbringen, während sie spontan ist, gerne mal für Stimmung sorgt und gar nicht nachvollziehen kann wie man nur so versteift sein kann wie Dean. Und doch sind sie beide auch sehr ehrgeizig, wenn es darum geht ihre Träume zu verwirklichen. Blöd nur, dass sich diese Träume in einem bestimmten Moment überschneiden und Deans heiß geliebte Ordnung damit durcheinander gebracht wird. Zwischen den beiden funkt es sofort, allerdings anders als man es meinen möchte. Ihre Beziehung steht unter keinem günstigen Stern, sie können den anderen nicht ausstehen und geraten ständig, oft wegen Kleinigkeiten, aneinander. Mitunter ihren Freunden zuliebe sollten sie sich um ein besseres Verhältnis bemühen und versuchen dies auf beruflicher Ebene zu erreichen. Wer meint, dass es nun einfacher wird, der hat sich getäuscht. Das gewisse Knistern hin oder her, sie können es nicht lassen den anderen herauszufordern, zu reizen, zu provozieren und zu versuchen unter Beweis zu stellen, dass ihr Standpunkt der richtige ist.

Diese enemies to lovers Situation war erst unerwartet, beschreibt die Charaktere aber haargenau. Sie sind stur, wollen nicht nachgeben und die Oberhand behalten. Da müssen sie ja aneinander geraten. Hin und wieder schlagen sie zwar über das Ziel hinaus, aber die Momente, die darauf folgen, gleichen das wieder aus. Keine Geschichte von Rachel Grey ist wie die andere und auch hier zeigt sie eine neue Seite an sich bzw. ihren Charakteren. Ich habe während dem Lesen Tränen gelacht und musste so oft grinsen, wenn sie sich gegenseitig übertrumpfen wollten. Der Kreis der Nebencharaktere wurde zwar nicht groß erweitert und bis auf Jo und Julian blieben sie auch im Hintergrund, für die Geschichte ist das aber nicht schlecht. Denn so stellt die Autorin deutlich Lily und Dean in den Vordergrund und nichts lenkt von ihnen ab. Die Erotikszenen sind ansprechend, dominieren aber nicht die Geschichte.

Einzige Schwachstelle war für mich der fehlende Übergang vom körperlichen zum emotionalen Part in ihrer Beziehung. Auf beruflicher Ebene erlebt man, wie sie sich bei einem bestimmten Projekt ergänzen und an dieser gemeinsamen Aufgabe wachsen. Wie schon bei „The Allure of Julian Lefray“ fehlt mir leider aber auch hier die emotionale Tiefe. Keine Frage, die Geschichte ist unterhaltsam, witzig und humorvoll. Die Anziehung zwischen den Charakteren ist fast mit den Händen greifbar, sich darüber hinausgehende Gefühle einzugestehen, fällt ihnen aber nicht leicht. Wer den enemies to lovers Plot mag, kommt hier zwar voll und ganz auf seine Kosten, Romantiker bleiben aber etwas auf der Strecke.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen