Review: Queen of Shadows by Sarah J. Maas

Mittwoch, 23. September 2015


Review zu Band #1 Band #2

Everyone Celaena Sardothien loves has been taken from her. But she's at last returned to the empire - for vengeance, to rescue her once-glorious kingdom, and to confront the shadows of her past…

She will fight for her cousin, a warrior prepared to die just to see her again. She will fight for her friend, a young man trapped in an unspeakable prison. And she will fight for her people, enslaved to a brutal king and awaiting their lost queen's triumphant return.

Celaena’s epic journey has captured the hearts and imaginations of millions across the globe. This fourth volume will hold readers rapt as Celaena’s story builds to a passionate, agonizing crescendo that might just shatter her world.

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Seit einem Jahr habe ich auf diese Fortsetzung gewartet, mir so viele Szenarien ausgemalt und alle Snippets, die es im Vorfeld gab, verschlungen. Ich würde so gerne sagen, ich hätte jede Seite verschlungen und dass eine besser war als die vorherige und auch dass sich die Autorin hier enorm entwickelt hat. All das trifft bei mir aber nicht zu. Vielmehr habe ich mir in der ersten Hälfte sogar gedacht, dass es sich zu sehr in die Länge zieht. Einige Charaktere bzw. Entwicklungen konnten mich leider nicht positiv überraschen, während andere Erzählperspektiven interessant wurden. Insgesamt kann man sagen, dass die Charaktere erwachsen wurden, Verantwortung übernehmen (zumindest der Großteil von ihnen)  und für die Zukunft kämpfen. „Queen of Shadows“ ist immer noch ein sehr gutes Buch, aber nachdem „Heir of Fire“ für mich nahezu perfekt war, wurde es schwierig diesen Erwartungen gerecht zu werden. Zudem ist dieses Buch um einiges umfangreicher als seine Vorgänger, wodurch noch mehr Raum für Entwicklungen gewesen wäre. Und obwohl „Queen of Shadows“ hier und da Schwächen zeigte, bleibt meine Begeisterung für die Reihe an sich bestehen.

Aus Celaena ist definitiv Aelin geworden. Es ist fast so, als wären sie zwei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Celaena war noch etwas kindlicher, zwar erwachsen, aber einen Hauch naiv, temperamentvoll und auch schon mal leicht provozierbar. All das ist bei Aelin nicht mehr vorhanden. Sie durchdenkt alles sehr genau, lässt sich nicht mehr auf unnötige Kämpfe ein und stellt sogar ihre eigenen Rachegedanken hinten an. Und genau das fand ich nicht glaubwürdig. Über drei Bände lang und in den Kurzgeschichten wurde dieser Rachegedanke geprägt und gefördert, ich hatte richtiggehend Panik wie die Auseinandersetzung mit Arobynn werden würde. Die tatsächliche Entwicklung dazu war fast schon harmlos und enttäuschend. Ähnlich verhält es sich mit dem Ende. Dafür gab es wieder tolle Momente mit Rowan und ich mochte die Richtung, in der sich ihre Beziehung entwickelt. Das Auftauchen von Aedion bringt weitere Spannung rein und das Konkurrenzdenken zwischen Rowan und ihm führt zu seiner tollen Stimmung.

Ich habe während dem Lesen gesagt, dass es mir jetzt schon das Herz bricht, wenn ich an die folgenden Rereads denke und bei diesen genau weiß was aus den Charakteren wurde. Besonders schwer traf mich das bei Chaol. Ich war so traurig und furchtbar zornig über sein Verhalten. Nicht zu glauben was aus ihm geworden ist, mit welchen Aussagen er um sich wirft und wie gut er anderen die Schuld zuschieben kann, für seine Taten aber nicht einsteht. Stellenweise habe ich mich doch gefragt, warum er überhaupt noch in die Pläne der anderen einbezogen wurde. Erst im letzten Drittel konnte ich den Chaol wieder erkennen, den man in den ersten Bänden kennen gelernt hatte. Kurz vor knapp würde ich sagen, es hätte nicht mehr viel gefehlt um ihn mir gänzlich unsympathisch werden zu lassen. Im dritten Band hatte sich bereits abgezeichnet wie sich seine Beziehung zu Aelin entwickeln könnte, was ich zuerst schade fand. Umso mehr ich aber über Rowan erfuhr und sah, wie sich Chaol hier verhielt, desto glücklicher war ich über diese Entwicklung. Dennoch lässt all dies die vorherigen Bände in einem etwas anderen Licht dastehen.

Viel sympathischer war mir stattdessen Manon geworden. Noch in „Heir of Fire“ habe ich ihre Kapitel eher schnell gelesen, weil ich zu den anderen Charakteren zurückwollte. Das änderte sich nun und auch in ihr ist eine enorme Entwicklung erkennbar. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein kaltherziger Mensch, der nur Befehlen folgt und diese um jeden Preis ausführt. Nur langsam gewährt uns die Autorin einen Blick unter die Oberfläche und wir lernen sie und die Thirteen nicht nur besser kennen, man weint auch um sie, die Opfer die sie bringen mussten und all das Leid, das sie erlebten. Es muss einfach eine Möglichkeit geben, wie auch sie ihren Platz in dieser Welt finden und ihr Leben nicht länger nur von Kampf und Tod geprägt wird. Auf ein bestimmtes Aufeinandertreffen hatte ich schon im dritten Band gewartet und endlich trat es ein! Es zählte für mich mit zu den besten Kämpfen in diesem Buch. Und siehe da, zwei starke Persönlichkeiten verbindet mehr als man im ersten Moment glaubt. Genau auf diese Entwicklung freue ich mich am meisten und bin neugierig wie ihr nächstes Treffen aussehen wird und wie sich ihre Pläne noch verbinden.

Die Situation, in der sich Dorian befand, brach mir dagegen das Herz. Wie schon im dritten Band müssen sich die Charaktere auch hier mit Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und ihren tiefsten Ängsten auseinander setzen. Nun war es an Dorian in diesen Abgrund zu blicken, sich selbst nicht zu verlieren und gegen die stärker werdende Dunkelheit zu kämpfen. Hilfe kommt von überraschender Seite und bringt für die Fortsetzungen eine interessante Ausgangslage. Darüber hinaus gibt es ein Wiedersehen mit einem Charakter, den ich bereits abgeschrieben habe. Ihre Situation hat sich dramatisch geändert und für sie geht es längst nicht mehr um ihr Überleben, sondern was es vorher noch zu erledigen gilt. Sarah J. Maas holt einige Personen zurück, stellt sie in ein ganz neues Verhältnis zu Aelin und Co. und sorgt damit dafür, dass man ihre Rolle in der Vergangenheit neu bewertet und doch etwas Gutes in ihnen findet.

Ein entscheidender Schwachpunkt lag für mich auch in der Erzählweise. Aelin ist tagsüber und nachts so viel unterwegs, aber man erfährt nie genau was sie macht, wen sie ausspioniert oder welche Pläne sie schmiedet. Man erfährt immer erst im Nachhinein, dass sie das und das vorbereitet hat und „ach das hat sie gemacht, als sie nachts mal wieder weg war“ etc. Spannung kam für mich in den ersten zwei Dritteln nur geringfügig auf und mir fehlte auch das Emotionale. „Heir of Fire“ hat mich zu Tränen gerührt und ich musste zwischendurch eine Pause einlegen, weil ich nicht mehr weiter lesen konnte. Hier konnte mich die Geschichte nicht mehr durchgehend fesseln, vielmehr fühlte ich mich zu oft außen vor und nicht an der Handlung beteiligt.

Der Ausgang von „Queen of Shadows“ hat mich komplett überrumpelt. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, diese Entwicklung hätte ich mir aber nie auch nur ansatzweise vorstellen können. Nach „Heir of Fire“ lagen meine Hoffnungen darin, dass es einen kleinen Fortschritt gab, ein kleiner Sieg auf einer bestimmten Ebene. Mit viel mehr hatte ich nicht gerechnet, schließlich sollen noch weitere Bände folgen. Sarah J. Maas sorgt stattdessen für einen Plot Twist, der ihr wieder ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Auf der anderen Seite bietet sie mit diesen letzten Kapiteln in „Queen of Shadows“ aber auch einen guten Abschluss für diesen Moment. Nach allen bisherigen Büchern war meine Neugierde und Ungeduld sehr groß, ich wusste nie wie ich die Wartezeit auf die nächste Fortsetzung überstehen sollte. „Queen of Shadows“ lässt mich dagegen überraschend zufrieden zurück. Ob die Autorin das so beabsichtigt hat, bezweifle ich etwas. Hier würde sich nämlich durchaus ein geeigneter Punkt bieten um die Reihe abzuschließen, wenn man es unbedingt möchte.

Kommentare:

  1. Dass du bei der Menge an kleineren und größeren Minuspunkten noch ein B gibst, finde ich ja fast erstaunlich *lach*. Gott sei Dank war ich in dieser Hinsicht mal wieder nicht ganz so kritisch.

    Gerade die Sache, dass man viele von Aelins nächtlichen Streifzügen erst im Nachhinein mitbekommt, kann ich schon verstehen. Ich habe es aber eher als Anreiz für die Spannung empfunden, weil man so nicht immer komplett im Bilde war und sich Überraschungsmomente ergaben. Zusätzlich denke ich, dass Maas einfach nicht mehr jede von Aelins Aktionen beschreiben kann, wenn sie nicht 1000 Seiten-Wälzer schreiben will. Und das will ICH bestimmt nicht, denn auch ich muss wie du trotzdem sagen, dass HoF und CoM mir besser gefielen, weil sie durch die geringere Seitenzahl ein besseres Pacing hatten...

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    1. Das nennt man wohl schon "Jammern auf hohem Niveau" :P wie gesagt, ich mochte das Buch ja trotzdem und hab bei den Rezis zu den vorherigen Bänden auch gesagt warum ich die Reihe so liebe. Hier musste ich einfach mal über die Kritikpunkte reden ;)

      Da kann ich dir zustimmen, alles bis ins Detail zu erklären wäre auch zu viel, aber eine Mischung aus beiden wäre bei mir besser angekommen. Sie hatte das in den Bänden zuvor ja auch geschafft. Da merkt man halt, dass sich die Autorin ebenso weiter entwickelt.

      Ich muss zugeben, ich war richtig überrascht, dass Band 1-3 so "dünn" waren im Vergleich Oo von der Handlung her hätte ich nicht diesen großen Unterschied bei der Seitenanzahl vermutet.

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    2. Ja das stimmt, so viel mehr ist gar nicht vorgegangen. Die Geschichte von Manon und Elide hat viel Platz in Anspruch genommen. Nicht, dass ich das schlecht fand, aber gerade bei Elide hätte man sich etwas kürzer fassen können, da ist in den Kapiteln der ersten 300 Seiten ja eher weniger Spektakuläres passiert und ich fragte mich eine ganze Weile, warum ich überhaupt emotional in sie "investieren" sollte. Aber dann wurde sie ja doch wichtig. Auch bei Chaol hätte man die Hasstiraden etwas schrumpfen können und stattdessen etwas mehr Platz an Aelin vergeben, denn wenn wir ehrlich sind, lesen wir von und aus ihrer Sicht sowieso am liebsten *lach*.

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    3. Ich könnte mir vorstellen, dass grade dieser Part im nächsten Band wichtig wird. Bei Manon hatte ich mich gewundert warum sie in HoF so eine große Rolle bekam und hier hat sich das nun gezeigt. Vielleicht wird das bei Elide auch so?

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