Review: The Rithmatist by Brandon Sanderson

Mittwoch, 16. September 2015


More than anything, Joel wants to be a Rithmatist. Chosen by the Master in a mysterious inception ceremony, Rithmatists have the power to infuse life into two-dimensional figures known as Chalklings. Rithmatists are humanity’s only defense against the Wild Chalklings - merciless creatures that leave mangled corpses in their wake. Having nearly overrun the territory of Nebrask, the Wild Chalklings now threaten all of the American Isles.

As the son of a lowly chalkmaker at Armedius Academy, Joel can only watch as Rithmatist students study the magical art that he would do anything to practice. Then students start disappearing - kidnapped from their rooms at night, leaving trails of blood. Assigned to help the professor who is investigating the crimes, Joel and his friend Melody find themselves on the trail of an unexpected discovery - one that will change Rithmatics - and their world - forever.

***

„Wer (High) Fantasy liebt, der muss Brandon Sanderson kennen und zumindest eines seiner Bücher gelesen haben.“ Oft habe ich diesen Satz gehört, aber nie verstanden was hinter dieser Begeisterung und dem Vertrauen in den Autor steckt. Bis ich es endlich selbst probiert habe. Und tatsächlich, an diesem Autor kann man nicht vorbei, wenn man gerne Bücher aus diesem Genre liest. Zu Recht werden seine Bücher immer wieder empfohlen und zu Recht gibt es so viele begeisterte Meinungen. Er ist ein Meister des World Buildings, erschafft geniale Welten, nein ein geniales Universum in dem die meisten seiner Bücher angesiedelt sind und das er stets weiter ausbaut und verfeinert. Während es für mich unvorstellbar ist, wie man so eine detailreiche Welt erschaffen kann, bekomme ich von den Geschichten doch nicht genug und möchte immer mehr aus dieser Welt kennen lernen. Nun war „The Rithmatist“ an der Reihe, das ein jugendlicheres Publikum ansprechen soll, aber auch für Kenner des Genres Überraschungen bereit hält und nicht außer Acht gelassen werde sollte!

Rithmatisten haben die Fähigkeit Kreidelinien Leben einzuhauchen und mit diesen Wesen sowohl anzugreifen, wie auch sich zu verteidigen. Joel ist kein Rithmatist, wünscht sich aber nichts sehnlicher als einer zu sein. Jede freie Minute verbringt er damit sich Wissen dazu anzueignen. Er möchte die Chalklings, die Magie und die Möglichkeiten dahinter verstehen lernen. Auch wenn er selbst nicht über diese Gabe verfügt und ihm der Zugang zu vielen Dingen verwehrt bleibt (übrigens nicht aus einem Mangel an Einsatzbereitschaft und Begeisterung, sondern weil er nicht auserwählt wurde für diese Kraft), kann er sich davon nicht losreißen. Als sich ihm die Chance bietet als Assistent eines Professors tätig zu sein, nutzt er diese in der Hoffnung sein Wissen vertiefen zu können. Je mehr Zeit er hier verbringt, desto weiter wird er in diese Welt hinein gezogen. Joel war mir als Charakter sehr sympathisch. Er unterscheidet sich sehr von seinen Mitschülern, muss sich alles hart erarbeiten was er sich wünscht und er hat es nicht einfach. Schnell wächst er den Lesern ans Herz und man hofft auf ein Hintertürchen, durch das er seinen Wunsch doch noch verwirklichen kann.

Der Kreis der Nebencharaktere wird vom Autor überschaubar gehalten und nimmt sich ausreichend Zeit um sie einem näher zu bringen. Während man etwas Zeit braucht um sich in diesem Magiesystem zurechtzufinden, fühlt man sich den Charakteren rasch verbunden. Auf einige ist man neugierig, andere sind einem sofort unsympathisch und mit Joel lernen wir sie alle besser kennen. Schließlich gilt es ihre Geheimnisse zu lüften und hinter die Fassade der Rithmatisten zu blicken. Jeder Held braucht einen Verbündeten, jemanden mit dem er sich über Theorien austauschen kann, der ihm zur Seite steht und in dem mehr steckt, als man auf den ersten Blick glauben mag. In diesem Fall ist das Melody. Auch Melody arbeitet mit dem Professor zusammen, aber aus anderen Gründen als Joel. Sie ist Rithmatist, hat mit der damit verbundenen Aufgabe aber Schwierigkeiten. Was sich Joel so sehr wünscht, würde sie gerne abgeben, weil sie sich dem nicht gewachsen sieht. Die Freundschaft zu Melody wächst nur langsam, ist dafür aber sehr greifbar und nachvollziehbar. Beide durchlaufen in diesem Buch eine enorme Entwicklung und sind am Ende an einem Punkt angelangt, an dem sie sich blind vertrauen können und sich gemeinsam Herausforderungen stellen.

Als plötzlich Schüler der Armedius Academy verschwinden und mysteriöse Kreidezeichnungen auftauchen, die niemand so recht zuzuordnen weiß, gibt Joel sein Bestes um eine Antwort zu finden. Schritt für Schritt kommt er der Lösung näher und deckt Dinge auf, die Schlimmes verheißen und für alle gefährlich werden können. Sanderson treibt den Spannungsbogen immer wieder in die Höhe, spart dazwischen aber nicht mit Informationen über Magie, Chalklings und Co. Hier und da hatte ich das Gefühl etwas den Anschluss zu verlieren, weil dieses Magiesystem sehr komplex ist und es mir nicht immer leicht fiel den unterschiedlichen Verteidigungs- und Angriffsstrategien zu folgen. Da kamen die Zeichnungen und dazu gehörigen Erklärungen jeweils zu Kapitelbeginn genau richtig. Ich war begeistert von dem Einfallsreichtum des Autoren und der gestalterischen Umsetzung dieses Konzeptes im Buch. Ohne diese Grafiken wäre ich längst nicht so gut mitgekommen und genau das machte für mich bei diesem Buch auch den Reiz aus.

Und obwohl das Ende an sich abgeschlossen ist und nicht mit einem großen Cliffhanger endet, warte ich bereits auf die Fortsetzung. Brandon Sanderson hat die Neugierde wieder mal herrlich angefacht. Man muss einfach weiter lesen. Leider lässt die Fortsetzung noch ein bisschen auf sich warten. Wobei „ein bisschen“ falsch ist, denn „The Aztlanian“ (Band #2) erscheint wahrscheinlich nicht vor 2017. Die Recherchen gestalten sich umfangreicher, als gedacht und so benötigt der Autor, neben all seinen anderen Projekten, etwas mehr Zeit hierfür. Glücklicherweise gibt es zahlreiche andere Reihen, die einem dabei helfen die Wartezeit zu überbrücken und ich freue mich auf die Welten, die es noch zu entdecken gibt.

Kommentare:

  1. Unglaublich - seit das Buch auf meinem SuB ist, scheint es überall rundherum gelesen zu werden. Und anscheinend sind alle begeistert. Ich hoffe, dass mir der Roman auch gefallen wird - nachdem meine bisherigen Versuche mit Sanderson ja eher nicht so erfolgreich waren (obwohl ich High Fantasy liebe).

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    1. Wenn man an Zeichen glaubt, wäre das wohl eins ;)
      Ich hab bei einigen gelesen, dass sie The Rithmatist lieber mochten, weil es ursprünglich ja für jugendliche Leser gedacht war und es sich trotz ausgeklügeltem Magiesystem ein bisschen anders liest. Es gibt aber auch genau umgekehrte Meinungen ;) damit wäre man wieder bei Null *g* ich drück die Daumen, dass dir von ihm endlich mal ein Buch besser gefällt!

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