Review: Rock Redemption by Nalini Singh

Mittwoch, 7. Oktober 2015


 Review zu Band #1Band #1.5Band #2

„Kit Devigny could have loved rock guitarist Noah St. John. Their friendship burned with the promise of intense passion and searing tenderness… until the night Noah deliberately shattered her heart. Noah knows he destroyed something precious the night he chose to betray Kit, but he’d rather she hate him than learn his darkest secret. All he has left is his music.

When a media error sees Noah and Kit dubbed the new “it” couple, Kit discovers her chance at the role of a lifetime hinges on riding the media wave. Wanting – needing - to give Kit this, even if he can’t give her everything, Noah agrees to play the adoring boyfriend. Only the illusion is suddenly too real, too painful, too beautiful… and it may be too late for the redemption of Noah St. John.“

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Nalini Singh war für mich eine Autorin, die ich fest mit dem Paranormal Romance Genre verband. Über die Psy/Changeling Reihe habe ich ihre Geschichten kennen gelernt und fand darin meinen Einstieg in dieses Genre. Einige Jahre später kam mit der Guild Hunters Reihe ein weiterer Fixpunkt in meinem Lesealltag hinzu und bei beiden Reihen brauche ich nicht lange überlegen, wenn es darum geht anstehende Fortsetzungen vorzubestellen. Die Vorstellung einer neuen Reihe von ihr war für alle eine große Überraschung. Neben ihren anderen Projekten lagen bzw. liegen ihr die Rock Kiss Bücher sehr am Herzen. Erst war ich skeptisch, ich kannte zu viele Fälle in denen ein Wechsel des Genres nicht erfolgreich war, weil ich eine Autorin meist mit einem bestimmten Genre verbinde. Bei Nalini Singh zögerte ich aber keine Sekunde und wusste, dass ich dieser neuen Welt eine Chance geben würde. Für mich hat sich das mehr als nur ausgezahlt.

Die Autorin lebt sich in dieser Reihe richtig aus und bringt in jede Geschichte ganz eigene Schwerpunkte, spricht dabei schwierige und emotional herausfordernde Themen an. Während der erste Band rund um Fox und Molly (Rock Addiction) noch sehr erotisch war und emotional nicht so tief ging, änderte sich das bei Gabriel und Charlotte (Rock Hard). Bei David und Thea (Rock Courtship) dagegen steht der Humor im Vordergrund und der Emailaustausch der beiden bringt einen oft zum Lachen. In Rock Redemption kehrt Singh zurück zu einem emotional sehr berührenden Thema, zeigt die dunkle Seite an Noah auf und wie sehr ihn ein Ereignis aus seiner Kindheit und die Reaktion seiner Eltern nicht nur prägte, sondern sein Verhalten bis heute stark beeinflusst und lenkt. Wenn man jemanden als tortured hero bezeichnen kann, dann Noah.

Die ersten Kapitel waren sehr emotional, die Grundlagen für ihre Beziehung werden gelegt und man erhält einen ersten Eindruck von Noah, seiner Vergangenheit, seinen Gefühlen, Ängsten und Zweifeln. Lange Zeit ist nicht klar was genau in seiner Kindheit vorgefallen ist, das ihn bis heute so beschäftigt. Umso deutlicher wird allerdings, dass er glaubt kein Glück verdient zu haben, dass er eine Frau bzw. Kit speziell nicht die Zukunft bieten kann, die sie sich wünscht bzw. von der er glaubt sie würde sie wollen. Noah hat extreme Probleme damit Vertrauen in andere Menschen zu setzen, einzig Fox weiß was wirklich in ihm vorgeht und was damals geschah. Alle anderen hält Noah auf Distanz, verliert sich in der Musik, die ihm Kraft gibt und das einzig Positive in seinem Leben darstellt. Wie sehr Kit darunter leidet wird schnell klar und sie erkennt selbst in welchem Zwiespalt sie sich befindet. Sie kennt die Gründe für sein Verhalten nicht, ist zutiefst verletzt, möchte auf Abstand gehen, schafft es aber nicht, weil es sie doch immer wieder zu ihm hinzieht. Sie kann nicht glauben, dass ihre Freundschaft Noah so wenig wert war und er sie als Mensch anscheinend so wenig schätzt. Ihm eine zweite Chance zu geben zeigt wie viel Kraft in ihr steckt und wie viel er ihr doch bedeutet, auch wenn sie diese Gefühle nicht erklären kann.

Einziger Kritikpunkt meinerseits, der auch dazu führte, dass es zu dieser Wertung kam, ist die anfängliche Langatmigkeit, die sich erst nach der Hälfte auflöst. Wie gesagt waren die ersten Kapitel emotional und ich war früh zum ersten Mal den Tränen nahe. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin darauf aufbaut und diese Emotionen nutzt um die Beziehung zwischen den beiden voran zu bringen und zu verändern. Stattdessen geht sie einen Schritt zurück, Noah und Kit kommen sich zwar wieder näher, aber grade Noah kämpft gegen seine Gefühle für sie an. Zumindest in einem Aspekt ihres Lebens kann Noah Kit helfen und wenn er ihr schon nicht mehr geben kann, so will er ihr zumindest beruflich Unterstützung bieten. Im Zuge dessen kehren sie zu ihrer Freundschaft zurück, lassen andere Gefühle außen vor und tasten sich langsam wieder an. Diese Entwicklung nimmt einen großen Teil der Geschichte ein und gibt einerseits tolle Einblicke in ihre jeweiligen Gefühls- und Gedankenwelten, andererseits war es für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen. Wichtig ist dieser Schritt auf jeden Fall, hätte aber gestraffter sein können um so anderen Aspekten in ihrer Beziehung mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu gewähren.

Wie gesagt ist die Konfliktsituation in diesem dritten Band der Reihe sehr emotional, über große Teile der Geschichte fehlten mir aber Romantik und Liebe. Ihre Beziehung basiert auf Freundschaft und Nalini Singh nahm sich wirklich alle Zeit der Welt diese Grundlage zu schaffen und sie dem Leser zu vermitteln, aber mit ihnen als „richtiges“ Pärchen gibt es viel zu wenige Seiten. Man erhascht fast nur einen kleinen Blick auf Noah als liebender Partner, wie ihm die Beziehung zu Kit Kraft gibt und wie groß ihre Liebe ist. Als Romantikerin wünsche ich mir einfach mehr. Ihre gemeinsamen Momente an ihrem Zufluchtsort waren ein toller Anfang, hier sind die wichtigsten Veränderungen und Erkenntnisse verwurzelt und geben den Charakteren die Möglichkeit offen, sanft und verletzlich zu sein. Schlussendlich waren es aber viel zu wenige solcher Momente und es bleibt das Gefühl einen wichtigen Part ihrer Beziehung nicht sehen zu dürfen. So schön eine friends-to-lovers Geschichte auch sein kann, über einen großen Teil nur den Part Freundschaft zu zeigen ist zu wenig.

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